The Saga
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Informationen
Allgemeine Angaben
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| Label: |
MUSEA |
| Durchschnittswertung: |
6/15 (1 Rezension) |
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Besetzung
| Hein van den Broek |
lead & backing vocals, guitar, harmonica |
| Chris van Hoogdalem |
guitars, backing vocals |
| Hennie van Mourik |
bass, backing vocals |
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| Ardie Westdijk |
keyboards, synthesizers |
| Rob Boshuijzen |
drums, percussion |
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Gastmusiker
| Bert van Meeuwen |
saxophone on 7; 10 |
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| Choir "Intermezzo" |
appearing on 2; 10 |
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Tracklist
| Disc 1 |
| 1. |
Strangelight
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7:18
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| 2. |
Farewell
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2:55
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| 3. |
The trail
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6:08
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| 4. |
Why me
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4:51
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| 5. |
Shining
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7:01
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| 6. |
Setback
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7:10
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| 7. |
Not only love
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5:17
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| 8. |
The river
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7:13
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| 9. |
No choice
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4:10
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| 10. |
This battle
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8:56
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| Gesamtlaufzeit | 60:59 |
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Rezensionen

Allmählich wird es Zeit, endlich ein paar Antworten auf drängende Fragen unserer Lebensumstände zu finden, z.B. auf die Frage, wer eigentlich schuld ist an der globalen Erwärmung und an der nächsten Eiszeit (was ja meteorologisch gesehen fast dasselbe ist). Roland Emmerich (?The day after tomorrow?) ist sich zwar mit vielen Klimawissenschaftlern darüber einig, dass wir das alle selbst zu verantworten haben, aber ich weiß nicht: diese Theorie ist langweilig, banal, und vor allem deprimierend ? wir sind schließlich Helden, und Helden tun so was nicht.
Da tritt die holländische Band ?Ice? gerade passend auf den Plan, um dieses unschöne Bild von uns selbst zu korrigieren: in ihrem Konzeptwerk ?Ice ? The Saga? findet sie eine viel sympathischere Erklärung, und die geht so: die Eiszeit wird verursacht durch böse Aliens, die in der für uns mörderischen Kälte erst richtig aufleben; das ist so plausibel, dass es wahrscheinlich auch Erich von Däniken unterschreiben würde. Aber die Katastrophe ist nicht etwa unser Ende (wenn uns was umbringt, dann unser Pessimismus!), denn wir sind ja alle Helden, und unsere Vorfahren waren auch welche. Deshalb haben sie in der letzten Eiszeit bereits für Abhilfe gesorgt (sie haben nämlich, genau wie wir, aus der Geschichte gelernt): sie bauten einen geheimen Ort, an dem sich eine globale Hitzequelle befindet, die nur aktiviert werden muss, um das Problem heldenhaft zu lösen. Dummerweise sind alle Informationen über diesen Ort und seinen Wärme-Generator in zahlreichen Kriegen verschollen, aber es gibt hier und da versteckte Hinweise darauf ? wir müssen sie nur finden, und wozu sind wir Helden? Die Frage, wie dieser Generator überhaupt funktionieren soll, bleibt zwar offen, aber wir ja kennen genügend Science-Fiction-Filme, in denen so was auch immer irgendwie geht.
Und dass mir ja keiner glaubt, in dieser Story ginge es nur um Alien-Bashing: die Band sagt selbst im Vorwort zum Booklet: ?Ice is a classic story of good and bad, love and hate, faith and betrayal, and for all: friendship?. Gut zu wissen. Und dass die Aliens mal wieder die Bösen sind, war ja klar, denn irgendwer muss es ja sein! Von uns kommt keiner infrage, denn wir garantieren uns ja gegenseitig Minderheitenschutz per Mehrheitswahlrecht, also wird es Zeit, unsere Feindbilder (und unseren Wunsch nach solchen) in die Weiten des kalten, fremden Universums zu verlegen.
Das waren viele Worte zum Inhalt, aber das musste doch mal klargestellt werden. Wer das Album kauft, sollte schon wissen, mit welchem Inhalt es ihn konfrontiert: man könnte ja mal Besuch kriegen, und dann will man so was vielleicht nicht für jeden sichtbar im Plattenschrank stehen haben (ich meine: falls wir Proggies überhaupt noch einen guten Ruf zu verlieren haben ;-)).
Kommen wir also endlich zu den musikalischen Inhalten: Ice präsentieren AOR mit einigen (und zugegeben: reichlichen) Neoprog-Klangtupfern. Mal wieder zum Abfeiern ist vor diesem Hintergrund die mir vorliegende Pressemitteilung, in der die Namen Pink Floyd, Camel, Marillion, Pallas (?The sentinel?) und Genesis (?Post-Gabriel era?) fallen. Es ist leicht zu durchschauen, worauf sich die Namen beziehen (abgesehen davon, dass sich gute Namen immer gut machen): Pink Floyd wegen des einsam mahnenden Saxophons in kühler Keyboard-Landschaft zum Schluss (da bleibt?s am besten in Erinnerung) sowie Gilmour-Gitarren in "The Trail" und "Setback", Marillion wegen Neoprog an sich, Pallas wegen des Bombast-Fantasy-Inhaltskonzepts, Spät-Genesis wegen programmierter Percussion, wie sie z.B. Genesis auf Abacab und Phil Collins auf seinem ersten Soloalbum verwenden (?The trail? zu Beginn klingt auch fast wie Collins? ?In the air tonight?), tja und Camel? ? Weiß ich auch nicht, da muss wohl der Name an sich genügen. Dafür klingt ?Shining? hundertprozentig nach Mike & The Mechanics?;-).
Aber der Häme sei genug vergossen: ich muss nämlich einräumen, dass im besagten AOR/Neoprog-Rahmen die Musik von Ice gar nicht schlecht ist ? alle Arrangements klingen nach versierten Musikern, die Melodien sind spannend aufgebaut, die Rock-Einlagen sind kantig und fetzig-riffig. Einzig die Texte sind recht dürftig und lassen das Inhaltskonzept allenfalls erahnen. Ein Beispiel aus ?Farewell?: ?The first steps are the hardest and no one wants to go. But someone must protect the love and values we all know?. Aber wer angesichts dieses Konzepts was Besseres erwartet hätte, ist selbst schuld.
Jedenfalls: wer die ganze Richtung an sich mag (und wen die bisherigen Bemerkungen nicht abschrecken), dem wird das Album garantiert gefallen. Besser als Asia ist?s allemal.
Ich könnte mich nun der Vorfreude hingeben, dass die Band noch wachsen und bis zu ihrem nächsten Output die alberne Eiszeit-Story überwunden haben könnte. Aber mein Optimismus wird gedämpft: im letzten Titel heißt es nämlich, ?This battle CAN be won?, also IST noch nichts gewonnen. Und wenn schon das ganze Bandprojekt sich selbst ?Ice? nennt, dann wird?s mit dem Wintersport wohl noch heroischer weitergehen. Aber wen will man nur mit so viel Eis hinterm Ofen hervorlocken??
| Anspieltipp(s): |
?Why me? ? Wir hören ja sonst schon keinen Phil Collins. ?Strangelight? ist allerdings repräsentativer für den eigentlichen Bandsound. |
| Vergleichbar mit: |
Wie Ayreon ohne Metal, dafür mit mehr AOR |
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| Veröffentlicht am: |
18.3.2006 |
| Letzte Änderung: |
26.3.2006 |
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