The Mystic and the Muse
|
|
Informationen
Allgemeine Angaben
Besetzung
| Annie Haslam |
lead vocals |
| Michael Dunford |
acoustic guitars, vocals |
| Rave Tesar |
keyboards, vocals |
|
| David J. Keyes |
bass guitar, vocals |
| Tom Brislin |
keyboards, vocals |
| Frank Pagano |
drums, percussion, vocals |
|
Tracklist
| Disc 1 |
| 1. |
The Mystic and the Muse
|
7:51
|
| 2. |
Immortal Beloved
|
5:48
|
| 3. |
Tonight
|
4:23
|
| Gesamtlaufzeit | 18:02 |
|
|
Rezensionen

Renaissance sind wieder da! Und keiner hat's gemerkt... Dabei gehörte die Band doch zu den wichtigen Vertretern unseres Genres in der klassischen Ära der siebziger Jahre!
Tja, die Band existiert wieder, mit Annie Haslam und Michael Dunford sind die wichtigsten Protagonisten an Bord, mit Tom Brislin sogar ein ehemaliger Yes-Keyboarder, die Band tourt - und es gibt sogar eine neue Veröffentlichung: die EP "The Mystic and the Muse". Mittlerweile nur noch über die Bandwebsite (www.renaissancetouring.com) als Download verfügbar, markiert sie zudem die Rückkehr zur alten Stärke der Band.
Kaum zu glauben?
Gleich das erste Stück setzt ein Ausrufezeichen: der klassische Sound ist wieder da, aus dem Keyboard zwar, aber das hat ja auch auf "Azure d'or" ganz gut geklappt. Der Einstieg mit Klavier und romantischen Orchesterklängen lässt dem Fan die alten und lange vermissten Schauer über den Rücken laufen: "The Mystic and the Muse" ist Renaissance von Feinsten, ein wenig operettenhafter sogar, als man es gewohnt ist, also genau das, was die Fans dreißig lange Jahre vermissen mussten.
Mit "Immortal Beloved" fährt man den Prunk etwas zurück, hier kommt die folkige Seite der Band zur Geltung. Eine klassische Renaissance-Melodie, begleitet von akustischen Instrumenten. Annie Haslam steht hier im Vordergrund und wird in typischer Renaissance-Manier von den männlichen Kollegen als Background-Chor begleitet. Tom Brislin trägt ein schönes romantisches Klaviersolo bei - wer jetzt an "At the Harbour" denkt, liegt ziemlich richtig.
"Tonight" dagegen erinnert zunächst stark an "The Young Prince And Princess As Told By Scheherazade" aus der Scheherazade-Suite, am Anfang wird sogar daraus zitiert. Es beginnt als leise Ballade, nur Brislins Piano begleitet Annie Haslam, nach und nach setzt die Band dann orchestrale Tupfer ein, die dem Song mehr Tiefe und Kraft verleihen. Gegen Ende steigert sich das Stück dann zu einem emotionalen Finale.
Renaissance sind zurück und das mit einer verblüffend starken Veröffentlichung. Ich muss zugeben, dass ich der Band nach einigen mediokren Releases in den letzten Jahren derartiges nicht mehr zugetraut hätte. Einziger Wermutstropfen ist leider ausgerechnet die Stimme Annie Haslams, die in den ganz hohen Registern doch recht schrill klingt. Das ist dann aber auch schon alles. Wenn Renaissance es hinkriegen, auf diesem Niveau ein Album vorzulegen (sie arbeiten dran), kann man anderen Prog-Urgesteinen nur zurufen: Seht her, so macht man das!
| Anspieltipp(s): |
|
| Vergleichbar mit: |
(ich wage kaum, es zu schreiben) den klassischen Renaissance-Veröffentlichungen. |
|
| Veröffentlicht am: |
17.10.2011 |
| Letzte Änderung: |
18.10.2011 |
|
|
|
Zum Seitenanfang

Wer hätte das gedacht? Ich meine nicht, dass Renaissance noch einmal für ein Album (bzw. zunächst nur für eine EP) zusammenkommen würden, das macht ja früher oder später jede Band der 70er. Aber dass sie noch einmal ein gutes Album (bzw. zunächst nur eine gute EP) machen würden! Das hätte ich nicht zu träumen gewagt, nicht nach den vielen halbgaren, eher poppigen als proggigen Hervorbringungen, die unter dem Namen Renaissance in den 90ern und 00ern erschienen.
Gleich der einleitende Titelsong scheint den Hörer in die besten Zeiten der Band zurück zu katapultieren. Alles, was die Musik von Renaissance ausgemacht hat, ist wieder da, das klassisch inspirierte Klavierspiel, der symphonische Songaufbau, der geschmackvolle Orchestereinsatz... na ja, das Orchester kommt jetzt irgendwie aus dem Keyboard. Macht nichts, klingt trotzdem so gut wie damals. Schließlich die Engelsstimme von Annie Haslam! Gut, die hohen Töne kriegt sie nicht mehr so glasklar hin, aber wenn sie sich mal nicht in schwindelerregende Höhen aufschwingt, klingt ihre Stimme immer noch wie früher.
Die beiden anderen, etwas kürzeren Songs schrauben den symphonischen Faktor etwas zurück, sind dennoch nicht weniger gelungen. Vor allem das zarte, folkige Tonight, das, wie in der vorigen Rezension zu lesen ist, ein bisschen Scheherazade zitiert (hätt ich's vorher gelesen, hätt ich beim Hören nicht so grübeln müssen). Schön, wie die lyrische Stimmung immer wieder von kurzen Bombast-Andeutungen durchbrochen wird. Leider versucht sich Annie Haslam gerade bei diesem Stück besonders oft in besonders luftigen Höhen, was auf Grund der genannten Stimmprobleme gelegentlich etwas die Gehörgänge strapaziert, aber der Schönheit der Musik tut dies keinen Abbruch.
Sollte das geplante Vollzeit-Album das Niveau dieser EP halten, wäre es sich heißer Anwärter auf den Titel "bestes Comeback einer klassischen Progband". Leider ist die EP schon relativ kurz nach Erscheinen nur noch als Download erhältlich.
| Anspieltipp(s): |
|
| Vergleichbar mit: |
|
|
| Veröffentlicht am: |
21.10.2011 |
| Letzte Änderung: |
4.2.2012 |
|
|
|
Zum Seitenanfang
Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Renaissance
Zum Seitenanfang
|