Mirror of insanity
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Informationen
Allgemeine Angaben
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| Label: |
ipso facto |
| Durchschnittswertung: |
5/15 (2 Rezensionen) |
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Besetzung
| Hemel |
voice |
| Simon Caron |
guitars |
| Stephan Desbiens |
keyboards |
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| Ian Cote |
bass |
| Perry Angelillo |
drums |
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Tracklist
| Disc 1 |
| 1. |
Blame
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12:10
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| 2. |
Children memory
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10:15
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| 3. |
Mirror of insanity
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14:48
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| 4. |
Cradle
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2:46
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| Gesamtlaufzeit | 39:59 |
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Rezensionen

Also, langsam langt's. Es ist schon seit einer Weile kein Vergnügen mehr, wenn man als Rezensent immer wieder schreiben muss, eine Band Soundso erinnere stark an die frühen Marillion, denn auch wenn das andauernd stimmt, könnte doch bald beim Leser der Eindruck entstehen, dem Rezensenten falle nur nichts Neues mehr ein. Dabei kann ich kaum noch etwas dagegen tun, dass sich meine Ohren mittlerweile auf Anklänge an Marillion spezialisiert und schon fast ein Frühwarnsystem dafür entwickelt haben, denn es kommen ja wirklich und tatsächlich ständig Attacken aus dieser Richtung - mal besser, mal schlechter, mal grauenhaft.
Und nun DAS!!
Eine neue Band aus Kanada steht dem Progfan ins Haus, aber es ist fast nichts über diese Truppe zu erfahren, auf der CD-Hülle schon gar nicht: die Setlist ist in einer derartigen Sauklaue gedruckt (ich kann das beim besten Willen nicht mehr als "Schrifttyp" bezeichnen), dass ich nicht in der Lage gewesen wäre, die Namen der Musiker überhaupt zu entziffern, hielte nicht zufällig die freundliche "Progarchives"-Website diese Informationen bereit. Eine Website der Band scheint es auch noch nicht zu geben. Einem Begleittext im aktuellen Just-For-Kicks-Katalog kann ich immerhin noch die Information entnehmen, der Sänger der Band sei in Wahrheit ein gewisser Mathieu Lessard von der Band "Dagmähr", der hier unter Pseudonym auftrete (dieser Hinweis ist jedoch mit dem vorsichtigen Zusatz "who we believe" versehen), jedoch sagen mir diese Namen ebenfalls nichts.
Aber dafür sagt mir die Musik sehr viel mehr (war nicht gerade von Marillion die Rede? Das wird gleich noch schlimmer!): ich kann diesem Album zweierlei zugute halten, aber mehr auch nicht: da wäre zum einen die sehr gute Produktionsqualität, wie sie aus Kanada ja auch traditionsgemäß zu erwarten ist; sie leistet sich hier den Luxus, dass leise Stellen besonders leise kommen, wodurch die lauten dann umso überraschender hereinbrechen. Der Produzent ist zugleich der Keyboarder; vielleicht ist er ja Bruckner-Fan, denn dessen Symphonien werden auch immer so gespielt...
Zum anderen muss ich dieser Musik zugestehen, dass sie so dicht an der Atmosphäre von Marillion's "Script"-Album klebt wie noch kein Marillion-Klon, den ich bisher kenne. Es gibt alles Alte zum Wiederentdecken neu: die Giftzwergstimme, die dunkel angezupften E-Gitarren, die Keyboards im frühen Mark-Kelly-Stil, auch den großzügig abgemischten Bass und sogar das wenig interessante, aber dumpfe Pointer-Schlagzeug.
Und falls jetzt überhaupt noch ein Leser das Genannte positiv vermerken mag: mehr Positives finde ich nicht zu sagen. Die ganz schlechte Nachricht ist nämlich die, dass nicht nur die Atmosphäre wieder da ist, sondern alles Andere auch: im ersten Song zum Beispiel gibt es zu Beginn die Gitarre aus "Three boats down from the Candy", dann Bombast-Drums wie in "Script", dann (ich fasse es noch immer nicht wirklich) die 1:1 geklonte Einleitung von Marillion's "Bitter suite", nur mit anderen Worten als "A spider wanders aimlessly...". Dann folgt die Haupt-Keyboardlinie aus "He knows, you know", die dann mit dem Rhythmus aus dem Schlussteil von "Web" ergänzt wird, und dann - ich fasse es erst recht nicht - der Sprechgesang aus dem Mittelteil von "Fugazi", natürlich wieder mit anderen Worten als "Son watches father scan..." und mit Trommeln, die etwas mehr an Orchesterpauken erinnern. Und schließlich folgt die unvermeidliche Prog-Coda im Breitwand-Sound, in der die Textzeile "I'm fucking" zu hören ist, die ja schon mal wer auf einer "Garden party" von sich gegeben hat...
Reicht das oder muss ich noch weitermachen? Woher soll ich bloß die Motivation dafür nehmen? Im zweiten Track kommt schon wieder die "Three boats"-Gitarre, ein wenig "Assassin"-Geklampfe ist auch dabei, dann Rothery-Bögen, etwas "Jigsaw"-Melodie, sogar hier und da ein "Season's end"-Zupfkuchen. Und so weiter, und immer so weiter.
Bemerkungen zum dritten Song spare ich mir nun aber wirklich - es ist einfach zu schrecklich (da kommt ein typischer "Arena"-Refrain mit rein ("Stay!...with!...me!")...brrr...aber ich wollte ja endlich darüber schweigen....:-)). Der vierte ist dann noch was Kurzes zum Schmusen; im Booklet ist dazu nicht mal der Text abgedruckt, zu den anderen Songs aber schon - wieder so eine Schluderei, die zum Eindruck des Ganzen passt.
Ich kann nun wirklich mit solcher Musik normalerweise etwas anfangen: wenn sie gut ist; oft sogar, wenn sie schlecht ist ? aber diese ist nicht mal so gut, dass sie richtig schlecht ist. Mag ja durchaus sein, dass diese Jungs ihre Instrumente beherrschen, aber ohne auch nur die geringste Eigenständigkeit ergibt das einen völlig leblosen Jester-Totentanz, bei dem man nicht mal mehr trauern kann. Von wegen, mit dem Tod ist alles aus ? manche kommen wieder, und wieder, und immer wieder...
| Anspieltipp(s): |
wie wär's mit Marillion's: "Script for a jester's tear"? |
| Vergleichbar mit: |
der Horrorvorstellung, das Leben nach dem Tod könnte einfach nur stinklangweilig sein... |
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| Veröffentlicht am: |
27.6.2004 |
| Letzte Änderung: |
5.8.2012 |
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Ich muss Henning Mangold absolut Recht geben: Dies ist sicherlich so ziemlich der dreisteste Marillion-Klon, der mir je untergekommen ist. Es werden alle typischen Marillion-Elemente nahezu eins zu eins geklaut. Trotzdem, die Atmosphäre stimmt und mir macht die Musik durchaus Spaß.Für Leute, die auf Klone stehen, dies ist ein richtig guter. Der Unterschied zu einer Coverband ist natürlich nur marginal...
| Anspieltipp(s): |
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| Vergleichbar mit: |
Marillion (Fish-Ära) |
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| Veröffentlicht am: |
8.7.2004 |
| Letzte Änderung: |
8.7.2004 |
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