Bundles
|
|
Informationen
Allgemeine Angaben
|
|
| Label: |
Harvest - EMI |
| Durchschnittswertung: |
11/15 (2 Rezensionen) |
|
Besetzung
| Karl Jenkins |
Oboe, Piano, Electric Piano, Soprano Saxophone |
| Allan Holdsworth |
Electric, Acoustic and 12-String Guitars |
| Mike Ratledge |
Organ, Electric Piano, Synthesizer |
|
| Roy Babbington |
Bass |
| John Marshall |
Drums, Percussion |
|
Gastmusiker
| Ray Warleigh |
Bassflute (Track 8) |
|
|
Tracklist
| Disc 1 |
| 1. |
Hazard Profile
1. Part 1 9:18 2. Part 2 (Toccatina) 2:21 3. Part 3 1:05 4. Part 4 0:46 5. Part 5 5:29
|
|
| 2. |
Gone Sailing
|
0:59
|
| 3. |
Bundles
|
3:14
|
| 4. |
Land Of The Bag Snake
|
3:35
|
| 5. |
The Man Who Waved At Trains
|
1:50
|
| 6. |
Peff
|
1:57
|
| 7. |
Four Gongs Two Drums
|
4:09
|
| 8. |
The Floating World
|
7:12
|
| Gesamtlaufzeit | 41:55 |
|
|
Rezensionen

Bundles gilt bei so manchem Soft Machine-Fan als die Scheibe der Band, bei der sie ihren eigenen Charakter verloren hat. Jazzrock/Fusion-Freunde allerdings erwähnen Bundels oft als die erste Scheibe seit Third, auf der Soft Machine mal etwas Neues, andere und frische Musik machen. Ich stimme da eigentlich dem Letzteren zu. Für den Wandel waren vor allem 2 Dinge verantwortlich. Erstens übernimmt Karl Jenkins hier den Hauptteil der Kompositionsarbeit und drängt das einzige übriggebliebene Gründungsmitglied der Band, Mike Ratledge - für Hugh Hopper war schon auf "Seven" Roy Babbington von Nucleus gekommen -, ziemlich an den Rand. Zweitens trat mit Allan Holdsworth erstmals seit "Volume 1" wieder ein Gitarrist der Band bei, was einen im Vergleich zu den Vorgängerscheiben deutlich (jazz)rockigeren Sound ergab. Was dabei herauskommt ist eigentlich recht erfrischend und meines Erachtens mit eine der besten Soft Machine-Scheiben!
Karl Jenkins' "Hazard Profile" ist eine herrliche Fusion-Suite und gehört zusammen mit dem ambientartigen "Floating World" zum Besten, was die 7ziger in diesem Bereich hervorgebracht haben. Auch der Titeltrack und Holdsworths "Land Of The Bag Snake" sind tolle Jazzrocknummern, auf denen - wie eigentlich auf dem ganzen Album - vor allem Holdsworth grandioses und intelligentes Spiel herausragt. Letzteres ist auch auf der kurzen Akustik-Solo-Nummer "Gone Sailing" zu bewundern. Der Rest der Scheibe ist nicht mehr so aufregend. Die beiden kurzen Ratledge-Nummern "The Man Who Waved At Trains" und "Peff" sind nette Füller aber absolut nichts Neues und klingen eher wie Resteverwertung von "Six". Auch John Marshalls' "Four Gongs Two Drums" mit langem Solo überzeugt nicht unbedingt.
Trotzdem ist Bundles alles in allem eine schöne Jazzrock-Scheibe, auf der vor allem Alan Holdsworth zeigt, daß er zu den besten Jazzrock/Rock-Gitarristen zählt. Der typische Soft Machine-Sound von "Third" bis "Seven" wird dadurch natürlich in den Hintergrund gedrängt, aber gerade dies hat sich offenbar recht belebend auf die Musik der Gruppe ausgewirkt! Empfohlen!
| Anspieltipp(s): |
Land Of The Bag Snake, The Floating World |
| Vergleichbar mit: |
|
|
| Veröffentlicht am: |
14.6.2002 |
| Letzte Änderung: |
23.9.2005 |
|
|
|
Zum Seitenanfang

Bundles rockt! Nach Aussage von John Marshall, die im Booklet in den sehr informativen Sleeve-Notes von Sid Smith nachzulesen ist, wollte die Band nach dem für Live-Auftritte zu ruhig geratenen Vorgänger Seven wieder mehr Gas geben.
Dass zu diesem Zwecke der virtuose E-Gitarrist Allan Holdsworth gewonnen werden konnte, kann als Glücksfall betrachtet werden. Natürlich denkt man bei E-Gitarre gleich an einen mächtigen Rocksound. Dabei ist die E-Gitarre vor ihrer Karriere im Rock bereits ein vorzügliches Jazz-Instrument gewesen. Bereits in den 30er Jahren diente sie der Erweiterung des Klangspektrums im Jazz und fand in der bereits 1942 früh verstorbenen Jazz-Legende Charlie Christian ihren ersten genialen Meister. Für den Jazzrock spielte die E-Gitarre als Instrument von John McLaughlin auch später eine prominente Rolle, aber Soft Machine war das Instrument wohl dennoch bis dato zu rocklastig erschienen. Dies änderte sich mit der inspirierenden Performance von Allan Holdsworth, „einem der interessantesten Gitarristen des Planeten“ (Frank Zappa).
Dabei ist es nicht so, dass Holdsworth das Spiel der Band dominieren würde, er fügt nur einfach mit erstaunlich flinken Fingern und sehr organischem Spiel eine neue, dynamische Klangfarbe hinzu. Seitdem kommt kein Soft Machine-Album und Nachfolge-Projekt mehr ohne E-Gitarre aus.
Dass Bundles für Live-Shows konzipiert worden ist, hört man an dem unerhört frischen Klangbild, das wie eine Neuauflage des Live-Teils von Six wirkt, allerdings eine ganze Spur rockender. Immer wieder werden aber auch Relax-Oasen eingefügt bis hin zum finalen, minimalistischen Chill-out „The Floating World“. Mit nur ein paar zwingenden Neujustierungen ist es der Soft Machine auf Bundles gelungen, sich frisch erneuert zu präsentieren.
| Anspieltipp(s): |
Hazard Profile Part One, The Floating World |
| Vergleichbar mit: |
|
|
| Veröffentlicht am: |
22.4.2012 |
| Letzte Änderung: |
21.4.2012 |
|
|
|
Zum Seitenanfang
Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Soft Machine
Zum Seitenanfang
|