Idioten
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Informationen
Allgemeine Angaben
Besetzung
| Kenny Hakansson |
Guitar |
| Thomas Netzler |
Bass |
| Göran Lagerberg |
Bass, Guitar |
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| Hassan Bah |
Percussion |
| Mats Glengard |
Violin, Electric Violin, Mandolin |
| Pelle Ekman |
Drums |
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Tracklist
| Disc 1 |
| 1. |
Barfota
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7:36
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| 2. |
Fäbodpsalm
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4:01
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| 3. |
From-Olle
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2:43
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| 4. |
Idioten
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4:08
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| 5. |
Sengal Beat
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4:13
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| 6. |
Tax Free
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5:35
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| 7. |
Hans & Greta
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3:43
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| 8. |
Senpolska
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5:16
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| 9. |
Stockholmspolka
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2:32
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| 10. |
Sangnuten
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7:20
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| Gesamtlaufzeit | 47:07 |
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Rezensionen

Idioten? Ich vermute einmal, dass das Wort auf Schwedisch mehr oder weniger dieselbe Bedeutung hat wie im Deutschen. Vielleicht sehen sich die Musiker von Kebnekajse als solche (obwohl das Wort in dieser Schreibweise im Schwedischen offenbar keine Pluralform ist), da sie nun im Pensionärsalter noch einmal die Band reaktiviert haben, statt ein geruhsames Rentnerdasein zu genießen. Vermutlich leitet sich der Titel des zweiten Kebnekajsewerkes im neuen Jahrtausend aber einfach vom vierten Stück des Albums ab, welches offenbar ein Arrangement eines schwedischen Tanzes aus der Provinz Hälsingland namens "Idiotpolska av O'torgs-Kaisa Abrahamsson" ist. Ob O'torgs-Kaisa Abrahammsson der Komponist ist?
Wie auch immer, die sechs gestandenen Musiker rocken sich hier jedenfalls so schwungvoll durch die 10 folkigen Prognummern, dass anzunehmen ist, dass ihnen das Ganze sehr viel mehr Spaß gemacht hat, als im Schaukelstuhl vor dem Kamin ihres Holzhauses zu hocken. Schweden wohnen doch alle in Holzhäusern, oder? Zumindest Schweden, die Folkrock machen!
Wie schon auf dem vor zwei Jahren erschienen Reunionalbum (siehe "Kebnekajse" - die Besetzung ist dieselbe), gibt es auf "Idioten" eine bunte Mischung an schwedischen Folksongs oder -tänzen, die von der Band in ein progressivrockiges Gewand gekleidet wurden, und eigenen Kompositionen (die meist von Kenny Hakansson stammen) zu hören. E-Gitarre und Violine bestimmen das Klangbild, eingebettet in ein dichtes, von Perkussion, weiteren Gitarrenklängen und Bass erzeugtes Gefüge. Die Musik rockt abwechslungsreich und klangvoll voran, leicht angejazzt, mitunter etwas angedüstert und melancholisch, ansonsten meist gutgelaunt und fröhlich. Das treibende "Barfota", der freiere Perkussionjazzrock von "Senegal Beat" und das getragene, von jaulend-knarzenden Geigentönen beherrschte "Senpolska" sind die Höhepunkte der Scheibe, doch steht der Rest (darunter eine kantige Version des Hansson-Carlsson-Klassikers "Tax Free" - siehe "Hansson & Karlsson") denselben kaum nach.
"Idioten" ist ein sehr sympathisches "Pensionärsalbum", das ziemlich frisch und rund, dabei gar nicht mal so retro, wie man nach dem Alter der Beteiligten annehmen könnte, aus den Boxen kommt und allen, die Folkiges in einem proggigen Gewand schätzen, sehr zu empfehlen ist. Wer die Alben der Band aus den 70ern mag, der macht hier auch keinen Fehlkauf. Ich hoffe jedenfalls, dass die Band weiter aktiv bleibt und in naher Zukunft ein weiteres Album nach legt!
| Anspieltipp(s): |
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| Vergleichbar mit: |
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| Veröffentlicht am: |
11.4.2011 |
| Letzte Änderung: |
11.4.2011 |
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Man kann folkigen Prog auf viele Weisen darbieten: Als luftige Schwärmereien à la Camel, mit wuchtigem Landwirtschafts-Rock wie bei Jethro Tull (in ihrer Spät-70er-Ära, versteht sich) oder als moderne "Pastorale" samt vertontem Gewitter wie Mike Oldfield auf "Hergest Ridge". Die altgedienten Kebnekajse wählten vor knapp zwei Jahren mit "Idioten" einen etwas anderen Weg: Nunmehr werden hier folkige Melodien und Instrumente im Kontext von psychedelisch-jazzigen Jams eingebaut. Und das gelingt auch auf eine ziemlich überzeugende Weise.
Das eröffnende "Barfota" ist dafür sogar eher eines der weniger spektakulären Beispiele, wenn auch unter dem ruhigen Klang eine eher bedrohliche Stimmung hervorblickt. Denn umso besser wird es, wenn es mal zur Sache geht, wie etwa im flinken "From-Olle", im rockigen "Idioten", im ziemlich fusion-lastigen "Tax Free" oder dem sehr nach Country klingenden "Stockholmspolka". Reichlich cool geraten ist hier die Lockerheit, mit der Kebnekajse ihr Material herunterspielen. Dass hier im abschließenden "Sangenuten" sogar noch Ennio-Morricone-verdächtige Gitarrensounds ins Spiel kommen, setzt dem Ganzen dann noch das Sahnehäubchen auf.
Vor allem verstehen es Kebnekajse, das zugrunde liegende Material effektvoll umzusetzen: So wird beispielsweise in "From-Olle" die traditionelle (?) Melodie nicht einfach totgedudelt, sondern zwischenzeitlich auch mal verlangsamt gespielt, wenn auch trotzdem nach weniger als drei Minuten Schluss ist. In "Idioten" wiederum rahmen derartige Melodien als Eckpfeiler geschmackvolle Jam-Passagen ein. Ähnliches gilt für das ruhige, aber spannende "Fäbodpsalm" und das hübsche "Hans & Greta". Lediglich das minimalistisch-karge "Senpolska" wirkt etwas zu zermürbend.
Insgesamt führt damit die Art und Weise, wie Kebnekajse eben Folk und Prog zusammenbringen, zu einem vergnüglichen, spannenden und spontanen Album, dessen einziger größerer Mangel der stets etwas dumpfe, basslastige Sound ist. Abseits davon ist es zudem interessant, wie sich Kebnekajse den großen Manierismen ihres Genres völlig verweigern, denn auf diese Weise klingt "Idioten" bemerkenswert zeitlos. Und das ist eine Eigenschaft, die dieses Album sowohl mit guter Folklore wie auch mit den eingangs erwähnten Bands teilt.
| Anspieltipp(s): |
Idioten, Sangenuten, Tax Free |
| Vergleichbar mit: |
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| Veröffentlicht am: |
25.4.2013 |
| Letzte Änderung: |
26.4.2013 |
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