La Contrebande des Mouches
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Informationen
Allgemeine Angaben
Besetzung
| Melody Gottardi |
Batterie, percus, lapsteel |
| Christophe Ratier |
Clarinette, synthé |
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| Matthieu Fusrer |
Bass, percus, synthé |
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Gastmusiker
| Ana |
voix, texte (Maigre Muraille) |
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| Mauricio Amarante |
Accordéon (La Contreband des Mouches) |
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Tracklist
| Disc 1 |
| 1. |
La Contreband des Mouches
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17:43
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| 2. |
Maigre Muraille
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18:25
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| 3. |
Yourgos
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6:12
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| Gesamtlaufzeit | 42:20 |
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Rezensionen

Eigentlich ist es erschreckend, dass eine Google-Suche nach '"Glen or Glenda" "La Contrebande des Mouches"' gerade mal eine Hand voll Trefferseiten ausspuckt (zumindest momentan, genauer am Vorabend von Allerheiligen 2006, neuerdings volkstümlich auch "Halloween" genannt - passend zum Erschrecken in mehrerlei Hinsicht, denn "Glen or Glenda" bezeichnen ihre Musik selbst auch als "Horror movie jazz"). Zwar ist das Publikum für düstere, vereinnahmende instrumentale Musik aus dem - musikalischen, nicht personellen - Zeuhl-Umfeld sicherlich nicht das größte, aber ein paar Fans und Interessierte mehr hätten "Glen or Glenda" nicht nur verdient, sondern könnten sie sicherlich auch finden.
Andererseits scheinen es Band und Label nicht gerade auf Massenwirkung anzulegen. Sonst würde das Album zum einen vielleicht mehr vermarktet, zum anderen nicht unbedingt nur als Vinyl-LP in einer Auflage von 500 Stück zum Schnäppchenpreis von 7,- Euro vertrieben werden.
Das erwartet den abenteuerlustigen Hörer: Zwei lange Suiten, die erst surreal-traumhafe, burleske (im Titelstück) oder schleppende (Maigre Muraille) Melodien und Riffs in Zirpesynthies, Bassklarinette, Steel Guitar und Percussion bieten, die passend zur Selbstbeschreibung und dem Namen der Gruppe fast cinematische Qualitäten haben - aber eben nicht Breitwand-Cinerama-Multiplex, sondern als ob Ed Wood sich mit Sergio Leone zusammengetan hätte, was im einzigen Saal mit lange verblasster Eleganz und abgewetzten Samtsesseln des örtlichen verschlafen-schmuddeligen, seit dreißig Jahren nicht renovierten Kultprogrammkinos gespielt wird. Darüber wird erst einige Minuten Spannung und Erwartung aufgebaut, bevor ein in typischer Zeuhl-Manier dominant grollender Bass einsetzt und ebenso typisch Intensität und Tempo immer weiter gesteigert werden, um einen prägnanten Strudel aus peitschendem Schlagzeug, bissigem Bass und mal maulender, meckernder, mal elegischer Bass-Klarinette zu erzeugen. Großes kleines Kino für Genießer. Der abschließende Track "Yourgos" bricht aus diesem Schema aus und bietet, Riff und Thema des Schlußteils von "La contrebande des mouches" wieder aufnehmend, von vorne bis hinten die volle ekstatische Zeuhl-Packung. Wer gerne in Vergleichen denkt, könnte sich krückenartig eine Kreuzung aus Yeti und Guapo denken, aber ergänzt durch eine akustische Komponente in Form der Bassklarinette.
A propos: Bezüglich der korrekten Reihenfolge der Stücke auf der LP herrscht ein wenig Verwirrung. Die oben verlinkte Website und das Rückcover der LP listet die Nummern in der Reihenfolge "La Contreband des Mouches" - "Maigre Muraille" - "Yourgos" auf. Diese scheint mir von der musikalischen Logik her stimmig. Der Beileger in der LP nennt aber "Maigre Muraille" - "Yourgos" als Seite A, "La Contreband des Mouches" als Seite B.
Also, wer immer schon einmal ein musikalisch wertvolles, aber dennoch obskures Kleinod aus dem Bereich des AvantProg Schrägstrich Zeuhl mit viel Charme antesten wollte, der schrecke nicht davor zurück, sich gegen Übersendung eines vergleichsweise geringen Euro-Betrags ein echtes Sammlerstück ins Haus schicken lassen und "Glen or Glenda" gleichzeitig etwas gutes tun. Keine Scheu, der "Horror movie jazz" ist kein Horror. In gewissem Sinne jedenfalls...
| Anspieltipp(s): |
Yourgos |
| Vergleichbar mit: |
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| Veröffentlicht am: |
31.10.2006 |
| Letzte Änderung: |
16.11.2006 |
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"Horror Movie Jazz" - machen das nicht auch Bohren & der Club of Gore? Tatsächlich herrscht eine gewisse stimmungsmäßige Verwandtschaft zwischen diesen Bands. Aber während Bohren beim Zuhörer ein Gefühl der Beklemmung erzeugen, ist bei den Franzosen immer auch eine Art ironischer Distanziertheit zu spüren, für die vor allem die schnarrende Bassklarinette verantwortlich zeichnet. Dies passt durchaus zum Namensgeber der Band, dessen Filme ja stets von einer gewissen - allerdings unfreiwilligen - Komik gekennzeichnet waren.
Die Musik der Franzosen klingt also nicht wuchtig und hymnisch wie bei Magma oder krank wie bei Guapo - obwohl, letzteres ist in einigen Passagen schon der Fall -, sondern ist bei aller Schrägheit über weite Strecken von einer gewissen Leichtigkeit geprägt. Erst im abschließenden Yourgos wird dann die volle Zeuhl-Dröhnung geboten.
Der perfekte Soundtrack zu einem B-Horrorfilm aus den 50ern!
| Anspieltipp(s): |
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| Vergleichbar mit: |
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| Veröffentlicht am: |
19.11.2006 |
| Letzte Änderung: |
19.11.2006 |
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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Glen or Glenda
| Jahr |
Titel |
Ø-Wertung |
# Rezis |
| 2005 |
Goulita |
11.00 |
1 |
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