Hosianna Mantra
|
|
Informationen
Allgemeine Angaben
|
|
| Label: |
Pilz |
| Durchschnittswertung: |
11.33/15 (3 Rezensionen) |
|
Besetzung
| Florian Fricke |
Piano, Cembalo |
| Conny Veit |
E-guitar, 12string guitar |
| Robert Eliscu |
Oboe |
|
| Djong Yun |
Sopran |
| Klaus Wiese |
Tamboura |
|
Gastmusiker
| Fritz Sonnleitner |
Violine |
|
|
Tracklist
| Disc 1 |
| 1. |
Hosianna Mantra
1. Ah! 4:43 2. Kyrie 5:20 3. Hosianna - Mantra 10:15
|
|
| 2. |
Das V. Buch Mose
1. Abschied 3:10 2. Segnung 6:00 3. Andacht 0:40 4. Nicht hoch im Himmel 6:17 5. Andacht 0:44
|
|
| Gesamtlaufzeit | 37:09 |
|
|
Rezensionen

Frickes Hinwendung zu religiösen Themen für die dritte LP bedeutete eine komplette Umbesetzung der Band. Zusätzlich wandte er sich vom Synthesizer hin zum Piano. Herausgekommen ist eine Musik, die ich nur als friedlich, wohlklingend und einfach(?) schön bezeichnen kann.
Die ganze CD besteht aus sanft dahinfließenden Instrumentalnummern (die Vocals sind nur eine weitere 'Instrumentalstimme'), es gibt perlende Pianoläufe, elegisch tönende E-Gitarre, indisch angehauchte Rhythmik leise im Hintergrund (die Tamboura?) - im wahrsten Sinne Meditationsmusik vom Feinsten. Trotzdem wirkt es nie eintönig oder dahinplätschernd, sondern Fricke und Co schaffen eine entspannte aber immer Aufmerksamkeit erfordernde Musik. Mit Rockmusik hat das alles nicht mehr viel zu tun, auch der Begriff "Krautrock" ist hier völlig unpassend. Um überhaupt einen Vergleich zu haben, fällt mir höchstens "Ashra" (die Gitarre) oder manche Westcoastband ein.
Leider sind die CDs von ZYX nur von Platte überspielt, man hört ab und an leichte Verzerrungen oder Knackser. Ein erhöhtes Grundrauschen ist auch wahrnehmbar, hoffen wir also auf ein baldiges Remastering, diese und die folgenden Platten haben es mehr als verdient.
| Anspieltipp(s): |
durchhören |
| Vergleichbar mit: |
????? |
|
| Veröffentlicht am: |
15.2.2004 |
| Letzte Änderung: |
15.2.2004 |
|
|
|
Zum Seitenanfang

Mit der dritten Popol Vuh-LP wandte sich Christian Fricke ab von den elektronisch-krautigen Klängen (seinen Moog hat er später an Klaus Schulze verkauft) der ersten beiden LPs und hin zu sehr pastoral-verträumten, entspannten Klängen. "Hosianna Mantra" bietet sparsame, meditative Kammermusik, die, wie es Andreas schon beschrieben hat, nichts mit den "üblichen" Krautrockproduktionen zu tun hat. Gitarre und Piano (manchmal Cembalo) musizieren hier getragen vor sich hin, erzeugen schlichte Klanggeflechte, in die wechselnd die anderen Instrumente (Stimme, Oboe, dezente Perkussion, Violine) eingeflochten werden.
Das Ganze ist sehr schön anzuhören, strahlt eine ausgesprochen friedliche Weichheit aus, wird aber über die ganze CD-Länge hinweg doch etwas langweilig. Die einzelnen Stücke unterscheiden sich nicht sonderlich, und ich würde mir doch mehr Abwechslung wünschen. Auch wenn es Andreas anders sieht: Ich finde, dass es diese Musik nicht auf Dauer schafft, die Aufmerksamkeit des Hörers zu fesseln. Auf "Hosianna Mantra" gibt es wunderschöne Töne zu hören, die aber schnell zu Hintergrundmusik verkommen. Wer Musik zum Meditieren und Entspannen sucht, der ist mit "Hosianna Mantra" aber sehr gut bedient. Die Scheibe hat allemal mehr Substanz als die Konfektionsware, die die seichten New-Age-Abgründe normalerweise bevölkert. Ich höre sie jedenfalls immer wieder gerne an (wenn ich auch oft dabei einschlafe).
Die remasterte CD-Ausgabe von SPV beinhaltet noch das kurzen Bonusstück "Maria (Ave Maria)", über dessen Herkunft Booklet und CD-Hülle aber leider keine Auskunft geben. Klanglich unterscheidet sich die Nummer nicht sonderlich vom Rest der Scheibe (es wird etwas ausgiebiger gesungen). Das Stück scheint daher aus denselben Aufnahmesessions zu stammen.
P.S.: Der Bonus-Track stammt von einer Solo-Single der Sängerin Djong Yun (danke an Dirk Müller für den Hinweis).
| Anspieltipp(s): |
egal |
| Vergleichbar mit: |
|
|
| Veröffentlicht am: |
2.12.2004 |
| Letzte Änderung: |
3.12.2004 |
|
|
|
Zum Seitenanfang

Mit „Hosianna Mantra“ fanden Popol Vuh zu ihrer ureigenen Klangsprache. Pastoral, asketisch, mystisch, zu tiefst spirituell. Nein hier klingt nichts vergeistigt und verkopft. Die Klänge scheinen nur so aus den Musikern zu perlen und doch hat man mit diesem Album ein fast schon klassisch, komponiertes Werk in den Händen. Schubert und Schumann haben vielleicht eine andere Klangsprache, aber im Innersten sind sich diese Lieder sehr ähnlich.
„Kyrie“, „Nicht hoch im Himmel“, „Hosianna“ sind in ihrer Art einzigartig und berühren in ihrer Schlichtheit zu tiefst. Selten habe ich ein Album mit solch einer friedfertigen, be-sinnlichen und gleichzeitig kitschfreien Aura gehört. Ja, dies ist religiös-, spirituelle Musik und zwar durch und durch, dargeboten mit dem Werkzeug des (folkigen, weltmusikalischen-) Krautrocks, aber frei von jedem Bekehrungsgedanken, sondern reinster Ausdruck des Glaubens, der weder (ver-)urteilt noch bekehren will. Die Musik wurde um ihrer Selbstwillen geschaffen und ist im Vergleich zur Musik eines Neal Morse, nicht aufdringlich oder schwülstig, sondern (und gerade) in ihrer Zurückhaltung frei von jeder Plattitüde und auf kindliche Art, verspielt unschuldig. Für mich das Highlight der gesamten Popol Vuh Diskographie.
Zum Schluss sei noch der Bonustrack "Maria" erwähnt der sich Nahtlos in dies großartige Werk einfügt und würdig abschließt.
| Anspieltipp(s): |
|
| Vergleichbar mit: |
eigentlich nichts, bis auf den eigenen Folgealben |
|
| Veröffentlicht am: |
25.8.2012 |
| Letzte Änderung: |
25.8.2012 |
|
|
|
Zum Seitenanfang
Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Popol Vuh (Dt.)
Zum Seitenanfang
|