Ze slowem biegne do ciebie
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Informationen
Allgemeine Angaben
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| Label: |
MUZA polskie nagrania |
| Durchschnittswertung: |
12.75/15 (5 Rezensionen) |
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Besetzung
| Józef Skrzek |
moog, clavinet, mellotron, Fenderpiano, vocals |
| Apostolis Antymos |
guitar |
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Tracklist
| Disc 1 |
| 1. |
Ze slowem biegne do ciebie
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19'20
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| 2. |
Przed premiera
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19'40
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| Gesamtlaufzeit | 39:00 |
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Rezensionen

SBB 3 und SBB 4 beweisen, wie ernst gemeint der umgedeutete Name ist. Suchen, Brechen (mit alten Erfolgsrezepten), Bauen. Beide Platten heben sich deutlich von einander ab. Man wechselte vom Prog mehr in Fusionrichtung.
Die beiden 20minüter von SBB 4 kommen deshalb prinzipiell anders daher, aber verleugnen nicht unbedingt ihre Vorfahren.
Für diese Platte gilt: Verschnaufpause für Orgel. Weg mit der Kirchenatmosphäre!
Trotzdem bleiben beide Stücke typisch Skrzek. Er lotet die Möglichkeiten (mehrerer?) Synthesizer aus und liefert alle moog-lichen kosmonautischen Klangkulissen a la frühe Kraftwerk.
Darauf baut dann das gewohnt geniale Ginger-Baker-Piotrowski-Schlagzeug auf , ergänzt durch Skrzeks Tastenausbrüche an diversen Instrumenten (wieviele Hände hat der eigentlich?) und wahrhaft begeisternd verfallen beide absolut synchron in Raserei oder schwüle Kling-klang-Parts, die das nächste Sound-Gewitter vorbereiten.
Mr. Antymos an der Gitarre darf zwar den instrumentalen Zweikampf against the drums eröffnen, hat aber insgesamt wiederum wenig zu tun.
Brillianter Soundtrack zur Verarbeitung des Alltags. Erst wird das Frustventil geöffnet, Dampf abgelassen und dann die Motivationspeitsche geschwungen ... Wenn mich meine Sprachinstinkte nicht ganz und gar täuschen, muß auch der Titel sowas ähnliches meinen: Was dir die Worte sagen wollen ... oder ....KEINE Worte sagen können .... Erfühl?s!
??cause music is the best!? (Zappa)
Es war die einzige Platte der Band, auf der es keine englischen Untertitel gab.
Eine weitere Neuerung ist die Textverteilung auf dieser Platte.
Track 1 hat, gemessen an den 3 Stücken des Vorgängeralbums, recht viel Gesang.
Dafür ist Track 2 durchweg instrumental.
Das wiederum erzeugt ein bisschen Schlagseite zwischen A und B Seite und war eventuell ausschlaggebend, weshalb aus heutiger Sicht von Veteranen meist nur an SBB 2 und 3 erinnert wird.
Sehr zu unrecht.
Die dramatische Entwicklung von Track 1 übertrifft die drei ?Pamiec?- Stücke.
Track 2 -Tondichtung im besten Sinn des Wortes- beweist, dass innerhalb von 20 Minuten Spielzeit für 3 Musiker genügend Raum vorhanden ist, die eigene Virtuosität unter Beweis zu stellen, ohne abrupte Brüche (...und nun das Schlagzeugsolo...) und dem Hörer Platz zu lassen für den eigenen Film im Kopf.
Das Ensemble bleibt von der ersten bis zur letzten Minute komplett hörbar und der musikalische Ablauf interessant. Auf den ersten Hörgang hin klingt alles nach spontaner Session. Aber sämtliche Einsätze und Tempiwechsel kommen derartig punktgenau - das muß komponiert gewesen sein!
Kollektivgeist at its best.
| Anspieltipp(s): |
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| Vergleichbar mit: |
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| Veröffentlicht am: |
3.8.2002 |
| Letzte Änderung: |
27.3.2005 |
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Holgers Lob kann ich beipflichten. Bei diesem Album gehört meine größere Zuneigung allerdings eindeutig dem instrumentalen Track 2, dessen kraanesker Schwung mir wunderbar ins Ohr geht. Track 1 steht dem vom Ansatz her eigentlich in nichts nach. Doch gehört es zu den Charakteristika von SBB, daß die Musik häufig arg an Fahrt verliert, wenn gesungen wird, und das ist für meine Begriffe ein Minuspunkt. Ansonsten handelt es sich hier um eine Werbung für die osteuropäische Rockmusik der 70er. Das Pendel schlägt eindeutig in Richtung Jazzrock, worauf - als instrumentales Leitfossil - schon die Verwendung eines vom E-Piano umspülten Clavinets hinweist.
P.S. 1: Das Wort "kraanesk" kommt von Kraan, lieber Leser, falls Du diese exzellente Band nicht kennen solltest.
P.S. 2: Das oben abgebildete Cover ist das der LP-Version. Die SBB-Platten werden als CDs mit einem langweiligen Einheitscover vertrieben, wie es unter der Rezi zu "SBB 2" zu sehen ist. (Das Abweichen von den originalen LP-Covern ist bei CDs des Staatslabels "MUZA/Polskie Nagrania" häufig zu beobachten. BBS-Leser Gerald, der mich darauf aufmerksam gemacht hat, weist u.a. auf mutmaßliche urheberrechtliche Schwierigkeiten mit den Graphikern der Originalcover hin.)
P.S. 3: Was mag meinen Mitrezensenten Holger dazu veranlaßt haben, diese elegante Platte, die noch nicht mal von einer deutschen Band stammt, mit der Totschlagvokabel "Krautrock" zu belegen?
| Anspieltipp(s): |
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| Vergleichbar mit: |
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| Veröffentlicht am: |
7.9.2002 |
| Letzte Änderung: |
26.7.2004 |
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PS zum PS von Ralf: Antwort auf die "Krautrockfrage": Eben jenes kraanesk- grobschnittistische, frühkraftwerkianische Moment, you know?
| Anspieltipp(s): |
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| Vergleichbar mit: |
also schon teilweise Kraan,Grobschnitt vor 1980 |
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| Veröffentlicht am: |
8.9.2002 |
| Letzte Änderung: |
17.9.2002 |
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Im Gegensatz zu meinen beiden Vorrednern muss ich den ersten Part mit seinen Gesangspassagen ausdrücklich hervorheben. Dabei beweist Josef Skrzek eindrucksvoll, dass er neben seinen unbestrittenen Fähigkeiten an den Tasten auch über eine sehr angenehme Stimme verfügt. Seine Gesangseinlagen strahlen eine kaum zu beschreibende Wärme aus und bilden mit dem instrumentalen Rahmen eine Einheit. Stilistisch würde ich die weit ausladenden Instrumentalpassagen als symphonischen Fusion-Sound bezeichnen, wobei der zweite Part des Albums dann doch einen verstärkt improvisierten Charakter besitzt. Jósef Skrzek entlockt seinem Moog wahrhaft magische Sounds und übergibt im weiteren Verlauf das Zepter an seine beiden Mitstreiter Antymos Apostolis und Jerzy Piotrowski. Dabei entfacht das Trio ein musikalisches Feuerwerk und bewegt sich auf einem höchsten Niveau.
Zu keiner Zeit tendiert die gebotene musikalische Virtuosität in Richtung selbstverliebter Instrumental-Eskapaden. Genau dies ist die Stärke des polnischen Trios, das nach den beiden vorangegangenen Alben mit ihrem vierten Album ein weiteres Highlight veröffentlicht hat. Selbst als Proggie, der sich mit der jazzigen Variante des Progs eigentlich gar nicht direkt verbunden fühlt, finde ich zu dem Album "Ze Slowem Biegne Do Ciebie" einen direkten Zugang, der nach weiteren Hördurchgängen in Begeisterung mündet.
| Anspieltipp(s): |
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| Vergleichbar mit: |
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| Veröffentlicht am: |
13.7.2003 |
| Letzte Änderung: |
13.7.2003 |
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Seltsamerweise empfinde ich dieses Album als ?weihnachtlich?. Sicher nicht wegen der Texte (die ich ohnehin nicht verstehen kann) oder weil es hier besonders bedächtig zu geht oder weil hier bekannte Weihnachtslieder verbraten werden, nein, es ist die erhabene Atmosphäre, diese kraftvolle Ruhe, die das Album ausstrahlt.
SBB schwenken mit diesem Album in Richtung JazzRock, aber auch in die Nähe 'moderner Electronica'. Im ersten Longtrack ?Ze slowem biegne do cibie? gelingt den drei Polen eine Verschmelzung jazzrockiger Aktivität und klassisch-proggiger Symphonik, wie man sie nur selten zu hören bekommt. Eigentlich kann ich mich nur an das ?The Way Up?-Album der Pat Metheny Group erinnern, welches einen ähnlichen Ansatz viele Jahre später praktiziert hat. Das I-Tüpfelchen ist dann Skrzeks hymnischer Gesang, der hier einfach hingehört (was sonst bei SBB-Alben durchaus nicht immer der Fall ist). Dazu prägen seine spacigen Synthie-Klänge ebenso den Sound des Albums.
?Przed premiera? schwenktdann vollends in die JazzRock-Schiene ein. Aber mit einer Leichtigkeit und Luftigkeit, die jeden Groove zuläßt, aber keinen instrumentalen Leistungssport, wie das oftmals auf derartigen Aufnahmen der Fall ist. Der Vergleich mit Kraan, den die Kollegen ziehen, trifft es schon, aber SBB sind trotz allem noch ein bisschen symphonischer und Skrzek spielt interessantere Elektro-Klänge. Dazu gesellt sich die sirrende Gitarrenarbeit von Anthimos und das kreative Drumming von Piotrowski.
Aber es kommt noch was: Metal Mind Productions nimmt sich ja des Backkatalogs der Polen in vorbildlicher Weise an. So erscheinen die 'alten' Werke nach und nach mit dem Original-Artwork in schicken Digipaks und mit Bonustracks versehen. ?Ze slowem biegne do cibie? wurde 2006 neu aufgelegt und als Bonustrack gibt es eine monumentale 30minütige Version von ?Odejscie?. Die Aufnahme entstand im Oktober 1976, also im Jahr bevor es der Song in einer deutlich kürzeren Fassung auf ein Studioalbum schaffte. Die 30-Minuten-Version scheint ein Studio-Jam zu sein, in dem SBB nach einer knapp 10minütigen Meditation über Ethno-Klänge mit akustischer Gitarre und Bass sowie Tabla-Percussion in einen Trip aus klassischem Sympho-Prog, spacigen Floyd-Klängen, bluesigen Gefilden und sanfter Elektronikklängen abtauchen. Der ungebremste musikalische Fluss, die mitreißenden Ideen und gelungenen Brüche lassen ein gewaltiges Epos entstehen. Damit erreicht ?Ze slowem...? endgültig höchste musikalische Weihen, die es aber auch in seiner ursprünglichen Zwei-Song-Fassung verdient hat. Mehr ging halt damals nicht auf eine LP.
| Anspieltipp(s): |
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| Vergleichbar mit: |
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| Veröffentlicht am: |
25.12.2007 |
| Letzte Änderung: |
25.12.2007 |
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