Glorious War (Recordings from 1970 - 1971)
|
|
Informationen
Allgemeine Angaben
|
|
| Label: |
Mellotronen |
| Durchschnittswertung: |
6/15 (2 Rezensionen) |
|
Besetzung
| Stefan Fredin |
Bass, Vocals |
| Johan Gullberg |
Drums |
| Dag Kronlund |
Piano, Organ |
|
| Dag Lundquist |
Drums, Percussion |
| Pocke Öhrström |
Electric & Acoustic Guitar, Vocals |
| Olle Thörnvall |
Harmonica, Guitar |
|
Tracklist
| Disc 1 |
| 1. |
Intro
|
0:35
|
| 2. |
Amassilations
|
8:55
|
| 3. |
Konserten
|
18:18
|
| 4. |
Ontro I
|
1:11
|
| 5. |
Ontro II
|
1:03
|
| 6. |
Thirty Years War
|
5:19
|
| 7. |
From your streets
|
16:55
|
| 8. |
Outro
|
1:03
|
| Gesamtlaufzeit | 53:19 |
|
|
Rezensionen

"Glorious war" heißt im Untertitel "Recordings from 1970-1971", das bedeutet also, dass es sich hier um die ersten Aufnahmen der Band handelt, die einige Jahre vor dem ersten Plattendeal entstanden. Zwar war man mit dem Material von "Glorious war" ebenfalls bei einigen Labels vorstellig, jedoch war niemand daran interessiert, diese Aufnahmen zu veröffentlichen.
Ganz im Gegensatz zu ihrem 1974 aufgenommen Debüt, sind Trettioåriga Kriget hier noch ganz eindeutig auf der Suche nach einem eigenen Stil. So finden sich hier auf einmal Blueselemente mit jeder Menge Mundharmonika, ausgiebige Improvisationen und Klangexperimente, vermehrter Klassik-Einfluss, sowie jede Menge Psychedelic-Touch im 60s-Sound wieder. Die Einfälle wirken zwar durchaus ansprechend, aber insgesamt noch nicht zuende gedacht, stilistisch recht diffus und zerfahren. Ursprünglich wurden die Titel auf einem Stereo-Kassettenrekorder mitgeschnitten, klanglich wurde durch digitale Aufbereitung jedoch noch einiges aus den Aufnahmen herausgeholt. Aber dennoch schwebt über dem Ganzen irgendwie stickiges Proberaumfeeling. Man merkt den Bandmitgliedern wirklich an, dass sie zu jenem Zeitpunkt gerade mal zwischen 16-18 Jahre alt waren, ihnen noch die musikalische Reife fehlte, was auch ganz unumwunden im Booklet zugegeben wird.
Ein ambitionierter erster Gehversuch, aber nicht mehr als ein historisches Demo im Frühstadium der Bandgeschichte, das immerhin in ganz kleinen Ansätzen erahnen lässt, wohin die musikalische Reise mal gehen wird. Ausschließlich etwas für Komplettisten.
| Anspieltipp(s): |
|
| Vergleichbar mit: |
|
|
| Veröffentlicht am: |
16.1.2006 |
| Letzte Änderung: |
7.3.2012 |
|
|
|
Zum Seitenanfang

Ich finde, dass Kristian mit dem Erstling von Trettioåriga Kriget zu hart ins Gericht geht. Ich schicke voraus, dass ich die späteren Alben der Band nicht kenne und daher keine Vergleichsmöglichkeit habe, weder betreffend den Stil der Band noch der Qualität der Kompositionen.
Was mit Sicherheit zutrifft ist die Tatsache, dass Glorious War nach Übungsraum klingt. Die "Demos" sind dennoch erstaunlich differenziert, sauber und auch in keinster Weise schwachbrüstig. Erstaunlich, was aus alten Stereokassettenrecorder-Aufnahmen nach Jahrzehnten noch herausgekitzelt werden kann. Ich spüre deshalb kaum ein stickiges Proberaum-Feeling, sondern bin erstaunt ob der Qualität des Albums.
Auch die Vielfalt, die Kristian als "Suche nach eigenem Stil" wertet, ist vorhanden. Das kann man so sehen. Mich stört das bei dieser blutjungen Band allerdings viel weniger, als bei ihren Zeitgenossen Älgarnas Trädgård.
"Glorious War" ist ein Rohdiamant, ein ungeschliffener Rohdiamant, ein tolles Debut einer Band von Teenagern, die gerademal ein halbes Jahr zusammen spielten, als diese Musik auf Magnetband verewigt wurde. Olle war 18, Krok 17, der Rest gerademal 16 Jahre alt. Unter diesem Aspekt und in Anbetracht der Tatsache, dass Olle Thörnvall ein Jahr zuvor von einem Motorboot überfahren und beinahe getötet worden war, ist das vorliegende Werk äusserst beachtlich. Da er den rechten Arm eine Zeitlang nicht mehr zum Greifen der Saiten brauchen konnte, drehte er die Gitarre auf die andere Seite und spielte die vorliegenden Stücke "andersrum".
"Amassilations" ist ein stilistisch in den 60er Jahren verwurzeltes Rockoeuvre, welches mit Mundharmonika, flottem, groovigem Bass und geschäftigem Schlagzeug aufwartet. Die Rhythmusfraktion soliert im Mittelteil mit viel Spielfreude vor sich hin, bevor wieder die wehmütig-folkige Mundharmonika einsetzt. Irgendwie werde ich das Gefühl nicht los, dass sich der gute Tomas Bodin unter anderem von diesem Frühwerk des schwedischen Progrock inspirieren liess, als er Swedish Family erfand. Die Musik setzt sich thematisch in "Konserten" fort, einem Longtrack, der klassisches Klavierspiel in den Vordergrund stellt und auf mich wie ein Zwischending aus Klavierkonzert und folkloristischem Tanz wirkt. Besteht teilweise aus Kadenzen und Arpeggios, andernteils aus zerbrechlichen Melodien.
Die beiden Ontros sind kurze "jetzt-lassen-wir-mal-die-Sau-raus-Hendrix-Gitarrensoli", wie sie nur eine unreife Schülerband spielen kann.
Das Titelstück, welches zu Anfang ein wenig wie ein Marsch wirkt, dann aber auch das Flair eines Soundtracks zu einem Western hat, hinkt qualitativ etwas hinter Amassilations und Konserten her. Vor allem das Gitarrenspiel ist doch sehr holprig.
Nahtlos geht das Stück in den zweiten Longtrack des Albums über: From Your Streets. Zu Anfang ein Song wie "Thirty Years War" (part one), wabbern bald die verschiedensten Klangwolken, verzerrte Riffs, monotoner Ein-Ton-Bass und Schlagzeug ohne jeden Rhythmus aus den Boxen (part two). Sehr experimentell, ohne Struktur, interessant, verstörend. Part three schliesslich ist ein sich langsam steigerndes Ausspiel, ein echtes Finale.
Ich finde Glorious War gerade wegen seiner Unvollkommenheit (sowohl soundtechnisch, wie auch kompositorisch) liebenswert. Vielleicht liegt dies auch daran, dass mich der Sound an die erste (und einzige) Aufnahme meiner schon lange nicht mehr existierenden Band erinnert (lang lang ist`s her ;-)).
Ich empfehle jedem, zuerst mal reinzuhören.
| Anspieltipp(s): |
Amassilations, Konserten |
| Vergleichbar mit: |
|
|
| Veröffentlicht am: |
12.2.2006 |
| Letzte Änderung: |
12.2.2006 |
|
|
|
Zum Seitenanfang
Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Trettioåriga Kriget
Zum Seitenanfang
|