Bluewolf Bloodwalk
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Informationen
Allgemeine Angaben
Besetzung
| Roger Ebner |
Sax, Wind Synth |
| Joe Kopecky |
Guitars |
| William Kopecky |
Bass |
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| Dan Maske |
Keyboards, Trumpet, Percussion |
| Craig Walkner |
Drums |
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Gastmusiker
Tracklist
| Disc 1 |
| 1. |
Provocation
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2:33
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| 2. |
Lunatic engine
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10:59
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| 3. |
Immaculate risen descendents
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5:56
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| 4. |
Nightwater
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3:10
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| 5. |
Necklace of forever
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8:39
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| 6. |
Bluewolf Bloodwalk
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9:54
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| 7. |
Masks
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6:20
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| Gesamtlaufzeit | 47:31 |
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Rezensionen

Was ist das da auf dem Cover? Was auf den ersten Blick wie das Vorderende eines ausgestopften Wolfs aussieht, entpuppt sich beim näheren Hinsehen als seltsames, zusammengebasteltes Kunstobjekt. Ein Gipsabdruck eines menschlichen Oberkiefers, der Unterkiefer eines kleinen Karnivoren (vielleicht eines Fuchses), weitere Knochenteile und ein völlig zerzaustes, besenartiges Etwas scheinen die Bestandteile des Objekts zu sein. Im Beiheft steht, dass jemand namens Chele Isaac für diese "Skulptur" verantwortlich ist. Zumindest macht das schon mal neugierig!
Es gibt etwas Neues aus dem Hause Kopecky! Das Cover von dem da die Rede ist, ist nämlich das von "Bluewolf Bloodwalk", des ersten Albums von Snarling Adjective Convention. Snarling Adjective Convention sind zwei der Kopecky-Brüder, Dreiviertel von Far Corner und ganz Yeti Rain: William Kopecky (Kopecky, Far Corner, Pär Lindh Project), Dan Maske (Far Corner), Craig Walkner (Far Corner, Yeti Rain), Roger Ebner (Yeti Rain) und Joe Kopecky (Kopecky). Eine schlagkräftige Truppe also, die es auch dementsprechend krachen lässt.
Die Band selbst schreibt über sich auf ihrer Internetpräsenz, dass sie "elements of avant-garde jazz, metal, dark ambient, psychedelic, prog rock, and funk" miteinander verbinden würden. Jo, das passt, obwohl ich nicht allzu viel Metal höre, obwohl das Ganze mitunter ganz schön heftig ist. Eine meist ziemlich deftige Mischung aus komplexem Jazzrock und zeitgenössischem, recht düsterem AvantProg mit gelegentlichen Ambientausflügen haben die fünf Amerikaner im Angebot, welche gelegentlich ein wenig an die Musik von Far Corner erinnert, aber weniger kammerprogressiv als jazzig-rockig und mitunter ziemlich freiformatig oder neopsychedelisch aus den Boxen strömt.
Mit "Provocation" und "Lunatic Engine" geht das Album ziemlich derb und grandios los. Verzerrte E-Gitarren (die ab und zu dann doch metallisch "schrubben"), sonore Tastensounds, hämmerndes Piano, der giftig grollende Bass, ein nervöses Schlagzeug und Ebners hektisches Gebläse (Sax und Flötenartiges vom Wind-Synthesizer) sorgen für sehr intensive, beängstigend wüste Klangskultpturen, in die sich nur ab und an etwas strukturiertere, aber nicht weniger derbe Abschnitte einschieben. Danach kommt mit "Immaculate Risen Descents" dann erst einmal Erholung für die malträtierten Lauscher. Immer noch frei und schräg, aber sehr viel ruhiger, fast ambientartig purzeln hier zuerst verschiedenste Klänge durcheinander, begleitet von einer Textrezitation Sophie Kopeckys, ehe sich das Ganze steigert und dann doch noch ganz schön wüst wird und die kurze Ruhepause für die Hörorgane beendet.
Gab es in den ersten drei Nummern ein recht ungezwungenes Klangdurcheinander zu hören, bieten die nächsten drei Nummern etwas gemäßigtere und auch klarer strukturiertere Musik. "Nightwater" ist ein kurzer kantiger Jazzrocker, während "Necklace of Forever" ebensolche Musik bietet, aber etwas gemächlicher dahin schreitet und von Ebners exotisch anmutenden, flötenden und trötenden Synthesizerklängen (die ein klein wenig künstlich klingen) bestimmt wird. Mit dem Titeltrack kommt dann das schwächste Stück der Scheibe, welches etwas den hervorragenden Eindruck der Sammlung trübt. Relativ "normaler" Jazzrock wird hier geboten, solistisch bestimmt von Sax und Dan Maskes Trompete (der Geist von Miles Davis schaut stirnrunzelnd um die Ecke). Walkner trommelt sich etwas monoton durch die Nummer, Joe Kopecky soliert bluesig und der Bass seines Bruders klingt hier fast wie der von Mick Karn. Schlecht ist diese Nummer nicht, doch passt sie nicht so recht zum Rest, insbesondere zur ersten Hälfte des Albums. Man kann die Nummer aber auch als willkommene Auflockerung ansehen.
Mit dem abschließenden "Masks" wird es dann wieder mysteriös und schräg. Ähnlich "Immaculate Risen Descents" hat die Nummer Ambientcharakter, purzeln die kantigen Klänge und Sophie Kopeckys (übrigens William Ks Ehefrau) Stimme recht frei und bizarr dahin, steigert sich das ganze zu einer einem wüsten Durcheinader, ehe der Wahn abklingt und das Album geheimnisvol-düster ausklingt.
"Bluewolf Bloodwalk" ist eine ziemlich gelungene Angelegenheit, die jedem, der die Musik von Far Corner und Artverwandtem (z.B. Present, Univers Zero, Happy Family, Nebelnest) schätzt, sehr zusagen sollte. "Lunatic Engine" gehört jedenfalls zum Erfrischendsten, was mir seit langem die Gehörgänge durchgepustet hat!
| Anspieltipp(s): |
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| Vergleichbar mit: |
Ein Punkt Abzug wegen des Titelstücks, ein Bonuspunkt für "Lunatic Engine" |
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| Veröffentlicht am: |
21.10.2008 |
| Letzte Änderung: |
18.1.2011 |
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Das Jahr 2008 war bisher seltsam. Es gab viele musikalische Outputs, die mich durchaus begeistern konnten, aber so ein richtiger Überflieger, gemeinhin als ?Album des Jahres? tituliert, war bisher nicht dabei... bisher! Jetzt aber kommt die Snarling Adjective Convention daher und knallt uns ?Bluewolf Bloodwalk? vor den Latz. Schon dieser Titel... Obwohl das Album wohl schon seit Mai erhältlich ist, hat es bis Oktober gedauert, bis ich davon Kenntnis genommen habe. Und kaum hatte ich das Album bestellt, schon erschien die Laudatio von Kollege Achim auf diesen Seiten.
Und ich kann mich ihm nur anschließen. ?Bluewolf Bloodwalk? ist ein mitreißendes, aber auch ebenso erschütterndes, ja teilweise beängstigendes Werk geworden. Wer Far Corner kennt, die hier ja zu dreivierteln drinstecken, der weiß in etwa, was ihn erwartet. Nur dass die Snarling Adjective Convention noch ein Stück weit roher, rauher, erdiger, rockiger, böser, düsterer zu Gange ist. Da wo Far Corner so etwas wie intellektuelle Kühle ausstrahlen (und vor allem eine gewisse Nähe zu Moderner Klassik pflegen), da sind Snarling Adjective Convention deutlich direkter, brutaler, ?echter?.
?Provocation? ist gleich ein solche und schlägt dem Hörer kratzige, schräge Klangskulpturen um die Ohren, so dass das folgende ?Lunatic Engine? die Festung dann im Sturm nehmen kann. Eine Art Avant-Jazz-Metal-Rocker umtost den Hörer mit dröhnendem Bass, kraftvollem Schlagzeug, kratziger Gitarre und röhrendem Sax. Eigentlich schon der Höhepunkt des Albums.
Danach kommt eher Freiformatiges mit kratzigem Sax, stampfenden Rhythmen, fast lyrischem Synthiegewaber und den von Achim bereits beschriebenen Rezitationen von Sophie Kopecky (später hat sie im letzten Track noch einen Auftritt). Gerade die gehauchten Verse wirken besonders bizarr. Danach nimmt das Album etwas Kurs weg von avantgardistischen Experimenten hin zu eher jazzrockigen Gefilden. Zunächst treibend-rockig in ?Nightwater?, dann noch ziemlich schräg, krumm und leicht kaputt in ?Necklace Of Forever?, fast schon klassisch und unverschämt groovend im Titeltrack. Achim hat schon recht, wenn er meint, dass dieser Track zunächst wie ein Fremdkörper wirkt, aber ich denke, man kann die Musiker förmlich grinsen sehen, wie sie voller Spielfreude im Studio diesen obercoolen Track aus dem Ärmel jammen. Ein weiterer Höhepunkt, trotz allem. Gelegentlich würde ich mir in all diesem Klang-Kuddelmuddel noch einen Streicher wünschen. So ein kratziges Cello würde der Sache noch zusätzlich Würze geben. Na, vielleicht laden die Jungs beim nächsten Mal auch noch Far Corner-Lady Angela Schmidt ein.
Das Debüt von Snarling Adjective Convention ist ein tolles Album voller Klangabenteuer, welches den Hörer ordentlich in den Hintern tritt und unbändig Spaß macht. Tolle Musiker in begeisterndem Zusammenspiel. Alle, die auf der Suche nach neuem, schrägen Futter sind, sollten sich unbedingt in diese Gefilde begeben. Insbesondere, wenn einem Far Corner vielleicht einen Tick zu verkopft daherkamen.
| Anspieltipp(s): |
einfach vorne loslegen |
| Vergleichbar mit: |
Far Corner, aber härter, erdiger, irgendwie wüster |
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| Veröffentlicht am: |
3.11.2008 |
| Letzte Änderung: |
3.11.2008 |
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Achim und Thomas haben es schon anklingen lassen, aber man kann es noch deutlicher formulieren: Das Zeug macht einen Riesenspaß. Anders als die finster dreinblickenden Gestalten auf den Seiten des Booklets vermuten lassen (kann man dieses dumme Klischee nicht einmal in solchen Kreisen sein lassen? Was hat schon miese Laune mit Musikmachen zu tun?!?) macht dieses Zeug großen Spaß, und wie man vor allem auf den ersten 2, 3 Songs hören kann, vor allem den Musikern. Sobald sie sich um das Wohl der Hörer scheren ("Bluewolf Bloodwark") wird das Album konventionell - wenn auch nicht angestrengt, Rücksicht ist aber das letzte, was ich von den Mannen um die Kopecky-Family haben will. Sobald es laut, aggressiv und avantgardig wird, ist das großartiger Stoff. Die Ambientsachen sind mir aber zu montiert, da kommt einfach zu wenig Stimmung auf. Trotzdem: Wer im Prog die Rotzigkeit sucht und vor Dissonanzen nicht zurückschreckt, sei herzlich zum Kauf geladen!
| Anspieltipp(s): |
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| Vergleichbar mit: |
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| Veröffentlicht am: |
31.5.2009 |
| Letzte Änderung: |
31.5.2009 |
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