Song of Times
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Informationen
Allgemeine Angaben
Besetzung
| Gary Strater |
Bass, Bass-Pedale (außer Song 3), Backgroundgesang (1, 2, 5, 6, 7, 8), Keyboards (3) |
| Matt Stewart |
Gitarre (1-10), Backgroundgesang (1, 6, 7, 8) |
| Bruce Botts |
Gitarre (1, 2, 4, 5, 7, 9), Backgroundgesang (5) |
| Steve Tassler |
Schlagzeug (6, 8), Percussion (1, 4, 5), Synthesizer (4), Backgroundgesang (1, 2, 6, 8) |
| Al Lewis |
Leadgesang (außer Song 8), Backgroundgesang (außer 8), Schlagzeug (8), Percussion (außer Song 8), MemoryMoog (9) |
| Herb Schildt |
Keyboards (1, 2, 6, 7, 8) |
| John O´Hara |
Keyboards (3, 4, 9) |
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| Neal Robinson |
Keyboards (5, 6, 8) |
| Steve Hagler |
Gitarre (6), Backgroundgesang (1, 4, 7) |
| Terry Luttrell |
Leadgesang (7), Backgroundgesang (7) |
| Mark McGee |
Gitarre (1, 4, 7) |
| Jeff Koehnke |
Schlagzeug (2, 5) |
| Scott McKenzie |
Schlagzeug (1, 4, 7) |
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Tracklist
| Disc 1 |
| 1. |
Red Season
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5:28
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| 2. |
Babylon
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9:24
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| 3. |
Song Of Times
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6:04
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| 4. |
Islands
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4:59
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| 5. |
Faces Of Change
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4:56
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| 6. |
Love Is The Only Place
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4:27
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| 7. |
Master Machine
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4:24
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| 8. |
All For The Thunder
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6:06
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| 9. |
Children Believe
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6:26
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| 10. |
Babylon (edited)
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4:37
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| Gesamtlaufzeit | 56:51 |
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Rezensionen

Ein neues Album einer Band, die seit 20 jahren nichts von von sich hat hören lassen, ist immer ein Ereignis, dem der prototypische Progfan mit derselben Mischung aus Vorfreude und Bangigkeit entgegenhofft wie weiland dem ersten Teil von Peter Jacksons "Herr der Ringe"-Trilogie. Ich erinnere nur an "Large Afternoon" von Greenslade, oder an die Comeback-Alben von Renaissance, Happy the Man, Gnidrolog, Magma oder VdGG. Keine Ausnahme machte da das lange angekündigte Starcastle-Album, das nun in all seiner Pracht vor uns liegt. Fantasy-Cover, Schnörkellogo, viel falsch gemacht haben die Verpacker nicht. Aber: keine Angst, ich schreibe nicht schon wieder eine Coverrezension.
Ebenfalls keine Angst: ich lasse mich auch nicht über das Thema "Yes-Klon oder nicht" aus. Den Yes-Vergleich habe ich ohnehin nie verstanden, das Klanggewand mag zwar an Yes erinnern, aber die Songs sind dann doch zu anders komponiert. Wo Yes Spannungsbögen über 20 Minuten wölbten, die den Songs aber nie ihre kompositorische Geschlossenheit nahmen, stückten Starcastle immer an bereits weitgehend fertige Songideen an, um Longtracks zu bauen. Daran hat sich nichts geändert: Der Fan bekommt ein Album, das 100%ig sowohl Starcastle ist als auch nach Starcastle klingt. Natürlich ist die Produktion satter, massiger rockiger als die der Alben der 70er, der Sound ist und bleibt aber typisch Starcastle: das gilt für die Gitarre (man höre den Anfang von "All for the Thunder") ebenso wie für die Vocals, die solo wie im Chor den gewohnten Starcastle-Klang bieten (auch dafür mag "All for the Thunder" als Beispiel diesen).
Gibt's ein "aber"? Aber sicher! Denn Starcastle sind sich auch insofern treu geblieben, als sie die Entwicklung, die bereits in den 70ern eingesetzt hatte, konsequent fortgesetzt haben: Weg vom Prog, hin zum verzierten, journeyigen Rock. So humble wie ich nur sein kann: Ich kann die Einschätzungen der ersten drei Alben als besonders hochwertig überhaupt nicht nachvollziehen. Schon die ganz frühen Alben bieten, mit einigen qualitätvollen Ausnahmen, eher nach dem klassischen Strophe-Refrain-Schema aufgebauten Rock, der durch Progelemente und weitere Strophen- oder gelängte bridgeartige Passagen eher ausgebaut als aus einem Guß wirkt. Das bislang letzte Album der Band, "Real to Reel", war damit auch nicht der Abbruch einer Proglaufbahn, sondern lediglich ein konsequenter Schritt weiter Richtung Pop-Rock, der sich schlicht aus dem Weglassen solcher Passagen ergab.
Ich will nun nicht behaupten, dass "Song of times" genauso schlecht ist wie das Oh-Yeah-Album "Real to Reel", keineswegs, aber es bietet über weite Strecken den für Starcastle typischen, nur leicht progverbrämten Rock. "Red Season" etwa beginnt mit einem etwas vertrackten Teil, wird dann aber schnell zu einem recht konventionellen Rocktrack, der lediglich durch Straters einfallsreiche Bassarbeit gewinnt. Der Progteil kehrt zwar wieder, wirkt dann aber eher wie eine Verzierung und nicht wie ein integraler Bestandteil des Stücks.
"Babylon", der Longtrack, ist ganz ähnlich. Eigentlich ein recht banaler Shuffler, wird er durch einen bassdominierten Instrumentalteil im 5/8-Takt und ein barockisierendes, weil kontrapunktisches Bass- und Gitarrenriff in zwei Hälften aufgebrochen, leider bleiben diese Teile aber dem Rest des Songs fremd und in sich repetitiv.
Es folgt das stille "Song of times", das ein wenig unter seiner Melodie leidet, die noch etwas spannungsreicher hätte sein können, aber durchaus ein kleiner Höhepunkt des Albums ist. Wer die stillen Esoballaden eines Jon Anderson mag, wird sich mit diesem klassikbehauchten Keyboard- und A-Gitarren-Arrangement schnell anfreunden können
Herausragend ist "Islands", vor allem wegen seiner vertrackten Rhythmik, die auf den ersten Hör nur schwer zu entschlüsseln ist. Alles, was danach folgt, ist Rock, der mich weit mehr an den klassischen Rock von White erinnert, als an die großen Tage des 70er (Yes-) Prog und gewinnt allenfalls stellenweise durch das Bassspiel Straters. Schade. Wenn ich jetzt schreibe "Aber: was nicht ist, kann ja noch werden", dann mit wenig Optimismus, denn ich denke dabei eher an "Large Afternoon" von Greenslade, oder an die Comeback-Alben von Renaissance, Happy the Man, Gnidrolog, als an die von Magma oder VdGG.
| Anspieltipp(s): |
"Islands", "All for the Thunder" |
| Vergleichbar mit: |
hm.... |
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| Veröffentlicht am: |
26.2.2007 |
| Letzte Änderung: |
5.1.2008 |
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Starcastle als die amerikanische Antwort auf Yes hatten es auf ihren Alben in den Siebzigern stets verstanden, den verspielten Artrock ihres Vorbildes mit griffigen Songstrukturen im typischen AOR- bzw. Mainstreamrockstil zu verknüpfen. Verschnörkelte Gitarreneinsätze, eine kraftvolle Rhythmussektion und glockenhelle Gesangsharmonien standen hier stets mit griffigen Melodiebögen im amerikanischen US-Mainstreamsound im Einklang. Somit klangen Starcastle auf ihren Alben in etwa wie eine Mischung aus Yes und Styx.
Über ein viertel Jahrhundert nach ihrem doch enttäuschenden letzten Album Real to Reel meldet sich die Band 2007 mit ihrem Comebackalbum "Song Of Times" zurück und knüpft direkt an die Tugenden der 70er Jahre an, was im schmissigen Opener ?Red Season? schon in lebhafter Rhythmik unter Beweis gestellt wird. Leichtfüßige Gesangsharmonien im yessig getränkten Melodic Gewand lassen eingängige US-Rock-Tugenden mit der britischen Kunstrocktradition verschmelzen. Der Bass von Gary Strater ist allgegenwärtig und sorgt für ein überaus präzises Rhythmusgerüst. Leider ist der Mann an den wuchtigen vier Saiten während der Aufnahme des Albums im Jahr 2004 im Alter von 51 Jahren an einer heimtückischen Krankheit gestorben.
Im nachfolgenden "Babylon" läuft der glockenklare Gesang von Neuzugang Al Lewis zur Hochform auf und steht seinem Vorgänger Terry Luttrell in nichts nach. Neben der bereits erwähnten Rhythmusfraktion um Gary Strater sind mit Gitarrist Matt Stewart und Keyboarder Herb Schildt auch weitere Originalmitglieder an Bord. Der frühere Sänger von Starcastle hat im Titel "All For The Thunder" einen bemerkenswerten Gastauftritt und lässt gerade diese Nummer wie ein verschollenes Relikt aus den Siebzigern erscheinen. Der zweite Gitarrist der Formation aus den 70er Jahren Steve Hagler hat ebenfalls einen Gastauftritt, so dass neben diversen zusätzlichen "Session-Musikern" die gesamte damalige Bandbesetzung mit von der Partie ist.
Der orchestrale Schönklang der Ballade "Song Of Times" und der quirlige Uptempo-Schwulst von "Islands" sind willkommene Elemente des von den Amerikanern praktizierten Mainstream Progrocks, der sich in harmonieverliebten Melodien weidet.
Im Song "Love Is The Only Place" klingen aber auch bei solch einem erfreulichen und frischen Comeback die negativen Auswüchse des stromlinienförmigen US-Maintreams hervor, was mit einem abgedroschenen Refrain die Qualitätskurve nach unten sinken lässt.
Stilistisch ist die Melodic-Progressive-Mixtur mit dem dritten Starcastle-Album Citadel vergleichbar, was sich in einer doch nicht zu verleugnenden Mainstreamdominanz bemerkbar macht. Als Entwarnung muss erwähnt werden, dass Starcastle auf ihrem Comeback insgesamt doch authentischer und verspielter als Yes auf vielen ihrer Alben aus den 90er Jahre klingen. Die sprudelnde Agilität und Frische der früheren Zeit wird aber trotz aller positiven Vorzüge dieses Reunionalbums nicht erreicht. Nach 30 Jahren kann man zwar das Rad der Zeit zurückdrehen, was aber nicht direkt das Betreten einer Zeitmaschine bedeutet. Oft kommt diese Neuversion des Sternenschloss der alten Herrlichkeit sehr nahe, was die Melodic-Progrocker schon in Verzückung bringen sollte.
| Anspieltipp(s): |
Babylon, All For The Thunder |
| Vergleichbar mit: |
Yes meets Styx |
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| Veröffentlicht am: |
28.2.2007 |
| Letzte Änderung: |
28.2.2007 |
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Wozu eigentlich eine Drittrezi schreiben, wenn die Vorredner Nik und Horst eigentlich schon alles gesagt haben? Nun, weitere Meinungen sind ja vielleicht bei dem einen oder anderen durchaus nicht unerwünscht und überhaupt: "Alles gesagt? Sind doch irgendwie ziemlich unterschiedlich die beiden Rezensionen." ist auch eine recht plausible Antwort auf meine Anfangsaussage. Trotz den unterschiedlichen Bewertungen, zu denen Nik und Horst kommen, haben allerdings beide irgendwo Recht.
Dröseln wir das ganze also doch mal etwas auf: Starcastle galten ja vor ihrer laaaaaaaaangen Pause als lupenreiner Yes-Klon und zumindest von der Grundstimmung der meisten Songs und insbesondere vom Gesang her ist dies auch auf "Song of Times" nicht von der Hand zu weisen. Wer allerdings auf die frühen, komplexen Sachen von Yes steht, der wird mit dem Comeback-Album der Amerikaner dennoch nicht glücklich werden. Zu stark sind die AOR-Einflüsse, v.a. der Opener „Red Season“ macht dies sofort klar und geht mit dutzendfach wiederholtem "Red Season... uhuhuhuhuhuuuu" auch nicht gerade als Paradebeispiel für einen lyrisch gelungenen Refrain durch (auch wenn Yes-Fans ja eigentlich mit eher sinnbefreiten Texten gut klarkommen müssten), ebenso fällt direkt anschließende Longtrack "Babylon" weniger durch überbordende Komplexität als durch recht gelungene Melodiebögen an der einen oder anderen Stelle auf. In der Tat ist dann auch "Islands" der einzige Titel, in dem mal ein wenig losgefrickelt wird, und der dadurch sogleich wie ein Fremdkörper im Gesamtkontext der Platte wirkt, was mich persönlich eher stört.
Grundsätzlich bietet nämlich "Song of Times" hauptsächlich "orchestralen Schönklang", wie es Horst in seiner unnachahmlichen Art formuliert hat, und erinnert mich so noch am ehesten an eine AOR-isierte Variante der "Going For The One"-Yes. Wenn man sich an dieser Grundausrichtung nicht stört, ist das Album dann allerdings en gros durchaus gelungen, ich persönlich empfinde sogar die konsequent schmalzigen Momente wie "Love Is The Only Place" am authentischsten und gelungensten – wenn man schon schmalzigen Sympho-Rock macht, dann sollte man das auch mit Überzeugung machen, und nicht wie in "Babylon" auf Krampf noch eine Krummtaktpassage einbauen.
Wen es also nicht stört, dass Starcastle sich nicht auf ihr erstes Album zurückbesinnen sondern stilistisch eher auf ein Mischmasch der beiden Vorgänger setzen, der bekommt mit "Song of Times" ein ordentliches symphonisches Rockalbum mit progressiven Einflüssen geboten – mehr allerdings auch nicht, weswegen ich mich notenmäßig einmal ganz nonchalant in die Mitte der Vorrezensenten hocke.
| Anspieltipp(s): |
Babylon, Love Is The Only Place |
| Vergleichbar mit: |
AOR-Variante der "Going For The One"-Yes |
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| Veröffentlicht am: |
15.3.2007 |
| Letzte Änderung: |
15.3.2007 |
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29 Jahre! So viel Zeit verging zwischen dem vierten und dem neuen STARCASTLE Studio Album. 1976 gab es ein fulminantes selbstbetiteltes Debut. Im Klang und den Songs stark an YES angelehnt, ist das einer meiner absoluten Favoriten aus der 2.Liga des Prog. Danach erschienen noch drei weitere Alben zwischen Prog und Melodic Rock, wobei die Tendenz mit jedem weiteren Album in Richtung Mainstream deutlich anstieg. Obwohl alle Alben damals auf dem Majorlabel CBS/Epic erschienen, erreichten STARCASTLE nie einen größeren Bekanntheitsgrad über die Szene hinaus.
29 Jahre später also nun. Eigentlich 26 Jahre, denn das vorliegende Album wurde im Jahr 2004 eingespielt. Die dreijährige Fertigungszeit für "Song Of Times" ist wohl dem Tod ihres Bassisten und soundprägenden Mitglieds Gary Strater geschuldet, der im April 2004 mit nur 51 Jahren recht jung verstarb.
"Song Of Times" ist aber leider eine etwas zwiespältige Angelegenheit geworden. Im Sound vordergründig proggy, und durch Straters exzellente Arbeit am Lead-Bass weiterhin sehr YES-sig (was hat Chris Squire doch für ein Markenzeichen mit seiner Art Bass zu spielen in der Prog-Welt gesetzt). Die Songs jedoch sind oft nur recht banaler melodischer Rock der durch das Soundgewand aufgepeppt wurde.
Red Season z.B. beginnt sofort im ersehnten YES Sound, wird aber nach diesem kurzen Intro ein sehr unterdurchschnittlicher Melodic-Rocker, der zu allem Überfluß durch den hier grausig-schlechten Gesang des neuen Sängers Al Lewis, sowie durch einen total dämlichen Whoahoooahoo-Refrain vollends nervt. Babylon dagegen ist ein gemütlich schaukelnder Vierviertel-Takter, der mich deshalb etwas an Portrait (He Knew) von KANSAS erinnert. Hier singt Lewis wieder gut und Terry Luttrell, ihrem damaligen Sänger [und Urmitglied von REO SPEEDWAGON; Red.], sehr ähnlich. Dazu der Ohrwurm-Refrain und ein leicht vertrackter Mittelteil und schon haben wir einen gelungenen Hybrid aus Prog- und Melodicrock.
Song Drei ist dann schon der heimliche und traurige Höhepunkt des Albums. Das Titellied, das einzige Stück bei dem Strater nicht den Bass, sondern die Keyboards bedient, ist eine melancholisch-ätherische Ballade im allerschönsten Jon Anderson Stil mit ebensolchem Gesang von Al Lewis. Als ob Strater hiermit seinen eigenen Nachruf verfassen wollte, berührt das mein Herz und entlockt mir Tränen. Auch hier gibt's wieder eindeutige Ohrwurm-Qualitäten. Islands ist ein kleines proggiges, leider zu kurzes Highlight, bevor mit den nächsten drei Stücken Songs folgen die mich an YES zu Trevor Rabins Zeiten oder auch die kommerzielleren Songs von STYX denken lassen. So schlecht wie YES und STYX zu diesen Zeiten waren, so schlecht sind STARCASTLE hier.
Derart frustriert bin ich bei Stück Nr. 8 angelangt. All for the thunder markiert den Gastauftritt ihres Original-Sängers Terry Luttrell und klingt nicht nur deshalb wunderbar nach einem verschollenen Kleinod ihres ersten Albums. Das nächste Lied und nun geht die Stimmung wieder nach unten. Etwas 70er Hardrock wird geboten, langweilig und unpassend zur Band. Nach ca. fünf Minuten gibt es ein kurzes Hammond-Solo und danach endet der Song dann düster-spannend. Das letzte Stück auf dem Album soll wohl die vollends überflüssige Single-Version des neuneinhalbminütigen Babylon sein, das hier um rund 5 gekürzte Minuten noch mal ertönt.
Zwiespältig. Ein paar wirklich wundervolle schöne Momente und Songs. Viel Durchschnitt, der wohl die US Radio-Sender knacken soll. Und auch ein paar recht nervige Stellen. Nicht Fisch nicht Fleisch, weder Star noch Castle. Das mag an der Mitwirkung von sage und schreibe 13 Musikern liegen. Wie war das Sprichwort mit den vielen Köchen gleich noch? Die komplette Originalbesetzung (Strater, Stewart, Tassler, Schildt, Hagler, Luttrell) ist auf dem Album und sei es nur in Gastauftritten vertreten, jedoch ergänzt durch diverse andere Musiker. Eine aktuelle feste Band scheint sich aber noch nicht herausgebildet zu haben.
Ich bin gespannt ob und wie es mit STARCASTLE weitergehen wird. Durch Straters Tod ist das proggigste Element aus der Band verschwunden. Ob er adäquat ersetzt wird/ersetzt werden soll, wird man sehen. Ob das US Radio auf die Band anspringt ebenso. Daran wird es wohl im Endeffekt liegen, ob die Burgenbauer wieder eher den Progweg einschlagen oder in der Masse des US-Durchschnittsrocks versacken. Ich beobachte und hoffe.
P.S.: Sehr schönes kitschig-buntes Fantasy Cover-Artwork. Wäre absolut der FLOWER KINGS würdig.
| Anspieltipp(s): |
Babylon (die lange Version), Song of Times |
| Vergleichbar mit: |
Styx mit Yes-Anstrich |
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| Veröffentlicht am: |
16.3.2007 |
| Letzte Änderung: |
16.3.2007 |
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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Starcastle
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