The Grand Illusion
|
|
Informationen
Allgemeine Angaben
|
|
| Label: |
A&M |
| Durchschnittswertung: |
10.33/15 (3 Rezensionen) |
|
Besetzung
| Dennis DeYoung |
Vox, Keys |
| Tommy Shaw |
Vox, GTR |
| James Young |
Vox, GTR |
|
| Chuck Pannozzo |
Bass, Backing-Vox |
| John Panozzo |
Drums, Backing Vox |
|
Tracklist
| Disc 1 |
| 1. |
The Grand Illusion
|
4.36
|
| 2. |
Fooling Yourself (The Angry Young Man)
|
5.29
|
| 3. |
Superstars
|
3.59
|
| 4. |
Come Sail Away
|
6.07
|
| 5. |
Miss America
|
5.01
|
| 6. |
Man In The Wilderness
|
6.00
|
| 7. |
Castle Walls
|
6.00
|
| 8. |
The Grande Finale
|
1.58
|
| Gesamtlaufzeit | 39:10 |
|
|
Rezensionen

STYX - ist so ein typischer Grenzfall, eigentlich würde ihnen ein Etikett wie "amerikanischer Mainstream-Rock" am ehesten gerecht, allerdings findet sich auch immer wieder eine Portion kräftiger Hard Rock und Progeinflüsse was den teilweise mehrstimmigen Gesang und den exzellenten Einsatz der Keyboards, häufig im Duett mit E-Gitarre, angeht. Natürlich würde auch ein Etikett wie Bombast-Rock passen. Im JPC-Katalog werden sie übrigens unter Art-Rock gehandelt. Wenn in den BBS Gruppen wie Queen oder Rush ihren Platz finden, sollten Styx auch nicht fehlen...
In der zweiten Hälfte der 70ger befinden sich Styx für mich auf dem Höhepunkt ihres Schaffens und dazu gehört auch "The Grand Illusion". Über die ersten Studio-Alben kann ich wenig sagen, sie gingen jedenfalls nicht an mich; in den 80gern und 90gern machen sie nun wirklich Mainstream mit Kommerz-Nummern wie "Boat on the River".
Auf "The Grand Illusion" findet sich alles was das Herz des Bombast- oder auch Neo-Proggies begehrt. Kraftvoller Bombast-Rock mit gutem, teilweise mehrstimmigen Gesang. Jede Menge Gitarrensolis und schöne tragende oder spannungserzeugende Keyboards oder Synthies mit einem typischen unverwechselbaren Sound. Eingängige aber schön aufgebaute und kurzweilige Songs und natürlich jede Menge Hymnen. Die Single "Come sail away" war wohl ein ziemlicher Erfolg in den Staaten und beschehrte der LP Platinum.
Für den Rythmus (Bass und Drums) sind die Panozzo-Brüder (John u. Chuck) verantwortlich, Rythmus-Gitarre spielt James Young. Lead Guitar Tommy Shaw und last but not least Dennis De Young an den Keys. Lead Vocals teilen sich Shaw und De Young ebenfalls, wie die meisten Kompositionen. Die Lyrics empfinde ich als eher klischeebeladen und drehen sich um Schein und Sein in der Medienwelt, Selbstfindung und Space-Fantasien. Wahrscheinlich ist "The Grand Illusion" als Konzeptalbum gedacht, da die meisten Texte sich um diese Inszenierung der Massenmedien und den zugehörigen Starkult drehen.
Fazit: Ein gelungenes Bombast-Rock-Album mit Hard Rock- und Prog-Einflüssen, kurzweilig aber nicht flach.
| Anspieltipp(s): |
Fooling Yourself, Come sail away, Man in the Wilderness |
| Vergleichbar mit: |
|
|
| Veröffentlicht am: |
11.6.2003 |
| Letzte Änderung: |
11.6.2003 |
|
|
|
Zum Seitenanfang

Ja, es ist wohl das Etikett “Bombast Rock” welches die Musik von Styx auf “The Grand Illusion” am besten trifft. Und auch Mainstream ist da zu hören, jedoch auch ein paar Prog-Einflüsse sind zu entdecken. Und dann gibt es da noch die Pop-Abschnitte, neben den Rock Teilen. Alles in allem ganz schön vielschichtig, was Styx hier 1977, auf ihrem siebten Album, veröffentlichten.
Der Titeltrack „The Grand Illusion“ ist gleichzeitig auch der erste Track des Albums. Was wie ein Marsch beginnt, entwickelt sich zu einem schönen Pop-Song, der im Mittelteil auch richtig rockt. Und gleich auf diesem ersten Lied bekommt man eine sehr eingängige Melodie mit der Musik serviert, mit der die Band den Hörer immer wieder einfangen und fesseln kann. Von der Qualität her in eine ähnliche Kategorie fällt „Fooling Yourself“. Eingeleitet mit einem Keyboardlauf, entwickelt sich dann ein munterer Popsong, wieder mit eingängiger Melodie und einem weiteren Markenzeichen von Styx: dem perfekt arrangierten und mehrstimmigen Gesang aller Bandmitglieder. Das Ganze wird immer wieder unterbrochen durch kurze Einschübe der Akustikgitarre, sodass die Nummer immer spannend und abwechslungsreich bleibt.
„Superstars“, der dritte Titel auf „The Grand Illusion“, wurde dann von Young, De Young und Shaw in gemeinsamer Arbeit geschrieben. Und vielleicht trifft hier der Spruch zu, dass viele Köche den Brei verderben. Denn dieses Stück kann nun nicht mehr richtig überzeugen. Eine eingängige Melodie, wie die der ersten zwei Nummern, geht dem Stück ein wenig ab und im Refrain entwickelt sich das Lied zu einem richtigen Schmachtfetzen: „You and I, We will climb so high, Superstars, Whoa whoa you and I“. Nein dieser Titel kann deutlich weniger packen.
„Come Sail Away“ ist eine Ballade, die in den USA als Singleauskopplung sogar unter die Top Ten kam. Und schön hört sich das Lied wirklich an. Schön getragen, ein wenig melancholisch, ein bisschen sentimental. Dann wird etwa gegen Mitte des Stücks die nächste Stufe gezündet und der Titel entwickelt sich zu einem Rock Song mit schweren Gitarren und treibenden Beats. Natürlich nur kurz, denn dann wird es sphärisch, dann sphärisch poppig, anschließend erneut rockig und schließlich wird alles ausgeblendet. Interessant wie es Styx schaffen, so viel verschiedene Musikstile in diesen sechs Minuten unterzubringen, ohne, dass das Ganze überfrachtet wirken würde.
„Miss America“, Titel Nummer fünf, ist ein Rocker. Hier bewegen wir uns jetzt schon sehr in Mainstream Gefilden. Klar, das Stück ist sehr eingängig, aber irgendwie auch nichts Besonderes. Lieder dieser Art hat man schon öfters und auch bereits von anderen Bands gehört. Deutlich interessanter wird es dann bei „Man In The Wilderness“. Eine Rockballade, auch keine Erfindung von Styx, allerdings ist dieses Stück wieder mit einer wunderschönen Melodie ausstaffiert worden, die einfach Spaß macht, ins Ohr geht und zum Mitsingen, zumindest Mitsummen, verleitet. Und auch hier gibt es wieder einen rockigeren Teil zu hören, der mit einem schönen Gitarrensolo aufwarten kann, bis es wieder in den balladesken Part übergeht, der nun noch ein wenig bombastischer klingt.
Auch der nächste Titel, „Castle Walls“, kann überzeugen, allerdings erneut auf eine ganz andere Art und Weise. Mit einem schönen, eingängigen und spinettartigen Keyboardlauf wird das Lied eingeleitet. Und dann entwickelt sich wieder dieser typische Styx-Sound aus Bombast und mehrstimmigem Gesang. Unterbrochen wird das Ganze schließlich durch einen Instrumentalpart, bei dem das Keyboard im Vordergrund steht. Alles wieder sehr melodisch und bombastisch, bis schließlich eine E-Gitarre das Zepter schwingt und das Stück anschließend wieder in den Gesangsteil übergeht. Auch hier erneut: Viele verschiedene Teile eines Liedes, die allerdings perfekt zusammenpassen und in keinster Weise irgendwie aneinander gestückelt wirken.
Beim letzten Stück „The Grand Finale“ wird teilweise noch mal das Lied „Superstars“ aufgegriffen. Ansonsten ist die Nummer kurz und nichts Besonderes mehr.
Fazit: „The Grand Illusion“ ist eine interessante Platte geworden. Auf ihr gibt es richtig gute Songs und deutlich weniger Ausfälle zu hören, als auf den CD’s, die in den achtziger und neunziger Jahren, von der amerikanischen Formation Styx, veröffentlicht werden sollten. Und dabei ist die Musik von Styx hier auch noch unglaublich facetten- und abwechslungsreich. Bei „The Grand Illusion“ handelt es sich um ein Album, für welches es sich lohnt mal ein Ohr zu riskieren, denn hier befindet sich die Band auf dem Höhepunkt ihrer Schaffenskraft.
| Anspieltipp(s): |
The Grand Illusion, Come Sail Away, Man In The Wilderness, Castle Walls |
| Vergleichbar mit: |
|
|
| Veröffentlicht am: |
15.4.2012 |
| Letzte Änderung: |
15.4.2012 |
|
|
|
Zum Seitenanfang

Ein bisschen weniger knauserig darf man mit den Punkten aber schon sein, denn "The Grand Illusion" ist für mich ebenfalls der Höhepunkt des Styx'schen Schaffens. Schließlich gibt es hier 39 Minuten schöner Schwelgerei mit Gitarre, Hammondorgel, Klavier und ab und an ein paar Synthies. Immer schön, aber niemals flach oder trivial. So kontrastiert sich in "The Grand Illusion"der Mainstream-Gesang mit Keyboard-Fanfaren und gemäßigtem Kansas-Gefrickel im Mittelteil. Auch eine eigentlich simple Nummer wie "Fooling Yourself" erhält ein ausladendes Synthie-Vorspiel, wird in den Strophen geschmackvoll mit Orgelflächen unterlegt und klingt mit netten "Ohoho"-Chören aus. Die intelligente Variante des 70er-Mainstream-Rocks. Ähnliches gilt auch für "Superstars", das mit persönlich aber etwas weniger zusagt.
Wirklich herausragend wird es aber nach dem Eröffnungs-Dreier. "Come Sail Away" hat Longtrack-Qualitäten, beginnt es doch mit schwärmerisch eingesetztem Klavier und Synthie, bevor nach ca. zwei Minuten mit den Bandinstrumenten Fahrt aufgenommen und Spannung erzeugt wird. Diese "Come sail away, come sail away, come sail away with me"-Chöre passen jedenfalls perfekt. "...but much to my suprise, we climbed aboard their starship and headed for THE SKIES!" - ja, genauso klingt's. Ein schönes Stück, an das sich das recht harte und vor allem im Refrain gelungene "Miss America" anschließt. Es spricht sehr für die Substanz des gesamten Albums, dass auch diese Nummer ein langes Intro und ein ziemlich abgedrehtes, leicht dissonantes Keyboardsolo spendiert bekommt.
Es folgt das passend betitelte "Man In The Wilderness", das mit seinem luftigen Sound und dem zwischen Ballade und langsamer Rocknummer liegenden Tempo ordentlich romantische Stimmung verbreitet. Wie auf den anderen Stücken auch sind hier die verspielten Synthieeinsätze zu bemerken, die quasi als Ornamente eingesetzt werden. Im letzten Song "Castle Walls" vergreift man sich dann allem Anschein nach an mittelalterlichem Material oder aber an der Fantasy, was recht theatralisch und so gänzlich unrockig mit allerlei Tasteninstrumenten und ausgefeilten Gesangsarrangements geschieht. Näher dürfte wohl kaum eine amerikanische Band der Zeit - nicht mal Kansas - an der europäischen Romantik gewesen sein. Musikalisch liegt der Name "Queen" in der Luft, aber zu Brian May, Freddie Mercury & Co. hat man wohl auf dem Nachfolgealbum in "Lords Of The Ring" mehr Nähe demonstriert. "The Grand Finale" lässt "The Grand Illusion" (na, was für eine Ähnlichkeit...) mit einer Verknüpfung des Titelsongs mit "Superstars" ausklingen, wobei auch nochmals ein paar Queen-Remineszenzen ans Tageslicht kommen.
Fazit also: Nichts anderes, als schon im Eingangssatz geschrieben. Ein von vorne bis hinten stimmiges Album ohne "richtige" Ausfälle (wie geschrieben gefällt mir "Superstars" am wenigsten), das im Unterschied zu den späteren Alben eher wenige pure Mainstream-Verweise zeigt und sämtliche Stücke geschmackvoll inszeniert sieht. Sollte man kennen und könnte man mögen, wenn man ein Faible für die romantische Ecke im Prog hat.
| Anspieltipp(s): |
Miss America, Come Sail Away, Castle Walls |
| Vergleichbar mit: |
Kansas light, Queen |
|
| Veröffentlicht am: |
16.4.2012 |
| Letzte Änderung: |
16.4.2012 |
|
|
|
Zum Seitenanfang
Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Styx
Zum Seitenanfang
|