Live
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Informationen
Allgemeine Angaben
Besetzung
| Michel Berckmans |
oboe, english horn, bassoon, melodica |
| Kurt Budé |
clarinet, bass clarinet, tenor saxophone |
| Daniel Denis |
drums, percussion |
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| Martin Lauwers |
violin |
| Eric Plantain |
bass |
| Peter Van Den Berghe |
keyboards |
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Tracklist
| Disc 1 |
| 1. |
Xenantaya
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12:53
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| 2. |
Civic Circus
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7:33
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| 3. |
Electronika Mambo Musette
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7:20
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| 4. |
Kermesse Atomique
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6:04
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| 5. |
Bonjour Chez Vous
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5:00
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| 6. |
Méandres
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10:33
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| 7. |
Falling Rain Dance
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8:53
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| 8. |
Toujours Plus à L'Est
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8:21
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| Gesamtlaufzeit | 66:37 |
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Rezensionen

Dieser Tage ist das Live-Album von Univers Zero bei mir eingeflogen (aus den fernen USA, da bei Cuneiform erschienen).
Denis und Berckmans haben seit der Wiederauferstehung von Univers Zero 1999 die Begleitmusiker und Besetzungen der Band fast fliegend gewechselt und so gibt es auch auf dem Live-Album wieder einige neue Gesichter zu sehen. Da man live nicht mit so einem Riesenensemble antreten kann, gibt es eine schlanke Univers Zero-Besetzung mit sechs Musikern zu hören, deren wichtigster Neuzugang Keyboarder Peter Van Den Berghe ist. Van Den Berghe ist kein Unbekannter, so hat er doch unter anderem auf den Solo-Alben von Pierre Vervloesem sowie bei dessen Band X-Legged Sally mitgewirkt.
Hatten Univers Zero auf der Freakshow 2004 ein faszinierendes Konzert abgeliefert - ich hatte das, denke ich, schon mehrfach erwähnt -, so blieben vielleicht doch Zweifel, ob sich ein Livealbum von dieser Band lohnen würde. Zu exakt reproduzierte die Band die sehr strengen Kompositionen, so dass so ein Livemitschnitt ohne den visuellen Genuss eventuell sehr steif wirken könnte. Charly Heidenreichs Schlachtruf "Rock'n'Roll" wäre beim seinerzeitigen Konzert sicherlich deplaziert gewesen.
Aber da hätte er mal im Juni 2005 in Brüssel bzw. in Paris sein sollen, wo diese Liveaufnahmen entstanden. Die Songauswahl mag zunächst verwundern. Univers Zero präsentieren immerhin drei Songs vom Comeback-Album "The Hard Quest", welches bei den Fans wohl nicht so hoch im Kurs steht. Dazu gibt es einen Titel vom zweiten Soloalbum von Daniel Denis. Vom hochgelobten "Ceux Du Dehors" gibt es ausgerechnet das unscheinbare "Bonjour Chez Vous" zu hören sowie vom aktuellen Studiowerk "Implosion" zwei Stücke. Dazu kommt noch "Toujours Plus à L'Est" von der "Crawling Wind"-EP. Schon nicht gerade das, was man vielleicht als sichere "Best Of"-Auswahl bezeichnen würde...
Aber mit "Xenantaya" vom "The Hard Quest"-Album legen Univers Zero los wie die Feuerwehr. Und zwar wie die Rock-Feuerwehr! Von zurückhaltendem, intellektuell-betulichem, halb-akustischem Chamber-Rock ist da nicht viel zu spüren. Nach kurzem Spannungsaufbau durch geheimnisvolle Geräusche legt sich Daniel Denis voll ins Zeug und trommelt sich einen fetten Rockgroove aus dem Leib, der so gar nichts mehr mit dem zwar auch flotten, aber doch eher einfach gehaltenem, Getrommel der Studioversion gemein hat. Dazu spielt Eric Platain einen slappenden und ploppenden Funk-Bass, so dass man sich verwundert die Ohren reibt und sich im falschen Konzert wähnt. Aber es kommt noch besser: Keyboarder Van Den Berghe baut bedrohliche Flächen auf, spielt kleine Soli und sorgt für einen ungeheuren Zuwachs an emotionaler Tiefe bei der Musik. Dazu setzt Geiger Lauwers Gänsehautakzente.
"Civic Circus" wird auch ordentlich durch den Wolf gedreht. Der schleppende Rhythmus ist noch erkennbar, aber auch hier legt sich die Band mehr ins Zeug. Im Mittelteil streut Van Den Berghe gar ein jazziges Piano-Interludium ein, welches dem Song schliesslich einen völlig neuen Charakter verleiht. Das anschliessende "Elektronika Mambo Musette" findet sich im Original auf Denis zweitem Soloalbum (welches ich nicht kenne). Hier beginnt es mit schrägen, freiformatigen Tönen, bevor Denis wieder mit einem verzwirbelten Rock-Groove anzieht. Die Bläser und wiederum die Tasten beherrschen den Song und solieren ausführlich über dem Fundament aus Bass und Schlagzeug. Immer wieder löst sich aber auch die Violine aus dem Klangbild und jubiliert in höchsten Tönen.
"Kermesse Atomique", dieser langsame Walzer von "The Hard Quest", ist vielleicht der am wenigsten veränderte Song des Albums. Mit seiner majestätischen Ruhe sorgt er für eine gewisse Verschnaufpause im aufregenden Bühnengeschehen. Nach "Bonjour Chez Vous" wird denn folgerichtig die Band vorgestellt.
"Méandres" war mir bisher unbekannt, da ich "Implosion" nicht besitze. Auch ein sehr gelungener Song, dessen Name Programm ist. So 'mäandert' die Band durch viele Stimmungen. Denis spielt hier ein bisschen zurückhaltender und überlässt vor allem den Bläser viel Raum, den diese für exzellente Soli nutzen. Trotzdem klingt das Konzert hier am stärksten nach "more of the same" von Univers Zero und hat auch seine schrägsten Momente.
Für die beiden letzten Titel geht es von Brüssel nach Paris. "Falling Rain Dance" erweist sich als fast ausschliesslich von der Percussion getragenes Rockstück. Schliesslich drängt Plantain mit seinem Bass mit einem fetten Groove in den Vordergrund. Und dann erhebt sich immer wieder die Violine und setzt zwischen den Rhythmusinstrumenten aufregende Akzente. Ein echtes Zucker-Arrangement. Das abschliessende "Toujours plus à L'Est" bringt dann sozusagen den "konventionellen" UZ-Chamberrock-Sound und lässt das Album gediegen ausklingen.
Welch' ein aufwühlendes Konzerterlebnis. Univers Zero präsentieren sich hier komplett anders wie seinerzeit auf der Freakshow und bieten mindestens in der ersten Hälfte ein richtiggehendes, mitreißendes Rockkonzert mit Einflüssen klassischer Ensemblemusik. So habe ich UZ auf keinem ihrer Studioalben bisher gehört, auch die rhythmischeren "The Hard Quest" und "rhythmix" sind da deutlich weniger direkt. Manch' ein Fan mag dies vielleicht bedauern, mich hingegen bläßt dieses Album einfach weg. Keyboarder Van Den Berghe und Violinist Lauwers bieten neben Denis persönlich ganz großen Sport und sind eine echte Bereicherung. Van Den Berghe fügt gar so einen leichten psychedelischen Touch zum UZ-Klangbild hinzu.
Dazu kommt noch ein wunderbar transparenter Klang. Die Aufnahme ist vor allem unter dem Kopfhörer in höchstem Maße "raumklangig", man kann fast jedes Instrument ausmachen und dem Halbkreis, in dem sich die Band auf der Bühne aufgestellt hat, zuordnen. Das Booklet mit schönen, leicht psychedelisch angehauchten Bildern rundet das gelungene Paket ab.
Lobhudelei? Mag sein, aber ich bin einfach hin und weg von diesem Album. Für mich das Beste UZ-Album, welches ich bisher kenne. Nur dafür, dass es eben kein komplettes Konzert ist, gibt es einen Punkt Abzug... Und jetzt können ja andere kommen und vielleicht nüchterner bleiben ;-)
| Anspieltipp(s): |
nichts verpassen, alles hören... für einen ersten Eindruck gibt es Ausschnitte auf der Band-Homepage |
| Vergleichbar mit: |
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| Veröffentlicht am: |
29.1.2006 |
| Letzte Änderung: |
30.1.2006 |
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Fast dreißig Jahre nach Erscheinen des Debüts der belgischen Kammerrocker gibt es nun deren erstes Livealbum, und ich bin fast versucht zu sagen, dass es zu den Höhepunkten des Prog-Jahres 2006 gehört. Aber Mitte Februar sollte man vielleicht noch etwas vorsichtig mit solchen Aussagen sein. Es ist jedenfalls ein gelungenes Dokument der Live-Qualitäten dieser außergewöhnlichen Band.
Die personelle Auffrischung tut der Musik durchaus gut, die Stücke haben oft deutlich mehr "Schmackes" als im Original. Insbesondere Tastenmann Peter van den Berghe, der einige Jazz-orientierte Klavier/E-Piano-Einlagen beisteuert ("Xenantaya", "Civic Circus"), und Geiger Martin Lauwers mit seinen wilden Einlagen u.a. auch in "Xenantaya", verdienen Erwähnung.
Kollege Thomas hat die einzelnen Stücke schon hinreichend ausführlich beschrieben, daher nur noch mal zur Bekräftigung: ein fantastisches Album! Trotzdem gebe ich mal "nur" 12 Punkte, den Klassiker-Status muss sich ein so taufrisches Album erst noch erarbeiten...
| Anspieltipp(s): |
Xenantaya |
| Vergleichbar mit: |
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| Veröffentlicht am: |
12.2.2006 |
| Letzte Änderung: |
12.2.2006 |
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Kollege Thomas hat sich weiter oben schon ausgiebig zur ersten Live-Scheibe (was nicht ganz korrekt ist, da schon auf der "Crawling Wind"-EP einige Live-Stücke zu finden waren) von Univers Zero geäussert. Ich will mich ihm auch im Grossen und Ganzen anschliessen. "Live" ist ausgesprochen druckvoll und transparent aufgenommen und produziert. Klangfetischisten kommen hier voll auf ihre Kosten. Die Band ist engagiert und mitreissend zu Gange, die "lebenden" Versionen der Studionummer sind wirklich vitaler und schwungvoller geraten und die neuen Musiker drücken den Stücken einen eigenen Stempel auf. Kurzum: Ein tolles Live-Dokument, welches einen beeindruckenden Überblick über das Schaffen der Gruppe in ihrer zweiten Inkarnation gibt!
So richtig begeistert bin ich aber trotzdem nicht von diesem Album. Wenn man - wie der Rezensent - diese CD als zehntes Werk der Belgier in seine Sammlung einreiht, machen sich beim Anhören doch gewisse Ermüdungserscheinungen breit. Univers Zero haben einen sehr charakteristischen Sound, der sich zwar innerhalb gewisser Grenzen über die Jahre verändert hat, doch letztendlich unterscheiden sich die einzelnen Alben nicht extrem voneinander. Kurzum, so ganz langsam wird es (mir) langweilig. Da es sich bei "Live" aber nicht um ein weiteres Studioalbum handelt, sondern um einen Mitschnitt der "Implosion"-Tour, will ich dies der Band diesmal nicht zum Vorwurf machen. Warten wir mal das nächste "richtige" Album ab, so es denn eines geben wird!
| Anspieltipp(s): |
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| Vergleichbar mit: |
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| Veröffentlicht am: |
24.2.2006 |
| Letzte Änderung: |
4.6.2008 |
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Normalerweise bin ich nicht der richtige Rezensent für eine "Ja-stimmt-genau"-Besprechung. In diesem besonderen Fall möchte ich eine Ausnahme machen und einige wenige Anmerkungen zu den freundlichen Vorworten meiner Vorschreiber zu dieser exzellenten Scheibe hinzufügen.
Glaubte ich noch bei ihrem letzten Studio-Output Implosion, dass das belgische Sextett keine Rockband im eigentlichen Sinne sei, so muss ich nun mein Urteil revidieren. Auf der hier vorliegenden Live-Scheibe rocken die Belgier mit unfassbarer Bühnenpräsenz (freilich bleibt es eine sehr eigene, seltsame Mischung aus Kammermusik, Avantgarde-Rock, Jazz und hypnotischer Polyrhythmik). Live agiert das Ensemble deutlich wärmer und satter im Klang als auf den stets etwas misantropen Studioproduktionen und kann, nicht zuletzt durch einige neue Arrangements, das Maximum aus den komplexen Kompositionen und Partituren herausholen. "Live" ist mit seinen mitreißenden 66 Minuten musikalischer Perfektion ein Meilenstein (Ups! Das böse Hype-Wort!) in der Diskographie der Band.
Univers Zero haben sich 30 Jahre Zeit gelassen, um ihr erstes Live-Album zu veröffentlichen und wenn ich an die neue Mode der zumeist mediokren und lieblos kompilierten Live-Alben im Progressive-Rock-Bereich denke, dann bin ich fast versucht zu sagen, dass sich das Warten gelohnt hat.
| Anspieltipp(s): |
Xenantaya, Civic Circus, Meandres |
| Vergleichbar mit: |
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| Veröffentlicht am: |
25.2.2006 |
| Letzte Änderung: |
25.2.2006 |
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