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Blind Faith

Blind Faith

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 1969 (Wiederveröffentlicht als Deluxe Edition 2002 auf CD)
Besonderheiten/Stil: Blues; Psychedelic
Label: Polydor
Durchschnittswertung: 9.5/15 (2 Rezensionen)

Besetzung

Eric Clapton guitar
Steve Winwood organ, piano, guitar, bass, lead vocals
Ginger Baker drums
Ric Grech bass, violin (nur auf CD1)

Gastmusiker

Guy Warner percussion (nur auf CD2)

Tracklist

Disc 1
1. Had To Cry Today 08:48
2. Can't Find My Way Home 03:16
3. Well All Right 04:27
4. Presence Of The Lord 04:50
5. Sea Of Joy 05:22
6. Do What You Like 15:18
7. Sleeping In The Ground   (Deluxe Edition) 02:49
8. Can't Find My Way Home   ("electric version", Deluxe Edition) 05:40
9. Acoustic Jam   (Deluxe Edition) 15:50
10. Time Winds   (Deluxe Edition) 03:15
11. Sleeping In The Ground   ("slow blues version", Deluxe Edition) 04:44
Gesamtlaufzeit74:19
Disc 2
1. Jam No. 1: Very Long & Good Jam 14:01
2. Jam No. 2: Slow Jam #1 15:06
3. Jam No. 3: Change Of Address Jam 12:06
4. Jam No. 4: Slow Jam #2 16:06
Gesamtlaufzeit57:19


Rezensionen


Von: Thomas Kohlruß (Rezension 1 von 2)


Blind Faith... blinden Glauben wollten Eric Clapton und Steve Winwood zueinander haben, blinden Glauben sollten die Fans in diese Gruppe haben. Kennt hier jemand Blind Faith? Immerhin die erste Supergruppe der Rock-Geschichte... allerdings auch mit einer ziemlich kurzen Halbwertszeit, so dass die Gruppe eigentlich nur ein dreiviertel Jahr richtig existierte und sich nach einem Album und einer US-Tournee wieder auflöste.

Blinden Glauben sollten Proggies allerdings nicht an diese Scheibe haben, wir bewegen uns hier im Randbereich des, zu diesem Zeitpunkt (1969!) allerdings auch erst langsam erwachenden, Prog. King Crimson hatte zwar mit "In The Court Of The Crimson King" schon den Startschuss abgefeuert, aber andere Grössen wie Genesis, dümpeln noch tief im Sumpf des Beat & Pop... Nun, ich denke, wer sich mit der "Ursuppe" des Prog beschäftigt, stösst früher oder später auch mal auf Blind Faith... und für den aufgeschlossenen Hörer könnte das durchaus eine interessante Erfahrung sein.

Kurz zur Historie: Nach dem Ende von Cream hatte sich Eric Clapton, ausgelaugt von all' dem Trubel, auf seinen Landsitz in Surrey zurückgezogen, um sich zu erholen und Abstand zu gewinnen von dem Hype und Superstar-Getue (Graffities wie "Clapton is god" lösten inzwischen eher Verfolgungswahn aus...). Lediglich zusammen mit seinem Freund Steve Winwood unternahm er gelegentliche Jam-Sessions. In diesen Sessions formte sich allerdings der Wunsch zusammen ein neues Projekt aufzuziehen. Dieses sollte vollkommen den Wünschen der Musiker folgen und keinerlei kommerziellen Aspekten Tribut zollen... Hah! Das war wohl nix. Die Legende erzählt, dass Cream-Drummer Ginger Baker von dieser Idee Wind bekam und sogleich mit samt Drum-Kit in Surrey einfiel, um sich der neuen Gruppe anzuschliessen. Eric und Steve waren ob dieser Entwicklung sehr skeptisch, aber noch bestehende vertragliche Verpflichtungen (die auch sogleich das Management auf den Plan riefen) zwischen Ginger und Eric aus Cream-Zeiten und ein seltsames Verständnis von Freundschaft bereiteten dem Trauerspiel seinen Lauf. Als nämlich erst einmal Gerüchte im Markt waren, dass hier die neue Supergruppe des Rock (immerhin waren hier Ex-Mitglieder der Bands Cream, Traffic und Family zusammen) geboren wurde, wuchs auch der Druck auf die Musiker. Ein Album musste her, eine Tournee, passenderweise gleich in den USA (Support: Free, Delaney & Bonnie), wurde geplant und mit Ric Grech wurde ein Bassist an Bord geholt, um Steve das Leben etwas zu erleichtern (bisher hatte er, neben Gesang und dem eigentlichen Keys-Spiel, auch noch den Bass auf der Hammond mitübernommen). Es entstand das Debutalbum mit nur 6 Tracks (in der hier vorliegenden Ausgabe sind das die ersten 6 Tracks auf CD1). Allerdings konnte das etwas unausgegorene Album die Wünsche der Fans zum damaligen Zeitpunkt nicht wirklich erfüllen und die US-Tournee mit dem sehr kurzen Set (knapp 75 Minuten), aber hohen Eintrittspreisen, wurde zu einem Desaster. Daraufhin gingen die Musiker ihrer Wege und vor allem Eric Clapton versank in einem tiefen Loch aus Alkohol und Drogen, aus dem er erst einige Zeit später wieder (durch seinen Freund George Harrison) befreit werden sollte.

Mit einem zeitlichen Abstand muss man allerdings sagen, dieses Album ist etwas zu unrecht in der Geschichte verschwunden, so ist die Veröffentlichung dieser "Deluxe Edition" mit zahlreichen vorher nicht veröffentlichten Aufnahmen ein willkommener Anlass, sich mal wieder damit zu beschäftigen:

"Had To Cry Today" ist eine Steve Winwood-Komposition, die in ihrer Verbindung von Blues und Psychedelic sozusagen den Prototyp eines neuen Genres, des "Psychedelic-Blues" darstellt. Neben dem dramatischen Gesang weiss vor allem der Gitarrensound von Eric Clapton zu überzeugen. Eric verwendete auf diesem Album nicht seine üblichen Gibson-Gitarren, sondern eine Fender Telecaster, die er zu dem noch an einen Leslie angeschlossen hatte, was einen sehr interessanten Klang ergab. In der "akustischen" Version ist "Can't Find My Way Home" der lyrischste Song auf dem Album. Steve singt sehr hoch und dramatisch, Eric spielt akustische Gitarre und Ginger trommelt ganz sachte die Percussion dazu. Dass dieser Song auch noch ganz andere Qualitäten hat, beweist die alternative "elektrische" Version, die auf der vorliegenden Edition zusätzlich gespielt wird. Durch das ausdrucksstärkere Gitarrenspiel sowie die Hammond kommt ein ganz anderer Drive in den Song. "Well All Right" ist ein cooles Remake eines Buddy Holly-Songs mit schöner Orgel und wuseliger Percussion. "Presence Of The Lord" ist der einzige von Eric Clapton geschriebene Titel. Nach ruhigem Beginn mit perlendem Piano und ausdrucksstarkem Gesang von Steve folgt nach etwa 2 ½ Minuten übergangslos ein agressiver Gitarrenausbruch mit einem der eindrücklichsten Soli, die Eric Clapton je gespielt hat. "Sea Of Joy" ist ein schöner aber unspektakulärer Mid-Tempo-Beat-Psychedelic-Song aus der Feder von Steve. Und zum Abschluss der Original-LP gab's dann noch das über 15minütige "Do What You Like", eine Art Jam mit einem integrierten, gut 7minütigem Schlagzeug-Solo.... Trotz aller teilweisen Unausgegorenheit der Kompositionen, können die Titel auch heute nach langer Zeit noch überzeugen. Die instrumentalen Leistungen aller Beteiligten sind durchweg gut bis begeisternd, was insbesondere auch für die Schlagzeugarbeit von Ginger Baker gilt. Das Remastering ist durchweg gelungen und bekommt den Aufnahmen.

Auf der ersten CD der "Deluxe Edition" finden sich dann noch zwei Versionen des Blues-Songs "Sleeping In The Ground", wobei die etwas längere Slow Blues-Version etwas intensiver 'rüberkommt. Die Band konnte sich damals allerdings nicht für eine der Versionen entscheiden, so wurde das Album ohne diesen Titel veröffentlicht. Schade! Desweiteren finden sich hier noch die bereits angesprochene alternative Version von "Can't Find My Way Home", ein weiterer Steve Winwood-Titel "Time Winds", der der Band nach der Aufnahme nicht mehr gefallen hatte sowie ein fast 16minütiger "Akustik"-Jam, den die Band immer zum Aufwärmen vor den eigentlichen Aufnahmen durchzog. Dieser Jam ist zwar ganz nett, aber nicht wirklich essentiell.

Die CD2 der "Deluxe Edition" enthält vier Jams, die im wesentlichen von der Trio-Version von Blind Faith eingespielt wurden, also von Steve Winwood, Eric Clapton und Ginger Baker. Ab und zu übernahm ein gewisser Guy Warner noch einige zusätzliche Percussion-Parts. Ric Grech war hier noch nicht ständiges Mitglied der Band. Die vier langen Jams sind so gut wie solche Jams eben sein können. Manchmal einigermassen organisiert und druckvoll, manchmal einfach nur orientierungslos dahinplätschernd sind sie aber ein interessantes Dokument für die Musik, die ursprünglich von Eric und Steve für Blind Faith gewollt war. Teile des "Change Of Address"-Jam wurden übrigens von der Plattenfirma tatsächlich für eine musikalisch unterstützte Angekündigung einer Address-Änderung verwendet. Obwohl Eric Clapton und vor allem Steve Winwood an der Hammond einige gute Beiträge liefern, ist die CD2 aber eher für Fans von Interesse.

Noch eine Bemerkung zum Cover: Nach dem das Cover mit der androgynen Gestalt, in der viele ein nacktes junges Mädchen zu erkennen glaubten, einen ziemlichen Skandal ausgelöst hatte (in England), wurde das Album in USA mit einem alternativen Cover (Bandname mit einem Bild der Musiker) veröffentlicht.

Anspieltipp(s): Had To Cry Today, Presence Of The Lord
Vergleichbar mit: ein bisserl Traffic
Veröffentlicht am: 14.9.2003
Letzte Änderung: 16.9.2003
Wertung: 10/15

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Von: Marc Colling @ (Rezension 2 von 2)


Blind Faith sind für mich bis heute schwer erklärbar. Dass die beiden Kumpels Clapton und Winwood sich mit Ginger Baker einen schon damals bekannten Quertreiber an Bord geholt haben, das konnte ja nur schief gehen. Es waren wohl, wie Thomas schon beschrieb, vertragliche Gründe. Dass die erste Supergroup somit nach einigen Monaten wieder aufgelöst wurde, war also keine Überraschung.

Fakt ist aber, dass sich der Stil der Band von vielem unterschied, was damals populär war und somit ohne jeden Zweifel als progressiv angesehen werden muss. Also „fortschrittlich“. Dies als Erklärung für diejenigen, die Prog immer wissenschaftlich definieren wollen.

Blind Faith legten mit einigen anderen Bands den Grundstein für eine offenere und experimentellere Musikrichtung. Clapton spielte trotz seiner mentalen Probleme mit dem Ruhm unbekümmert und frei und noch nicht wie Jahre später für das Establishment. Winwood mit seiner unvergleichlichen Bluesstimme verzückte uns und Baker war ein richtig guter Drummer. Nur eben leicht „verschroben“.

Die 6 Songs sind durchweg gelungen, wenn auch keine Meilensteine. HAD TO CRY TODAY zeigt einen Clapton ohne Zwänge und klingt psychedelisch-bluesig, CAN'T FIND MY WAY HOME klang wie vieles zu dieser Zeit. War leicht folkig angehaucht, aber das wollten wir ja auch alle hören.

Der Coversong WELL ALL RIGHT von Buddy Holly ist nicht schlecht, aber als 1977 Santana auf ihrem Album „Inner Secrets“ diesen Song coverten wusste ich, dass Blind Faith mehr hätten machen können. Der einzige Song von Clapton (Winwood steuerte deren 3 bei) ist gospellastig, besitzt ein schönes Gitarrensolo und gefällt mir wegen der im Hintergrund spielenden Orgel.

DO WHAT YOU LIKE ist mit über 15 Minuten der letzte Song. Er kommt noch am ehesten an Prog ran, klingt in seinen besten Momenten nach Iron Butterfly>/em> oder Rare Bird. Der Bass spielt in seiner eigenen Liga und Baker steuert ein legendäres Drumsolo bei, wo er zeigt was er drauf hat. Doch wird so ein Track meist bei Liveaufnahmen veröffentlicht, nicht bei Studioaufnahmen. Das zeigt uns, dass wahrscheinlich nicht genug Material zur Verfügung stand. Und das bei Spielzeiten von +- 40 Minuten! So gesehen ist wirklich alles relativ zu betrachten und beurteilen, wenn man nicht gerade die rosarote Brille aufsetzt.

Historisch gesehen eine wertvolle Aufnahme. Doch wer jünger ist und die damalige Zeit nicht bewusst erlebt hat, sollte sich vor dem Kauf das Ganze lieber vorher anhören.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 22.11.2016
Letzte Änderung: 23.11.2016
Wertung: 9/15
historisch wertvoll

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