Journey into a dream
|
|
Informationen
Allgemeine Angaben
|
|
| Label: |
Eigenverlag |
| Durchschnittswertung: |
9/15 (1 Rezension) |
|
Besetzung
| Frédy Guye |
Keyboards, Guitar, Voice, Treatments |
|
|
Tracklist
| Disc 1 |
| 1. |
Journey into a dream
|
20:32
|
| 2. |
2335
|
23:35
|
| 3. |
Happiness (Single 1976)
|
4:02
|
| 4. |
Church (Single 1976)
|
4:32
|
| Gesamtlaufzeit | 52:41 |
|
|
Rezensionen

F.G. ist Frédy Guye, ein Schweizer, der bis Mitte der 70er Jahre in Chézard im Kanton Neuchatel lebte (und wohl auch heutzutage noch oder wieder in der Gegend lebt). Nachdem er in den 60er Jahren recht erfolglos in diversen lokalen Bands gespielt hatte, beschloss er offenbar Anfang der 70er alles selbst zu machen. Mit E-Gitarre, Philicorda-Heimorgel, Minimoog und diversen Effektgeräten ausgerüstet begann er sich unter dem Projektnamen F.G. Experiemntal Laboratory zu betätigen, ab 1974 sogar auf diversen Konzerten.
Zur selben Zeit nahm er auch in seinem Heimstudio sein erstes Album auf, welches er 1975 mit dem Titel "Journey into a dream" in kleiner Auflage (500 Stück) selbst produzierte. Auch das Coverbild malte Guye selbst. Ein Jahr später legte Guye noch eine Single nach. Die beiden ausgesprochen obskuren Scheiben sind heutzutage im Vinyloriginal natürlich so gut wie unauffindbar. 2005 hat nun Thors Hammer, das Schwesterlabel von Garden of Delights, "Journey into a dream" auf CD wieder veröffentlicht, ergänzt um die beiden Singlenummern als Bonus.
Sakrale Orgelmuster, spätpsychedelische E-Gitarrenexkurse und krautige Elektronik vermengt Guye hier zu einem klangvollen Ganzen, welches sich irgendwo in der Nähe der Musik des frühen Klaus Schulze, den Tangerine Dream der Ohr-Phase und den freiformatigeren Psychedelikexkursen von Pink Floyd bewegt. Effektverfremdete, sehr floydige Gitarrenlinien treffen auf getragenes bis flotteres Georgel, ab und an ergänzt um schwebende Gesänge und rauschende, zischende und wabernde Elektroniksounds. Sehr nach "Ummagumma" klingt diese Musik und wenn mir jemand dieses Album vorgespielt und behauptet hätte, dass es sich hierbei um irgendwelche Demospielereien von David Gilmour und Rick Wright aus den frühen 70ern handeln würde, hätte ich ihm vermutlich geglaubt. Episch und erhaben, kosmisch und sphärisch gleiten hier die Klänge aus den Boxen, immer versehen mit einem gewissen krautig-dilletantischen do-it-yourself-Charme, wie sie solche Einmannproduktionen aus den 70er Jahren mitunter verströmen (siehe z.B. das Debüt von Deuter).
Die Bonusnummern der Single von 1976 bieten dagegen ein seltsam einfältiges Georgel, kopieren nicht sonderlich überzeugend kirchliche Orgelhymnen und wirken ziemlich plump und uninspiriert. Als Bonus kann das aber noch durchgehen.
"Journey into a dream" ist ein ganz interessantes Album mit einem sakral-krautig-kosmischen Elektronikprog, der recht typisch den Geist der frühen bis mittleren 70er Jahre verströmt. Mit einfachsten Mitteln eingespielt darf man hier natürlich keine klangtechnischen Wunder erwarten, doch atmet das Ganze eine seltsam eindringliche Atmosphäre aus und überzeugt durch seine abgehoben-durchgeknallte Unkommerzialität. Wer "Ummagumma" schätzt, die frühen Experimente von Schulze und den Tangs, der sollte hier mit Sicherheit einmal reinhören!
| Anspieltipp(s): |
|
| Vergleichbar mit: |
|
|
| Veröffentlicht am: |
5.5.2010 |
| Letzte Änderung: |
5.5.2010 |
|
|
|
Zum Seitenanfang
|