Excavation of The Mind
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Informationen
Allgemeine Angaben
Besetzung
| Tom Luchies |
vocals, guitar |
| Wabe Wieringa |
guitar |
| Rik van Honk |
keyboards, backing vocals |
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| Guus van Mierlo |
bass |
| Christiaan Bruin |
drums, backing vocals |
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Tracklist
| Disc 1 |
| 1. |
Deep Chasm part 1: Charter
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3:39
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| 2. |
Deep Chasm part 2: Chime
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8:04
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| 3. |
Deep Chasm part 3: Changeling
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0:43
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| 4. |
Deep Chasm part 4: Chasm
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6:45
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| 5. |
The Grey Legend
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12:11
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| 6. |
Russian Wisdom
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5:05
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| 7. |
Excavation of The Mind
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11:46
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| 8. |
Gyrocopter
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2:58
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| Gesamtlaufzeit | 51:11 |
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Rezensionen

Sky Architect sind holländische Newcomer... was man ihnen allerdings angesichts ihres hochwertigen Debütalbums ?Excavation of The Mind? gar nicht abnehmen möchte. Die Musiker haben sich größtenteils während ihres Studiums an der ?Pop Academy? in Rotterdam kennengelernt. Interessant, was man dort anscheinend für Musik lernt...
?Excavation of The Mind? ist ein Konzeptalbum, welches - soweit ich das verstanden habe - eine ähnliche Geschichte wie Ayreons ?The Human Equation? erzählt. Da ist einer in seinem eigenen Geist gefangen und findet keinen Ausweg. Musikalisch gibt es allerdings wenig Parallelen.
Die Niederländer sind gleichermaßen im Neoprog wie im Retroprog zu Hause. Da gibt es (seltene) synthetische Dudidu-Keyboards neben analogen Tastenklängen, hymnische Gitarren, die auch schon mal metallisch bratzeln dürfen und eine abwechslungsreiche Rhythmusarbeit von Bass und Schlagzeug. Einfachere, melodischere Strukturen wechseln sich mit vertrackten, schon an der Mathrock-Grenze scharrenden, Einlagen ab, die dann auch schon mal ins jazz-rockige Fach wechseln können. Das ist eine interessante Mischung, welche die Grenzen des symphonischen Progressive Rock weit ausdehnt. Habe ich in dieser Form bisher selten gehört, was ich der Band hoch anrechne.
Nach der nahezu klassisch-proggigen Suite zu Beginn folgt mit ?The Grey Legend? ein vertrackter Sympho-Rocker, in dem die Niederländer alle ihre Stärken von hart bis zart ausspielen. ?Russian Wisdom? überrascht mit einer Polkaeinlage und zum Abschluss gibt es mit ?Gyrocopter? einen veritablen Jazzrocker. Abwechslung ist geboten, aber trotzdem klingt das Album nicht zerrissen oder richtungslos.
Sänger Luchies verfolgt dazu häufig ungewöhnliche, ?gegen den Strich gebürstete? Gesangslinien, die manchmal etwas neben der Spur zu laufen scheinen. Er erinnert in Intonation und Tonlage etwas an Beardfishs Rikard Sjöblom. Kein sehr ausdrucksstarker Gesang, aber er gibt dem musikalischen Geschehen einen zusätzlichen, wohlig schrägen Anstrich.
Sky Architect bieten auf ihrem Debüt überspitzt ausgedrückt ?Sympho-Prog für Fortgeschrittene?. Da wird sich nicht nur an der Genesis-Marillion-Linie orientiert, sondern eben auch Einflüsse von King Crimson, Gentle Giant, dem Mahavishnu Orchestra und vielleicht gar Porcupine Tree und Pain of Salvation verarbeitet. Heraus kommt ein ziemlich eigenständiger Mix. Chapeau!
| Anspieltipp(s): |
The Grey Legend, Gyrocopter |
| Vergleichbar mit: |
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| Veröffentlicht am: |
30.6.2010 |
| Letzte Änderung: |
30.6.2010 |
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Neulich drückt mir ein lieber Kollege mit verschwörerischem Blick diese CD in die Hand: er wüsste gern, wie ich sie finde? Erst einmal vielen Dank dafür! Der Tipp hat sich gelohnt: Ein herausragendes Debüt allemal, da kann ich Thomas nur beipflichten.
Wenn mich etwas stört, dann ist es allenfalls etwas, was mir auch an vielen anderen Alben auffällt: Die Longtracks wirken reichlich sperrig. Wieder mal ist einfach Idee um Idee hintereinandergenagelt worden, die einzelnen Passagen vor allem des einleitenden Longtracks haben bis auf ihre Tonalität nichts miteinander zu tun. Warum sie in genau dieser Reihenfolge aneinandergefügt wurden, erschließt sich dem Hören nur ganz selten ? und dabei war es gerade ihre Folgerichtigkeit, die die (wenigen) gelungenen Longtracks des Genres immer ausmachte. "Deep Chasm" zum Beispiel würde schon profitieren, wenn die einleitenden Ideenschnipsel wie bei einer Ouvertüre im Hauptteil des Stückes aufgegriffen und ausgearbeitet würden. Weil das aber nicht geschieht, bleiben sie ebenso zusammenhanglos wie das meiste (an sich hochwertige) Material, aus dem der Song zusammenkonstruiert wurde. Dazu kommt gleich noch ein zweites Problem: warum hört "Deep Chasm" hier auf? Und nicht an irgendeiner anderen Stelle? Auch wie man einen 20minüter zu Ende bringt, ist anderswo beispielhaft nachzuhören.
Besonders deutlich zum Ausdruck kommt das im Gegensatz zwischen gesungenen und instrumentalen Passagen: Geben sich Sky Architect in instrumentalen Passagen nämlich gern komplex und vertrackt, mit schiefen, verstolperten Rhythmen, heftigem Gefrickel und nur selten eingestreuten elegischen, dabei immer schrägen Melodien, werden Musik und Arrangement, wenn der Gesang einsetzt, oft vergleichsweise schlicht (wenn auch nicht immer auch geradtaktig). Gepaart mit den allzu häufig in Vierer- oder Achtergruppen daherkommenden Einzelmotiven verleiht diese Konstruktionsweise gerade Songs mittlerer Länge (z. B."The grey Legend") übers Ganze gesehen eine etwas ermüdende Schrittfrequenz. Auf strukturellem Gebiet gibt es also noch Entwicklungspotenzial für die junge Band.
Das alles sind, wohlgemerkt, keine Probleme, die auf dem Mist von Sky Architect gewachsen sind: es gibt dutzende, ja vermutlich hunderte von Bands, die die gleichen Geister plagen. Allerdings sind die allermeisten davon weit schlechter als Sky Architect: Ihnen fehlt der Charme und ihnen geht die Qualität der einzelnen Motive ab, die die Niederländer hier hintereinanderschlichten. Mich selbst zermürbt dieses Phänomen über die Jahre zwar ein wenig, aber ich weiß von vielen Leuten, die sich daran überhaupt nicht stören. Also was soll's!
Kommen wir also zu den positiven Seiten: Die einzelnen Ideen, die die Band aneinander reiht, können sich, wie gesagt, für sich genommen durchaus sehen lassen. In oft ungeradzahligen Taktarten werden schön klassische Progriffs gespielt, die sich dem an Sachen wie "Tarkus" geschulten Hörer wohlig in die Gehörgänge schlängeln. Die kürzeren Songs sind demnach weitaus stringenter, hier verliert sich die Band nicht in einem Gestrüpp an Ideen, Sky Architect sind ganz bei sich, spielen konzentriert, arbeiten Ideen, die durchaus für sich selbst stehen können, aus und zeigen so, was sie über das Aneinandermontieren hinaus können. Herausragendes Beispiel ist das auch von Thomas schon lobend hervorgehobene "Gyrocopter". In dieser Art würde ich gerne mehr von den Niederländern hören.
Was den Sound angeht, manchem mag die Retro-Attitüde im Sound von Sky Architect ja gehörig auf die Nerven gehen: Orgel, Mellotronstreicher, Klavierarpeggios, ich persönlich bin grundsätzlich auch kein großer Freund dieses für typisch Prog gehaltenen Sounds, wirkt er doch immer ein wenig anbiedernd. Sky Architect lösen das Problem aber sehr souverän, indem sie den nostalgisch-angestaubten Klang mit modernem Schlagzeugsound und harten Gitarren ausbalacieren. Damit verbannen sie Drachen, schwebende Felsen und Hofnarren dauerhaft aus ihrer Musik ? das ist schon alles sehr geschmackvoll.
Dieses Maß an Souveränität und Geschmack ist es denn auch, was dieses Album bei allen angesprochenen Schwächen auszeichnet und es als Debütalbum so eindrucksvoll macht. Meine Empfehlung an Hörer von Syzygy, Spock's Beard und Verwandten!
| Anspieltipp(s): |
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| Vergleichbar mit: |
Syzygy |
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| Veröffentlicht am: |
17.9.2010 |
| Letzte Änderung: |
22.9.2010 |
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