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High Tide

Sea Shanties

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 1969 (CD-Reissue Esoteric Recordings)
Besonderheiten/Stil: HardRock; Psychedelic
Label: Liberty Records
Durchschnittswertung: 10/15 (2 Rezensionen)

Besetzung

Tony Hill Guitars, Vocals
Simon House Violin
Peter Pavli Bass
Roger Hadden Drums

Tracklist

Disc 1
1. Futilist's Lament 5:20
2. Death Warmed Up 9:12
3. Pushed, But Not Forgotten 4:47
4. Walking Down Their Outlook 5:00
5. Missing Out 9:42
6. Nowhere 5:57
7. The Great Universal Protection Racket   (Bonustrack CD-Reissue) 11:24
8. Dilemma   (Bonustrack CD-Reissue) 5:14
9. Death Warmed Up (Demo)   (Bonustrack CD-Reissue) 7:35
10. Pushed, But Not Forgotten (Demo)   (Bonustrack CD-Reissue) 4:01
11. Time Gauge   (Bonustrack CD-Reissue) 6:24
Gesamtlaufzeit74:36


Rezensionen


Von: Achim Breiling @ (Rezension 1 von 2)


"Walking Down Their Outlook" von "Sea Shanties", dem ersten Album von High Tide, ist in Tibor Kneifs und Bernward Halbscheffels "Sachlexikon Rockmusik", neben Gentle Giant im allgemeinen, als ein frühes Beispiel für echte polyphone Strukturen in der Rockmusik angeführt. Das Stück beinhaltet also gleichzeitig erklingende Stimmen von Leadinstrumenten (hier Gitarre und Violine), die voll melodisch ausgeprägt, untereinander ebenbürtig und weitestgehend unabhängig sind.

Solche mehrstimmige Stellen sind in der Rockmusik selten, die vorwiegend in einer homophonen Musiktradition steht, in der eine Melodiestimme (Lead) von den restlichen Instrumenten akkordisch begleitet wird. Mehrere unabhängig verlaufende Stimmen können allerdings recht komplexe, schwer verdauliche Musikgebilde hervorbringen und führen oft, wenn der Komponist nicht aufpasst - es sei denn er beabsichtigt es -, zu Dissonanz. Auf dem Debüt von High Tide passiert Letzteres, wohl beabsichtigtermaßen, des Öfteren. Es wird hier nämlich mitunter recht schräg.

High Tide machen einen psychedelischen Hardrock, der sich allerdings weitestgehend, wie obiger Exkurs schon angedeutet hat, von den einfachen, bluestypischen Akkordfolgen befreit hat. Die meist heftig verzerrte, dabei einen ausgesprochen eigenen Sound erzeugende E-Gitarre Tony Hills, sein getragener Gesang und die elektrisch verstärkte Violine von Simon House bewegen sich frei durcheinander, druckvoll und virtuos begleitet von Bass und Schlagzeug. Das Ergebnis ist ziemlich wüst und meist reichlich atemberaubend. Bis auf einige ruhigere, fast elegische Momente in "Pushed, But Not Forgotten", geht es auf "Sea Shanties" ziemlich heftig zur Sache. Insbesondere die fast manischen Duelle von Gitarre und Violine beeindrucken, zerren aber auch an den Nerven des Zuhörers. Dazu trägt auch der Klang dieses Albums bei. Recht höhenlastig und etwas breiig ist das Ganze abgemischt, so dass die Musik nach einiger Zeit nur noch zu Quietschen und Scheppern scheint. Das wird noch dadurch verstärkt, dass beide Soloinstrumente in einer ähnlichen Stimmlage, hoch und jaulend, musizieren. Für das derzeit neueste CD-Reissue von Esoteric Recordings wurde das Album allerdings vorbildlich remastert, so dass dieses kantige und ausgesprochen spröde Album nun um einiges anhörlicher ist, als noch in der Vinylversion.

"Sea Shanties" bietet nämlich ausgesprochen interessante Musik, die für das Jahr 1969, was Radikalität und Komplexität anbelangt, recht einzigartig dasteht. so wüst und gleichzeitig virtuos, komplex und eben polyphon waren damals wenige Bands zu Gange. Mit Simon Houses elektrisch verstärktem Violinenspiel wird hier wohl zum ersten Mal die Geige als ein der Gitarre ebenbürtiges Soloinstrument verwendet, zumindest in einem solchen, doch recht art rockenden Umfeld.

Dem CD-Reissue von Esoteric Recordings (früher Eclectic Discs) sind zudem fünf umfangreiche, stilistisch ähnliche Bonusnummern beigefügt, die entweder aus denselben Sessions wie das eigentliche Album stammen, oder etwas früher als Demo eingespielt wurden. Das grandiose "The Great Universal Protection Racket", ein Live-Klassiker der Band, hatte es damals nie auf ein High-Tide-Album geschafft, obwohl zwei erstklassige Studioaufnahmen der Nummer eingespielt wurden. Hier gibt es die erste Studioversion der Nummer zu hören. Die zweite, noch längere Fassung ist nun auf dem Esoteric-Reissue des zweiten High-Tide-Albums zu finden.

Wer ungewöhnliche, komplexe, hardrockig-psychedelische, ausgesprochen progressive Musik aus den frühen 70er Jahren schätzt, der sollte sich "Sea Shanties" unbedingt antun. Ein Klassiker!

Anspieltipp(s): Missing Out
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 13.3.2005
Letzte Änderung: 8.8.2011
Wertung: 11/15

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Von: Udo Gerhards (Rezension 2 von 2)


Den von Achim oben angesprochenen Hinweis im "Sachlexikon Rockmusik" auf die Polyphonie bei High Tide sollte man nicht überbewerten. Wer hier raffinierte Kompositionsgespinste erwartete, würde enttäuscht. Der polyphone Eindruck kommt vor allem daher, dass unter dem rumpelnden Fundament von Bass und Schlagzeug Gitarre und Geige immer wieder mehr oder weniger unabhängig gleichzeitig improvisieren. Bzw. längere Passagen ist es eher so, dass Gitarrist Tony Hill soliert und Violinist Simon House eher begleitet. Da aber die Geige von ihrer Natur und Spielweise her weniger ein begleitendes Instrument - zumindest eine Geige alleine - ist als etwa Gitarre und Keyboards, entsteht der Eindruck zweier gleichzeitig verlaufender Melodielinien.

Trotzdem ist "Sea Shanties" beeindruckend, aber vor allem wegen der ungehemmten Rohheit und Kratzigkeit des Musizierens, die für 1969 einen bemerkenswerten Härtegrad und agressiven Gestus erzeugt. Die Fuzzgitarre jault und krächzt, und auch die Geige wird u.A. dank verschiedener Effekte durchaus offensiv und hart eingesetzt. Dies erzeugt einen ganz eigenen, interessanten Sound, der etwas ausgleicht, dass das Fundament der Musik im Prinzip nicht sehr viel anders ist als viele Hardrock-Produktionen der späten 60er und frühen Siebziger, ein schnellerer, lauterer, härterer Bluesrock oder jedenfalls bluesrockbasiert.

Leider ändert sich dieser Sound im Verlauf der Platte praktisch nie - die größte Änderung ergibt sich, wenn Violine und Gitarre mal die Position im Stereobild vertauschen... Dazu kommt als Manko der etwas gequält-gelangweilte und daher wenig mitreissende Gesang, der dankenswerterweise nur eher sporadisch eingesetzt wird. Trotzdem ist High Tides "Sea Shanties" für Prog- und Rock-Historiker mit Sicherheit ein spannendes Album.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 15.12.2005
Letzte Änderung: 15.12.2005
Wertung: 9/15

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von High Tide

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
1970 High Tide 11.00 1

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