Sergej Prokofiev: Peter and the wolf
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Informationen
Allgemeine Angaben
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| Durchschnittswertung: |
3.25/15 (4 Rezensionen) |
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Rezensionen

Besetzung u.a. mit: Gary Brooker, Bill Bruford, Phil Collins, Eno, John Goodsall, Stephane Grapelli, John Hiseman, Percy Jones, Jack Lancaster, Alvin Lee, Robin Lumley, Manfred Mann, Gary Moore, Cozy Powell, Chris Spedding, Julie Tippett (Driscoll), Keith Tippett sowie Viv Stanshall als Erzähler
Können große Namen enttäuschen? Ja, sie können - und es scheint fast das Schicksal dieser Scheibe zu sein, dass sie mit den großen Namen (ent)täuschen muss. Zu viele Köche verderben den Brei? Noch nicht einmal das - es ist ganz offensichtlich der Brei, der schon nicht in Ordnung ist.
Erste Augenwischerei - Prokofiev's geniales Meisterwerk für Kinder mit jenem unwiderstehlichem expressivem Charakter taucht nur in Bruchstücken auf. Weite Teile der Geschichte von Peter, dem Großvater, der Ente, der Katze und dem Wolf wurden von den Hauptfiguren bei der Produktion, Lancaster und Lumley, durch eigene Kompositionen ersetzt(!). Leider sind ihre kompositorischen Fähigkeiten bei weitem nicht so außergewöhnlich wie die des Russen Prokofiev.
Zweite Augenwischerei - große Besetzung. Ja, eine beeindruckende Liste von Musikern prangt auf dem Cover, doch keiner, wirklich keiner der Musiker erreicht auch nur annährend Normalform (geschweige denn Bestform). Das Album klingt hastig eingespielt, hastig improvisiert, uninspiriert und dahingeschludert. Man kann sich Lancaster & Lumley förmlich vorstellen, wie sie sich die Hände reiben und sich dann ans Werk machen, eine Reihe unterschiedlicher Stilrichtungen und Musiker aneinander zu reihen, doch weh, doch ach - nichts davon scheint zusammenzupassen, nichts davon scheint davon wirklich zusammenzugehören. Die Musik blubbert und plätschert aus den Lautsprechern und klingt (in seinen besten Momenten) wie fade Brand X Demos.
Dritte Augenwischerei - Yup, in der Tat steht die gesamte Brand X Urbesetzung des Debüts "Unorthodox Behaviour" im Studio, doch erscheinen die Ähnlichkeiten vielleicht auch nur, weil man um die Musiker und ihre Verstrickungen weiß... die Geschichte vom Ei und der Henne. Nein, mit den vorzüglichen frühen Brand X hat das alles überhaupt nicht viel zu tun (na gut, eben manchmal doch - dann aber wie ein müder Vorläufer). Bestimmt konnte man nicht nach diesem mäßigem Album ein so eindrucksvolles Album wie "Unorthodox Behaviour" erwarten. Vielleicht liegt es daran, dass bei Brand X die musikalische Führung bei Collins und Goodsall lag.
"Peter and the wolf" enttäuscht auf der ganz Linie, trotz unantastbarer musikalischer Größen wie Keith Tippett und Julie Tippetts (der Ehefrau Keiths, Ende der 60er Jahre als Julie Driscoll berühmt und heute noch eine eindrucksvolle, innovative Jazz-Sängerin). Ein ambitioniertes, aber gescheitertes Projekt.
| Anspieltipp(s): |
Peter's Theme |
| Vergleichbar mit: |
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| Veröffentlicht am: |
5.7.2002 |
| Letzte Änderung: |
6.8.2007 |
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Da diese Platte wieder veröffentlicht wurde und unter anderem bei dem renommierten Versandhaus Zweitausendeins als ?Peter und der Wolf? wieder auftauchte, möchte ich nochmal eindringlich vor dem Erwerb warnen. Das ursprüngliche Konzept Prokofjevs wird hier nur in manchen Melodieführungen übernommen, die lahmen Jazzrock-Stücke sind lieblos durch Fade-Outs aneinandergeheftet, eine geschlossene Handlung ergibt sich nicht.
Die schönen Namen, die vorn auf dem Cover (inklusive einer äußerst hässlichen Comic-Zeichnung der Protagonisten der Geschichte) abgebildet sind, sollten besseres erwarten lassen, aber dem ist nicht so. Lancaster und Lumley waren keine unbeschriebenen Blätter in der Rockszene, daher konnten sie auf erstklassige Unterstützung zurückgreifen, aber auch die Brufords, Collinsse, Manns und Tippetts können nichts an dem Debakel ändern.
Trotzdem das Album zu Billigstpreisen verscherbelt wird, ist demnach Vorsicht geboten. Geschenkt ist noch zu teuer!
| Anspieltipp(s): |
Lieber gleich das Original hören |
| Vergleichbar mit: |
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| Veröffentlicht am: |
15.8.2007 |
| Letzte Änderung: |
15.8.2007 |
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Ich hab die Scheibe noch als deutschsprachige LP, gesprochen von Wilken F. Dincklage. Und Dinklage macht seine Sache richtig gut, wie ich finde. Es macht nicht so viel Spaß wie Loriot zuzuhören, aber ist schon ziemlich o.k.
Musikalisch gesehen ist diese Peter-und-der-Wolf-Variante sicher kein Geniestreich à la Pictures at an Exhibition. Aber die im Stil der 70-er Jahre gerockt improvisierten Themen des musikalischen Märchens haben durchaus was. Der Einwand von Sal, dass hier mit großen Namen geprotzt wird, der musikalische Ertrag jedoch der geweckten Erwartung nicht entspricht, ist dabei allerdings auch nicht von der Hand zu weisen. Trotzdem nach meiner Meinung nett anzuhören, wenn auch gewiss nicht essentiell.
Ärgerlicher ist freilich, dass in der Tat eine Menge der kurzen Kompositionen nicht aus der Feder Prokofievs stammen. Dabei geht das bei den meisten Stücken noch halbwegs in Ordnung, immer wieder werden nämlich auch die Prokofiev-Themen integriert. Grauslich wird es allerdings gegen Ende, wenn der schlichte Mainstream „Rock’n’Roll Celebration“ erklingt... und zuletzt noch das nervige „Final Theme“ (Peter is a hero, Peter is a brave one...).
Insgesamt finde ich, wenn man auf gerockte, leicht proggige Klassikinterpretation steht, den Erwerb der Scheibe keineswegs abwegig. Ich hab sie mir damals ein paar Mal angehört und fand sie ganz witzig. Daran hat sich auch bei erneutem Hören nichts geändert. Muss man nicht haben, aber ich rück sie aus meiner Sammlung auch nicht mehr raus...
| Anspieltipp(s): |
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| Vergleichbar mit: |
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| Veröffentlicht am: |
15.8.2007 |
| Letzte Änderung: |
20.8.2007 |
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Die rockmusikalische Umsetzung von "Peter And The Wolf" gehört zu den oft verschmähten Werken, obwohl rein formal eigentlich alle Weichen für ein gelungenes Album gestellt waren, wofür vor allem die hochkarätige Besetzung sprach. Nach der wunderschön ätherisch-schwebenden Anfangssequenz von nicht einmal einer Minute wird der Hörer mit einem sonderbaren Wechsel aus fröhlichem Country-Saitenklang und munteren Keyboardeinsätzen konfrontiert. Im weiteren Verlauf tendiert diese Grundstruktur in die Richtung eines breit gefächerten Allerleis aus stampfend-bluesigen Rockanleihen, dezentem Jazzrock mit symphonischen Tupfern, naiver Pseudo-Klassik und infantiler Märchenstunde. Ein musikalisches Konzept für solch eine Umsetzung fehlt völlig. Das gesamte Album wirkt wie eine wahllos zusammengestückelte Aneinanderreihung musikalischer Fragmente im Rahmen eines stilistischen Stückwerks.
Das noch vertretbare Level des harmlosen Klassik-Pop-Kitsches wird zunehmend überschritten und tendiert in eine wirklich schon ärgerliche Verballhornung des Werks von Sergej Prokofiev, in dem sich die daran beteiligten Protagonisten wahrlich nicht mit Ruhm bekleckern, sondern ohne jeglichen konzeptionellen Zusammenhalt die klassische Vorlage eher mit Füßen treten. Den Hauptschuldigen für dieses Desaster ausfindig zu machen, scheint schwierig, da es neben einer Grundform an kompositorische Struktur vor allem auch an einer wenigstens fragmentarisch vorhandenen Inszenierung mangelt.
Das wüste, knapp einminütige Gejamme von "Cat And Duck" ist einer der vielen höchst ärgerlichen Momente, der im sich anschließenden bluesigen "Grandfather" sogar noch weit übertroffen wird. Was sich die an diesem Machwerk beteiligten Akteure mit dem stümperhaft jazzrockig eingefärbten Tohuwabohu von "Wolf And Duck" gedacht haben, wird ein unergründliches Mysterium bleiben. Man möchte jeden, der solch einen Budenzauber verbrochen hat, am liebsten watschen. Rechts, links, rechts, links und noch einmal!!! Selten kann eine Platte eine derartige Wut entfachen, die sich plötzlich aber mit dem wiederum völlig aus dem nicht vorhandenen Konzept fallenden banalen Stampfrocker "Rock and Roll Celebration" in verspottendes Gelächter entlädt.
| Anspieltipp(s): |
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| Vergleichbar mit: |
fragmentarischem Mummenschanz |
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| Veröffentlicht am: |
14.12.2012 |
| Letzte Änderung: |
14.12.2012 |
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| Jahr |
Titel |
Ø-Wertung |
# Rezis |
| 1976 |
Marscape |
9.00 |
1 |
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