ii: The World That We Drive Through
|
|
Informationen
Allgemeine Angaben
|
|
| Label: |
Inside/Out |
| Durchschnittswertung: |
9.14/15 (8 Rezensionen) |
|
Besetzung
| Andy Tillison |
Keyboards, Vocals |
| Roine Stolt |
Electric Guitars, Vocals |
| Sam Baine |
Keyboards, Vocals |
| Jonas Reingold |
Bass Guitar |
|
| Zoltan Csorsz |
Drums |
| Guy Manning |
Acoustic Guitars, Vocals |
| Theo Travis |
Saxophones, Flutes |
|
Tracklist
| Disc 1 |
| 1. |
The Winning Game
|
11.10
|
| 2. |
Skipping The Distance
|
8.57
|
| 3. |
Photosynthesis
|
7.40
|
| 4. |
A Gap In The Night
|
18.20
|
| 5. |
The World We Drive Through
|
13.00
|
| Gesamtlaufzeit | 59:07 |
|
|
Rezensionen

Um Musik im Zeitalter ihrer technischen Reproduzierbarkeit zu genießen, gehts nicht ganz ohne Equipment ab. Zur Not reichen aber ein oller Verstärker, ein Billig-CD-Player und ein paar betagte Boxen. Es sei denn, man ist Roine Stolt-Fan. Dann empfiehlt sich auch die Anschaffung eines Gabelstaplers.
Sören Klänggebrödel, mein schwedischer Lagerverwalter (der als Zubehör zu meinem Gabelstapler mit ausgeliefert wurde) ist neulich dazu übergegangen, Roine-Stolt-CDs nach RAK (den Regeln der Alphabetischen Katalogisierung für Großbibliotheken) zu erfassen und zu verschlagworten. Anders werde er der Materialmassen einfach nicht mehr Herr, meinte er etwas säuerlich.
In einer Aufwallung von Galgenhumor plädierte ich dafür, er solle doch lieber die längst überholten "Preußischen Instruktionen" verwenden. Die nicht enden wollende Flut von Flowerpower, Sternenstaub und Traumgärten mal ordentlich preußisch auf Vordermann zu bringen, das wär doch was... Aber mein als Gabelstapelfahrer und Datenbankpfleger gleichermaßen begabter Klänggebrödel war für Humor längst nicht mehr zu haben. Er erging sich in den düstersten Prophezeiungen darüber, was in den nächsten Jahren noch auf uns zukommen werde. "Abba, wenn Sie önbedingt n Waterloo erleben mögn!", stieß er zornig hervor. Was konnte ich da anders tun, als einzulenken und dem guten Mann gerührt zuzusehen, wie er mit seinem Gabelstapler flink hinter dem Regal "Tangent bis Transatlantic" verschwand?
Apropos "Tangent": Von denen gibts mittlerweile die zwote CD und dazu Kritiker, die hier eine perfektionierte Musik-Maschinerie am Werke sehen. Ziel: Es dem Hörer mit allen Mitteln recht zu machen. Dabei ist das ja eigentlich schwer zu kritisieren. Hörer wollen schließlich, dass man es ihnen recht macht. Und wenn jemand über die nötigen technischen und musikalischen Fertigkeiten verfügt, kann man ihm dann vorwerfen, dass er seinen Beruf ausübt?
Aber was die Kritiker offenbar verspüren - und mir gehts ganz genauso - das nennt man: Unbehagen. Man fühlt sich auf die Dauer unwohl, wenn einem dauernd Zucker in den Hintern geblasen wird. Besonders wenn die Zuckerfabrik, die diesen unschönen Vertriebsweg wählt, die Produktion kontinuierlich erhöht und sich allmählich eine jämmerliche Verstopfung abzuzeichnen beginnt.
Enough is enough. Was sich auf dieser CD findet, das hatten wir alles schon mal - wer könnte da wohl widersprechen?
Ich vergebe keine Punkte. Denn zuletzt ists ja doch der Markt, der darüber entscheidet, ob noch genug Hörer Appetit auf die hier verwendeten Rezepte haben. Als guter Verbraucherberater weise ich lediglich auf die Gefahren einer allzu einseitigen Ernährung hin. Auch Musik kann dick machen.
| Anspieltipp(s): |
|
| Vergleichbar mit: |
|
|
| Veröffentlicht am: |
24.9.2004 |
| Letzte Änderung: |
1.7.2011 |
|
|
|
Zum Seitenanfang

Ende des Jahres 2002 erschien eine Platte namens „Unfold The Future“, die sich die Flower Kings bzw. ihr Chefdenker Roine Stolt ausgedacht hatten. Erstmals verband man den symphonischen Progrock der Band mit Ausflügen in den Jazz. Die CD schlug in die kleine Progrockgemeinde wie eine Bombe ein, beflügelt von der Tatsache, dass Neal Morse sich gerade von Spock’s Beard getrennt hatte und somit der Weg für die Flower Kings offen stand, das Erbe von Spock’s Beard als „beste Progband der Neuzeit“ anzutreten. Auch ich war überaus begeistert von der Platte. Irgendwann aber, konnte ich sie einfach nicht mehr hören, und beschloss, den Weg der Flower Kings zunächst mal nicht mehr zu verfolgen. So kam auch das aktuelle Werk „Adam & Eve“ bisher nicht in meinen Player. Und natürlich ließ ich auch die ganzen Projekte von Roine Stolt außen vor. Mit Ausnahme von Transatlantic natürlich, das durch den großen Einfluss von Neal Morse mir als Spock’s Beard Fan richtig gut gefiel. Problematisch an Roine Stolt ist nämlich, dass der Mann neuerdings, so zumindest mein Eindruck, unter verschiedenen Decknamen so ziemlich immer die gleiche Mucke veröffentlicht. Und die gefällt mir zwar oft ausnahmslos gut, aber leider sind teilweise auch derbe Fehlgriffe auf CD gepresst worden. Den Hype um The Tangents erste Platte „The Music That Died Alone“ habe ich also bewusst komplett verschlafen, so dass diese Platte hier meine erste Begegnung mit der Band und mit Roine Stolt seit 2 Jahren ist.
Und komischerweise reagierte ich nach den ersten Durchläufen der neuen Scheibe sehr positiv. Gleich danach hatte ich Lust darauf bekommen, die alte Meisterplatte der Flower Kings mal wieder in ihrer ganzen Pracht (2:30 Std.) zu genießen, und erkannte sofort wieder wie faszinierend sie doch eigentlich ist. Aber zurück zu The Tangent: Von den Flower Kings sind der oben erwähnte Roine Stolt und die geniale Rhythmustruppe seiner Stammkombo, bestehend aus Jonas Reingold am Bass und Zoltan Csorsz am Schlagwerk, dabei. Initiiert wurde das ganze Projekt von Andy Tillison, einem Mitglied der Progband „Parallel Or 90 Degrees“. Grob gesagt ist der Stil der Platte ähnlich dem auf „Unfold The Future“, was natürlich meine oben geäußerte Hypothese der musikalischen Einförmigkeit indirekt bestätigt. Allerdings setzt man hier im Gegensatz zu den Flower Kings nicht so sehr auf Improvisationen, sondern bindet die Canterbury-/Jazzelemente sinnvoll in den Gesamtkontext ein. Großes Plus gegenüber etlichen Flower Kings Platten der Vergangenheit dürfte sein, dass durch eine Beschränkung auf eine einzige CD (viele Flower Kings Studioalben umfassen zwei Scheibletten) kein Füllmaterial zu hören ist. Für ein Sideproject ist die ganze Sache äußerst schlüssig und albumorientiert aufgebaut, d.h. man konzentriert sich nicht auf einzelne Songs, sondern eher auf eine das gesamte Album umgreifende Atmosphäre. In diesem Zusammenhang muss erwähnt werden, dass The Tangent niemals eine wirliche Rockband sind; hier wird nicht „gerotzt“, hier wird scheinbar locker drauflosgespielt; und es entwickeln sich dadurch faszinierende Klangbilder und Moods. Als zusätzlichen Vorteil sehe ich es an, dass sich die einzelnen Sänger jeweils ein Liedchen herausgesucht haben, was sie mit ihrer Stimme veredeln. Das schafft Abwechslung. Hier gefällt mir besonders Track 2 namens „Skipping The Distance“, der Opener „The Winning Game“ ist meiner Meinung nach mit dem oft sehr typisch gequälten Roine Stolt Gesang nicht sehr glücklich gewählt. Insgesamt sind die Blumenkönige aber wesentlich farbenfroher, abwechslungsreicher und pulsierender als die oft mathematisch auf Perfektsein komponierten Songs von The Tangent. Ich kann allerdings nicht verleugnen, dass es manche Passagen gibt, die total unerwartet rüberkommen und wundervolle romantische Stimmungen rüberbringen, woran Theo Travis sehr viel Anteil hat. Sowas liebe ich! Das schöne Plattencover passt auch wirlich zur Musik. Durch den Einsatz von etlichen alten Keyboardsounds und den Verzicht auf jedwede Art moderner Hilfsmittel (Drumloops, Stimmensamples, Vocoder) wirkt das ganze jedoch schon sehr wie direkt den 70er Jahren entsprungen, man hat es also mit Retro-Prog pur zu tun.
Letztendlich scheint eine Platzierung in den vorderen Plätzen der Prog-Jahrescharts 2004 nahezu unvermeidlich. Es sind haufenweise bekannte und begnadete Musiker dabei, die von der Bekanntheit ihrer Stammbands und der Beliebtheit ihres ersten Albums zehren können. Zudem bietet die Platte genau das, was der geneigte Proghead der sehr klassischen Schule hören möchte: Ausufernde Longtracks, vielfältige Stimmungen, tolle Instrumentalpassagen und schöne Gesangsmelodien, die sich niemals von der Hektik des Alltags verjagen lassen. Nach einem anstrengenden Tag ist „The World That We Drive Through“ also die optimale Art, den Abend bei stilvollem Ambiente ruhig ausklingen zu lassen.
Zurück zu meinem Eingangseinwand: Es gibt ja so viele Roine Stolt Platten, und auch wenn diese untereinander Ähnlichkeiten aufweisen: Auf manche kann man verzichten (z.B. die neuen Kaipa-Platten), andere gehören zur „Pflichtlektüre“ eines jeden ernsten Progrockfans. Und genauso wie „Unfold The Future“, gehört auch „The World That We Drive Through“ zu den Werken, die man mal gehört haben sollte, ohne allerdings die Qualität der erstgenannten zu erreichen.
Fazit: Ich sehe zwar das "Roine"-sche Schaffen wie die Kollegen hier, bin seiner Musik gegenüber aber noch bzw. wieder freundlich gesinnt!
PS: Auch hier gibt’s von der Plattenfirma InsideOut übrigens wieder eine Limited Edition mit dem Bonustrack „Exponenzgesetz“ (satte 14 Minuten!).
| Anspieltipp(s): |
|
| Vergleichbar mit: |
|
|
| Veröffentlicht am: |
2.10.2004 |
| Letzte Änderung: |
3.10.2004 |
|
|
|
Zum Seitenanfang

Mir geht es wie Ralf: die CD wirkt für mich viel zu glatt und kalkuliert, ohne Überraschungen. Ohne? Doch, es gibt eine, jedenfalls auf der "Limited Edition". Es handelt sich um den Bonustitel "Exponenzgesetz", auf den ich hier etwas näher eingehen möchte, da zu den Stücken der regulären CD schon alles wesentliche von meinen Vorrezensenten gesagt wurde.
Die Musik von The Tangent ist maßgeblich von einigen Größen des klassischen Progressive Rock der 70er Jahre beeinflusst. Wie im Beiheft der CD zu lesen ist, gibt es aber auch Bands, denen man nacheifern wollte, deren Stil aber nicht zur hauptsächlichen Ausrichtung von The Tangent passt. Einer solchen Band huldigen The Tangent in "Exponenzgesetz". Um welche es sich dabei handelt, steht zwar nicht dabei, aber schon die Bemerkung, diese Musik könne möglicherweise die Grundlage für ein zukünftiges Projekt mit Namen "A Tangent in Dreams" bilden, gibt einen Hinweis. Und wenn man dann die ersten Töne von "Exponenzgesetz" hört, wird endgültig klar, dass es um Tangerine Dream geht. Tatsächlich präsentieren uns The Tangent hier ein Stück elektronischer Musik im Stil der Berliner Schule - Sequenzerrhythmus, düstere Mellotronchöre, dazu ein paar Freiformklänge - natürlich ist auch das "Retro", aber mit so etwas hätte ich nun nicht gerade gerechnet. Und so gibt es wenigstens einen versöhnlichen Abschluss einer CD, die mich nach dem originellen Debüt doch etwas enttäuscht hat. Vielleicht sollte sich Andy Tillison erst mal wieder seiner "Stammband" Parallel or 90 Degrees widmen.
| Anspieltipp(s): |
|
| Vergleichbar mit: |
|
|
| Veröffentlicht am: |
9.10.2004 |
| Letzte Änderung: |
28.6.2011 |
|
|
|
Zum Seitenanfang

?Ich gehöre nicht zu den Leuten, die schon vorsichtig sind, wenn irgendwo ?Roine Stolt? draufsteht. Man muß wirklich Respekt haben vor einem, der so viel arbeitet - Gleichklang hin oder her. Ich meine, im Vergleich mit den Paten des Prog, Yes, die alle 4 Jahre ein Album vorlegen, das jede dahergelaufene Popoboyband als Talentverschwendung betrachten würde, sind das Tempo und die Qualität, die Roine vorlegt, höchst beachtlich.?. Das habe ich anderswo geschrieben, und das gilt auch hier. Also in den Schrank mit jeder Zurückhaltung und rein die CD. Doch was erhorch? ich? Klangen die nicht mal ganz anders? Wo sind die canterburigen Elemente hin, die das erste Album interessant machten? Oh je, da hat wieder einer der Band erzählt, Progfans hätten Angst vor Jazz. Wer das wohl war. Ach hoppla, da ist doch noch ein kleiner Rest! Schade, schon wieder vorbei. Nur noch ganz blaß sind die jazzigen Einflüsse, gewissermaßen eine bloße Einfärbung der ganzen Platte. Tja, tut mir leid, aber ich kann mich dem Chor derer, die (wie so oft) sagen ?wer das erste Album mochte, wird dieses lieben? nicht anschließen. Das ist soundmäßig und stilistisch doch recht anders. Weiterentwicklung? O. K., aber es geht mir dann doch zu sehr in Richtung des InsideOut-Mainstreams. Bin gespannt auf ?One?...
| Anspieltipp(s): |
|
| Vergleichbar mit: |
Flower Kings, Transatlantic, Spock's Beard, Karmakanic, und so weiter und so weiter |
|
| Veröffentlicht am: |
11.10.2004 |
| Letzte Änderung: |
22.10.2004 |
|
|
|
Zum Seitenanfang

Eigentlich sind über dieses nicht sooo wichtige Album (ist schliesslich Prog-Mainstream) schon wieder zu viele Worte in kurzer Zeit gemacht worden... aber bevor ich mir eine Magenverstimmung hole, schreib' ich lieber auch etwas dazu. Leider bin ich ein bisschen spät dran, aber ich muss solche Alben öfters und in unterschiedlichen Situationen hören, um sagen zu können, das gefällt mir oder eben nicht, so ein Mini-"Test of Time" sozusagen ;-)
Das Fazit vorneweg: Wahrscheinlich bin ich einfach die Zielgruppe derartiger Musik, vielleicht bin ich auch so musikalisch träge, dass ich immer wieder diese Klänge in verschiedenen Gewändern geniessen kann, oder vielleicht habe ich einfach noch nicht genug Zucker im Hintern? Was weiss ich... ich weiss nur, in diesen wohligen Klängen aus analogen Synthesizern und sonstigen virtuos gespielten Tasteninstrumenten, elegischen bis rockigen Gitarrensoli auf einem äussert soliden Fundament aus Bass und Drums (wobei gerade Zoltan Czörsz schon auch einige eigene Akzente setzt) kann ich versinken, träumen, schwelgen... Ich vermisse hier nichts und kann das alles freiweg geniessen, gut "The Winning Game" hätte ein bisschen mehr Drive verdient. Der Gesang von Roine Stolt hat mich ohnehin noch nie gestört. Dazu kommt noch Neuzugang Theo Travis der vor allem mit seinen Flötentönen eine sehr angenehme neue Klangfarbe hinzufügt, welche die Musik von The Tangent irgendwie noch runder macht (auch wenn die eine oder andere Jackson'sche Sax-Attacke cool gewesen wäre).
Zwei weitere Anmerkungen:
1. Mir erscheint tatsächlich, dass beim Namen "Roine Stolt" inzwischen die roten Lichter angehen oder gar sofort Pickel im Gehörgang ausbrechen, nur so kann ich mir erklären, dass hier ständig die Nähe zum Stolt'schen Output propagiert wird. Zu Erinnerung: The Tangent ist ein Projekt von Andy Tillison (sonst der Leader von Parallel or 90 Degrees), der auch die Musik und die Texte geschrieben hat. Ich finde, dass kann man auch hören, weil er schon in wichtigen Details einen anderen Stil als Roine Stolt pflegt, so gibt es eben die canterbury-artigen Anteile und alles klingt ein Stück düsterer. Er will mit The Tangent eine Hommage an grosse Bands und Stile der 70er Jahre schaffen, die ihn begeistert und beeinflusst haben. Und dies gelingt ihm wieder ziemlich perfekt, diesmal verschmelzt er sogar den klassischen Prog mit den Canterbury-Sequenzen, so dass die eher strikt getrennten Stilistiken des Debut-Albums hier meist einer geschickten Melange weichen. Auch seine Begeisterung für Peter Hammill und Van der Graaf Generator (besonders gut auf den Alben der Stammband Parallel or 90 Degrees zu hören, zumindest auf den zweien, die ich kenne) lässt er einfliessen, so dass gerade "A Gap In The Night" diesen düsteren Touch erhält (was es deutlich von den naiv-positiven Klängen Stolt'scher Musik unterscheidet). Das von Sam Baine geschriebene "Photosynthesis" dringt sogar ziemlich tief in angejazzte Gefilde ein und erinnert so vielleicht am stärksten an die "Canterbury-Sequence" vom Debut.
2. Diejenigen, die es nicht lassen können, greifen natürlich zur "Special Edition" mit dem angekündigten 14-minütigen Bonustrack. Da würde ich in diesem Fall sagen: Finger weg und die 2 Euro sparen. Es erwarten einen 14 Minuten Synthie-Gewaber und -Geblubber. Dank' Kollegen Jochen weiss ich nun, dass dies eine Hommage an die "Berliner Schule", insbesondere Tangerine Dream, sein soll. Nun, so etwas hatte ich schon vermutet, bin mangels grosser Kenntnisse dieser Szene nur nicht drauf gekommen. Also ich wage mal die Behauptung: Dies wird die meisten Tangent-Fans nicht begeistern können. Ich finde es auf jeden Fall ziemlich öde und spätestens nach sieben Minuten bin ich dem Schlaf nahe. Eigentlich bedaure ich fast die "Special Edition" erworben zu haben. Andererseits hilft diese Erfahrung zur Erkenntnis, dass elektronische Musik dieser Art so gar nicht mein Ding ist und wenn das Projekt "Tangent in Dreams" je verwirklicht wird, kann ich mir den Kauf sparen...
Okay, ich empfehle "The World That We Drive Through" für unverbesserliche Retro- und Wohlklang-Fans wie mich und freue mich auf das Konzert im November. Ich sage aber auch: Damit ist dann auch gut, ein drittes Album dieser Art bräuchte ich wahrscheinlich auch nicht ;-)
| Anspieltipp(s): |
A Gap In The Night |
| Vergleichbar mit: |
|
|
| Veröffentlicht am: |
11.10.2004 |
| Letzte Änderung: |
23.12.2005 |
|
|
|
Zum Seitenanfang

Doch. Ist ein schönes Album. Und so richtig Retro, dass man meinen könnte, es sei tatsächlich dem Golden Age des Prog entstiegen.
Die Musik ist einfach perfekter Prog mit leicht jazziger Note, vielschichtig, voller Ideen und an den richtigen Stellen mit ordentlich groove. Ich finde die Scheibe keinesfalls öde oder überzuckert wie hier zu lesen war. Für mich liegen dieses Album und sein Vorgänger auch recht nah beieinander, wenngleich The World... musikalisch etwas heller und glatter wirkt. Was auch am Fehlen von Ex-Van-der-Graaf David Jacksons düsterem Saxofon liegen könnte. Die Flöte im luftigen Skipping the Distance kommt z.B. schön sonnig. Auch wirkt der Sound mehr wie aus einem Guss, ist nicht mehr stilistisch so aufgespalten wie zuvor, mal canterburig, mal van-der-graafig. Die Band hat wie ich finde auch eine etwas eigenständigere Note entwickelt als auf dem noch stärker 70-ies-hommagigen Debut.
| Anspieltipp(s): |
A Gap in the Night, Skipping the Distance |
| Vergleichbar mit: |
|
|
| Veröffentlicht am: |
23.10.2004 |
| Letzte Änderung: |
21.3.2012 |
|
|
|
Zum Seitenanfang

Es ist schon interessant, die Besprechungen zu beiden CDs zu lesen. Für die erste von allen hochgelobt, ernten sie für diese zweite CD, die fast in der gleichen Machart daherkommt, eher negative Kritiken.
Auch ich bin zwiegespalten. Das Debut habe ich hauptsächlich wegen David Jackson gekauft, und fand damals die Kompositionen einfach nur "nett" - typischer Retroprog halt, der mich eher kalt läßt. Auch bei dieser CD empfinde ich eher so. Immer wieder stört mich mein Gedächtnis mit Hinweisen und Erinnerungen, woran mich der Sound und die Passage erinnert. Somit machen sie ihre Sache gut, wenn es der Anspruch der Band ist, Erinnerungen an alte Gruppen wachzuhalten. Immerhin könnte dies jüngere Hörer zu den "klassischen Bands" führen. In meiner aktuellen Lektüre (Moers: Die 13 1/2 Leben des..") finde ich ein passendes Bild:
in der Stadt Anagrom Ataf findet Blaubär und Co leckerstes Essen, aber egal, wie viel sie davon zu sich nehmen, es macht einfach nicht satt.
So geht es mir auch mit dieser CD, technisch gut, statt Jackson nun Flöte und Saxophon von Theo Travis, der anders aber nicht schlechter spielt, gibt es hübsche Titel - und trotzdem bleibe ich hungrig zurück.
Meine Hoffnung liegt darin, dass die Band mit der Neuformierung mehr Konsistenz bekommt und ihren eigenen Stil findet - das musikalische Potential haben sie.
P.S.: der Bonustrack ist wirklich einfach bei TANGERINE DREAM 'ähemm' geliehen.
| Anspieltipp(s): |
|
| Vergleichbar mit: |
|
|
| Veröffentlicht am: |
25.1.2005 |
| Letzte Änderung: |
25.1.2005 |
|
|
|
Zum Seitenanfang

Lieber Ralf J. Warum sich Dein Unmut über stilistische Wiederholungen in einem Band-Curriculum ausgerechnet bei dieser Platte entlädt, bleibe Dein Geheimnis. Ich fand es bei aller durchaus vorhandenen Ähnlichkeit doch auch eigenständig. Und dass es in welcher Hinsicht auch immer "perfekt" ist, das kann man einem Album wirklich nicht vorwerfen. Mir gefällt das Album. Es gibt einige FloKis Alben, die ich um Längen schwächer finde, die weniger innovativ sind und die für meinen Geschmack die "Prügel" mehr verdient gehabt hätten als "The World That We Drive Through". Aber sei`s drum. Über Geschmack lässt sich bekanntlich nicht streiten.
Ich liege in etwa auf Christians Linie. Das Album ist gut, kommt aber nicht ganz an den Erstling heran. Auf "Exponenzgesetz" hätte ich verzichten können. Und ein mögliches drittes Album im voraus verdammen will ich auch nicht. Lassen wir uns überraschen.
| Anspieltipp(s): |
|
| Vergleichbar mit: |
|
|
| Veröffentlicht am: |
6.2.2005 |
| Letzte Änderung: |
29.6.2011 |
|
|
|
Zum Seitenanfang
Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von The Tangent
Zum Seitenanfang
|