London 1966/1967 (DVD)
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Informationen
Allgemeine Angaben
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| Label: |
Snapper |
| Durchschnittswertung: |
keine Wertung (1 Rezension) |
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Besetzung
| Syd Barrett |
Guitar |
| Roger Waters |
Bass |
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| Rick Wright |
Organ |
| Nick Mason |
Drums |
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Tracklist
| Disc 1 |
| 1. |
Interstellar Overdrive
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16:46
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| 2. |
Nick's Boogie
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11:50
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| Gesamtlaufzeit | 28:36 |
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Rezensionen

Dies ist die DVD zur CD Pink Floyd London 66/67. Die DVD enthält neben der Musik, die ich bereits in der Rezension zur CD vorgestellt habe, insgesamt etwa 1 Stunde Bildmaterial. Die separat enthaltenen Interviews sind im Originalton zu hören. Ich habe auf meiner DVD keine deutschen Untertitel gefunden. Allerdings habe ich auch die britische Ausgabe. Beim Ton kann man zwischen Original Mono und Enhanced 5.1 wählen.
Knapp die Hälfte der Zeit entfällt dabei auf die Filmcollage zu den beiden Pink Floyd-Stücken. In seiner Erläuterung zur DVD meint Peter Whitehead, dass die beiden Floyd-Stücke einfach perfekt die Intention seines filmischen Vorhabens untermalen. Die Aufnahmen entstanden im Dezember 1966 im UFO-Club, im Januar 1967 im Sound Techniques Studio London und im April 1967 beim 14 Hour Technicolour Dream Happening in London. Einige Ausschnitte waren bereits Ende 1967 im Film Tonite let's all make love in London zu sehen. Erstmals liegen Musik und dazugehöriges Filmmaterial (bzw. umgekehrt) nun aber komplett und auf DVD vor.
Vergegenwärtigt man sich den Entstehungszeitpunkt des Filmmaterials, dann wird deutlich, dass man sich noch an einem relativ frühen Punkt der Entwicklung des Londoner Undergrounds bewegt. Der psychedelische Höhepunkt inkl. des Meilensteins The Beatles Sgt. Pepper stehen noch aus. Aber die Welt und auch swinging London befinden sich mitten im Umbruch. Der Protest der Jugend gegen ein als verkrustet empfundenes Gesellschaftssystem beginnt sich zu regen. Die volle Blüte der Hippie-Bewegung und auch der Psychedelic ist noch längst nicht erreicht. Auch die Bilder des Films haben ebenso wenig wie die Musik die bunte Ausgelassenheit, die man sich vielleicht vorstellt, wenn man an das Jahr 1967 denkt. Austin Powers vermittelt da schon eher ein entsprechendes Bild... Pink Floyd London 1966/1967 ist weder musikalisch noch optisch ein buntes Spektakel, sondern vermittelt viel düstere Atmosphäre. Flippige Provokationen finden sich aber natürlich auch (Mini Skirts, Mini Moral). Der Film lässt so schon beinahe den drogengeschwängerten Ausgang des Aufbruchs ahnen. Etwas bunter geht es in den kurzen filmischen Impressionen zu, die die Floyd-Songs ergänzen, und ebenfalls mit der Floyd-Musik unterlegt sind.
Sinnvolle Ergänzungen stellen aber v.a. die Auskünfte von Filmmacher Peter Whitehead, sowie dessen damalige Interviews mit den Szene-Leuten Mick Jagger, Michael Caine, Julie Christie und David Hockney dar. Diese kurzen, jeweils im Schnitt 5 Minuten langen Auslassungen geben stimmungsvoll Einblicke in das Empfinden der damaligen Künstler-Szene. Mick Jagger sah sich bereits als jemand, der den Aufbruch gegen das Establishment organisiert, während v.a. der Künstler David Hockney die Miefigkeit Englands gegenüber der amerikanischen Szene zum Ausdruck bringt. Wie bei Michael Caine scheint ein bedeutsamer Indikator hierfür die Sperrstunde in englischen Lokalen um 23 Uhr zu sein... Nein, ernsthaft. Gegenüber New York und Kalifornien, den Zentren der amerikanischen Szene, wurde das Leben in England und selbst im Swinging London einfach allgemein noch als provinziell erfahren. Aber der Aufbruch wurde schon deutlich.
Die DVD bietet so neben einer zeittypischen filmischen Bebilderung zweier früher Floyd-Improvisationen auch noch ein paar Einsichten in die Zeit, ohne die es weder die progressive Rockmusik wie wir sie kennen noch sonstige kulturelle Befreiungsschläge gegeben hätte. Für Liebhaber dieser Zeit empfohlen.
Anmerkung: In einer Passage des Films ist eine ganze Weile lang John Lennon zu sehen, der bei einem Happening von Yoko Ono auf dem 14 Hour Technicolour Dream zugegen ist. Im Beiblatt zur DVD steht dazu, dass Lennon und Ono sich da noch nicht getroffen hätten ("He and Yoko were yet to meet."). Das ist allerdings falsch. Denn die beiden hatten sich bereits im November 1966 bei einer Ausstellung von Yoko Ono in London kennen gelernt (vgl. Anthony Fawcett: John Lennon. Beatle. Künstler. Provokateur). Solche Fehlinfos machen mich ja immer etwas stutzig (vgl. etwa auch den Begeittext zur DVD Amon Düül play Phallus Dei). Ist aber nicht Whiteheads Fehler, sondern der eines gewissen Mike Stax vom Ugly Things Magazine, der den Begleittext zur DVD schreiben durfte.
| Anspieltipp(s): |
Interstellar Overdrive, Interview mit David Hockney |
| Vergleichbar mit: |
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| Veröffentlicht am: |
31.10.2005 |
| Letzte Änderung: |
6.3.2012 |
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