SUCHE
Erweiterte Suche
ALBEN 1969
Alrune Rod - Alrunes Rod
Amon Düül - Psychedelic Underground
Amon Düül II - Phallus Dei
Aphrodite's Child - It's five o'clock
Arcadium - Breathe A While
Ars Nova (US) - Sunshine & Shadows
Arzachel - Arzachel
Audience - Audience
Kevin Ayers - Joy of a toy
The Beatles - Abbey Road
Blind Faith - Blind Faith
David Bowie - Space Oddity
Brainbox - Brainbox
Jack Bruce - Songs For A Tailor
Burnin Red Ivanhoe - M144
Joe Byrd and the Field Hippies - The American Metaphysical Circus
Can - Monster Movie
Captain Beefheart - Trout Mask Replica
Chicago - The Chicago Transit Authority
Circus (GB) - Circus
Clark-Hutchinson - A=MH2
Colosseum - The Grass Is Greener
Colosseum - Those Who Are About To Die Salute You
Colosseum - Valentyne Suite
Holger Czukay - Canaxis
Wolfgang Dauner Quintet - The Oimels
Julie Driscoll - 1969
East Of Eden - Mercator Projected
Fairport Convention - Liege & Lief
Family - Entertainment
The Flock - The Flock
Genesis - From Genesis to Revelation
Group 1850 - Paradise Now
Roy Harper - Folkjokeopus
George Harrison - Electronic Sound
Pierre Henry - Ceremony
High Tide - Sea Shanties
'Igginbottom - 'Igginbottom's Wrench
The Incredible String Band - Changing Horses
International Harvester - Sov Gott Rose-Marie
It's a Beautiful Day - It's a Beautiful Day
Jacula - In Cauda Semper Stat Venenum
Jethro Tull - Stand Up
King Crimson - In The Court Of The Crimson King - An Observation By King Crimson
Love Sculpture - Forms and Feelings
Made In Sweden - Live! At the "Golden Circle"
Made In Sweden - Snakes In A Hole
Man - 2 Ozs.Of Plastic With A Hole In The Middle
Man - Revelation
Manfred Mann Chapter Three - Volume 1
Martin Circus - En direct du Rock'N Roll Circus
Maxwells - Maxwell Street
John McLaughlin - Extrapolation
Mecki Mark Men - Running In The Summer Night
The Moody Blues - On the Threshold of a Dream
The Moody Blues - To Our Children's Children's Children
Music Emporium - Music Emporium
The Nice - Nice
Czeslaw Niemen - Enigmatic
Pentangle - Basket of Light
Pink Floyd - More
Pink Floyd - Ummagumma
Procol Harum - A Salty Dog
Quintessence - In Blissful Company
Rare Bird - Rare Bird
Renaissance - Renaissance
Catherine Ribeiro + Alpes - Catherine Ribeiro + 2 BIS
Terry Riley - A Rainbow in Curved Air
Saint Steven - Over the hills / The Bastich
Silver Apples - Contact
Soft Machine - Volume 2
Tasavallan Presidentti - Tasavallan Presidentti (I)
The Shiver - Walpurgis
Third Ear Band - Alchemy
Touch - Touch
Traffic - Last Exit
Trikolon - Cluster
Van der Graaf (Generator) - The Aerosol Grey Machine
Vanilla Fudge - Near The Beginning
Vanilla Fudge - Rock & Roll
The White Noise - An Electric Storm
The Who - Tommy
Wigwam - Hard'N'Horny
Xhol (Caravan) - Electrip
Yes - Yes
Frank Zappa - Hot Rats
Frank Zappa - Uncle Meat
<< 19681970 >>
STATISTIK
24107 Rezensionen zu 16474 Alben von 6406 Bands.
SITE MAP
STARTSEITE

Amon Düül II

Phallus Dei

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 1969 (CD-Wiederauflage mit Bonus-Tracks 2006)
Besonderheiten/Stil: Krautrock
Label: United Artists / Revisited Records
Durchschnittswertung: 10.67/15 (3 Rezensionen)

Besetzung

Chris Karrer violin, guitar, sax, vocals
Peter Leopold drums, percussion, piano
Shrat bongos, violin, vocals
Renate vocals, tambourine
Chris Karrer violin, guitar, sax, vocals
Falk Rogner organ, synth
Dave Anderson bass
Dieter Serfas drums, electric cymbals

Gastmusiker

Holger Trützsch Turkish drums
Christian Burchard vibraphone

Tracklist

Disc 1
1. Kanaan 4:02
2. Dem Guten, Schönen, Wahren 6:12
3. Luzifers Ghilom 8:34
4. Henriette Krötenschwanz 2:03
5. Phallus Dei 20:47
6. "TouchMaPhal"   (Bonus Revisited-Records-CD) 10:17
7. I Want The Sun To Shine   (Bonus Revisited-Records-CD) 10:32
Gesamtlaufzeit62:27


Rezensionen


Von: Andreas Pläschke @ (Rezension 1 von 3)


1969 erschien das Debüt der Münchener Band, welches in meinen Augen ein Meilenstein des "Krautrock" ist. Meine CD-Version enthält neben der ursprünglichen LP vier Bonustracks "Freak out Requiem I - IV". Nummern I und III sind siebenminütige Improvisationen, hauptsächlich mit langen Gitarrenlinien, während II & IV sehr kurze freie Klangspielereien mit Elektronik bzw. Percussion sind. Alles ist nett anzuhören,aber nicht wirklich weltbewegend und etwas unpassend zur ursprünglichen LP. Außerdem sind im Booklet leider keinerlei Angaben über Entstehungszeit und Besetzung enthalten.

Amon Düül II hatten zu dieser Zeit zwei Schlagzeuger und einen Bongospieler in der Band, zusätzlich auf dieser CD weitere Schlagwerker als Gäste, entsprechend dicht sind die Rhythmusspuren, ein Markenzeichen des damaligen Sounds.

"Kanaan" beginnt gleich mit Bongo und schleppenden Bass, dazwischen Glockensound, so stellt sich ein Hollywoodregisseur altägyptische Tempelmusik vor. Nach 55 Sekunden wird das Tempo schneller und der Sänger spricht einen anscheinend englischen Text, aber mit so starkem Akzent, das er kaum verständlich ist. Es folgt wieder die Tempelmusik und zum Schluss wird an Stelle des Gesangs eine Gitarre als Leadinstrument eingesetzt. Dazu kommen im ganzen Song, wie auch bei den übrigen Titeln allerlei Effekte, es klingelt, hallt und zirpt an allen Ecken und Enden.

"Dem Guten, Schönen, Wahren" ist ein Song über einen Kinderschänder, der vor seiner Folter und anschließender Hinrichtung steht (was für ein Thema). Der Täter wird mit einer wahnsinnigen, sehr hohen und schrillen Stimme gesprochen, die Richter liegen deutlich tiefer und klingen harmonischer. Auch dieser Song ist in einen langsameren (beim Täter) und etwas schnelleren Teil (die Richter) gegliedert, lebt von diversen Soundeffekten und ist einer der Höhepunkte der Platte, völlig sureal klingt das Ganze.

"Luzifers Ghilom" beginnt mit Orgeleffekten, bevor Bongo und Schlagzeuge die Rhythmusspur vorgeben. Daraus erhebt sich eine lange Gitarrenimprovisation (eigentlich einfache Riffs), es gibt AHHS und OOHS in geisterhafter Stimme und als alles schön im Fluss ist singt ein Typ irgend etwas völlig abgedrehtes in einer Nonsenssprache. Der Gitarrenriff erinnert übrigens unheimlich an ein Stück aus "666" von Aphrodites Child. Irgendwann wird er Gesang englisch (wieder mit Akzent - auch ein Markenzeichen der Band). So spielt es sich weiter bis zum Ende.

"Henriette Krötenschwanz" ist sehr simpel, aber wirkungsvoll. Über Marschrhythmen singt Renate Knaup mit feengleicher Stimme eher folkloristisch auf deutsch. Nach einem Chor (wieder diese unheimlichen AAHHHHS) wird der Gesang durch spartanische Bass- und Gitarrentöne abgelöst.

"Phallus Dei" beginnt wie die abgedrehten Soundeffekte auf UMMAGUMMA von Pink Floyd (die Studioplatte!) bzw. wie die irre Bilder- & Geräuschorgie in Kubricks "2001 - Odyssee im Weltraum". Nach knapp vier Minuten wird daraus ein Song, der auch wie ein Backingtrack von IRON BUTTERFLY klingt, so schwer und bleiern kommt er daher inkl. Schweineorgel leise im Hintergrund. Aber auch hier unterbrechen die für diese Platte typischen Stimmeneffekte die Monotonie. Nach einem leicht folkigen bzw. countrymäßigen Geigenintermezzo (die aber auch mal kurz was klassisches zitiert) wird es afrikanisch - wildes Getrommel auf Bongos, dazu Getröte von einer arabisch klingendem Instrument, Stimmfetzen und Gejodel, die klingen wie besoffene Bayern (ist keine Beleidigung, sondern der bajuwarische Akzent kommt da gut durch) und anschließend wieder weiter in der Improvisation - die Geige ist hier ein Hauptinstrument. Mit Geschrammel, simplen Riffs und den Stimmspielereien endet dann auch dieser Song.

Insgesamt ein etwas wüstes Debüt, wild, rau und herzerfrischend neu (zu der damaligen Zeit). Eigentlich mit nichts vergleichbar, was aus England kam. Dagegen ist deren Psychedelic harmlos!

Anspieltipp(s): Phallus Dei, Dem Guten, Schönen, Wahren
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 26.2.2004
Letzte Änderung: 10.4.2013
Wertung: 12/15

Zum Seitenanfang

Von: Achim Breiling @ (Rezension 2 von 3)


"Phallus Dei", die erste Produktion des Kunst- und Kommunikationskreises Amon Düül II, gilt gemeinhin als ein Klassiker des Krautrocks. Aber, wie des öfteren in diesem Genre, liegen hier unausgegorener Dilettantismus und kreatives Genie nah beieinander. Musik- und produktionstechnisch ist das Ganze nämlich ein ziemlich stümperhaftes Klangkonglomerat. Auch die instrumentaltechnischen Leistungen der Beteiligten lassen mitunter sehr zu Wünschen übrig. Deutlich klafft hier eine grosse Lücke zwischen dem Wollen ein Kunstwerk zu schaffen, und dem Können, dies zu verwirklichen. Die Musik auf "Phallus Dei" klingt über weite Strecken so, als ob eine durchgeknallte Amateur-Studentencombo auf dem Trip eine Art Rockoper verwirklichen wollte. Oder, genau das ist es, was man hier zu hören bekommt.

Der Gesang ist ziemlich furchtbar, akzentbeladen, wenn er in English erklingt, schwachbrüstig, wackelig und meist irgendwie daneben. Auch das Geigenspiel von Karrer ist nicht sonderlich virtuos, genausowenig seine wenigen Einlagen am Saxophon. Ansonsten wird hier Durchschnitt geboten, mitunter sogar Unterdurchschnitt. Wenn man vergleicht, was die Musiker von Can, Embryo oder Xhol Caravan zur selben Zeit auf dem Kasten hatten, kommen Amon Düül II eher schlecht weg.

So, genug gemeckert. Das tolle an dieser Scheibe ist nämlich, dass dieses stümperhafte Klangkonglomerat auf irgendeine eigenartige Art und Weise fasziniert. Es ist wohl gerade dieser kreative Dillettantismus, der den besonderen Reiz dieser Musik ausmacht (und das gilt wohl für viele frühe Krautrockproduktionen). Erfrischend, ungestüm, wild und wüst ist das Ganze und macht, wenn man es nicht allzu ernst nimmt, durchaus Spass. "Phallus Dei" ist sicher eine der Krautrock-LPs, die man einmal gehört haben sollte!

Anspieltipp(s): das sollte man schon ganz hören!
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 9.12.2004
Letzte Änderung: 10.12.2004
Wertung: 9/15

Zum Seitenanfang

Von: Udo Gerhards (Rezension 3 von 3)


Nach den eher obskuren ersten CD-Wiederveröffentlichungen aus dem Amon-Düül-II-Katalog auf Revisited Records aus der Spätphase der Band ("Almost Alive", "Only Human", "Vortex"), nahm sich das InsideOut-Ableger-Label im Frühjahr 2006 der ersten drei LPs der Münchner Krautrock-Pioniere an.

"Phallus Dei", das Debüt der Band, illustriert bereits, warum diese Alben zu den Klassikern der deutschen Rockgeschichte gezählt werden. Diese Kombination aus rockigem Grundsound, Frei-von-der-Leber-weg-Improvisationen, rauhem Psychedelik-Geschrammel, bizarren Texten und wortlosen Vokalisen nimmt in ihrer mutigen Unbekümmertheit und Originalität (vor allem durch die Kombination verschiedener, disparater Elemente, etwa teutonischer Grandezza mit Shrats polternden Bongos) auch heute noch gefangen - trotz, oder vielleicht gerade wegen mancher technischer Unzulänglichkeiten. Einen etwas staubigen Sound muss man zwar ertragen können, aber dieses Schicksal teil "Phallus Dei" mit fast allen Platten von 1969.

Dennoch merkt man einfach, dass hier etwas Neues versucht wurde, und dieses Neue ist nicht dem Schicksal vieler Avantgarde-Projekte erlegen, dass sie nämlich ihre Faszination nur aus der unmittelbaren zeitlichen Nähe zu dem, was es zu überwinden, weiterzuentwickeln galt, ziehen, sondern ist auch heute noch schlicht unterhaltsam.

Die Bonus-Tracks sind übrigens wie bereits bei den vorhergehenden Remaster-Ausgaben neue Aufnahmen, zu denen im Booklet allerdings immer noch keinerlei weitere Angaben zu finden sind. Musikalisch handelt es sich um eine Art Update des drogengeschwängerten Krautrock-Sounds, repetivie psychedelische Nummern, die insbesondere um weltmusikalische Elemente ergänzt werden. Zusammen mit den anderen Bonus-Stücken ergibt sich eigentlich ein komplettes neues Amon-Düül-II-Album; ich frage mich, warum diese durchaus interessanten Nummern auf diese Art verheizt werden.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 5.7.2006
Letzte Änderung: 5.7.2006
Wertung: 11/15

Zum Seitenanfang

Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Amon Düül II

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
1970 Yeti 11.00 3
1971 Tanz der Lemminge 11.00 2
1972 Carnival in Babylon 9.00 2
1972 Wolf City 10.00 2
1973 Vive la Trance 9.00 2
1973 Live in London 11.00 1
1974 Hi-Jack 8.00 1
1975 Made In Germany 9.00 3
1976 Pyragony X 5.00 1
1977 Almost Alive 6.50 2
1978 Only Human 5.00 2
1981 Vortex 8.33 3
1995 Nada Moonshine # 9.00 1
1996 Kobe (Reconstructions) 11.50 2
2000 Manana 9.00 1
2003 Amon Düül II play Phallus Dei (DVD) - 2
2010 Bee As Such 7.00 1
2014 Düülirium 10.00 1

Zum Seitenanfang

© 1999-2017; Das Copyright aller Texte liegt bei den jeweiligen Autoren; Haftungsausschluss
Site Map - Startseite - FAQ - Reviews - Leitfaden - Lesestoff - Kontakt - Links
RSS | Impressum