Happy The Man
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Informationen
Allgemeine Angaben
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| Label: |
Arista Records |
| Durchschnittswertung: |
12.75/15 (4 Rezensionen) |
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Besetzung
| Stanley Whitaker |
six and twelve string guitars, vocals |
| Kit Watkins |
mini-moog, acoustic piano, Fender rhodes, A.R.P., Hammond organ, Hohner clavinet, flute, marimba |
| Frank Wyatt |
sax, flute, piano, keyboards, vocals |
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| Rick Kennell |
bass |
| Mike Beck |
drums |
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Tracklist
| Disc 1 |
| 1. |
Starborne
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4:31
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| 2. |
Stumpy Meets The Firecracker In Stencil Forest
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4:20
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| 3. |
Upon The Rainbow (Befrost)
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4:39
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| 4. |
Mr.Mirror's Reflection On Dreams
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8:51
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| 5. |
Carousel
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4:08
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| 6. |
Knee Bitten Nymphs In Limbo
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5:22
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| 7. |
On Time As A Helix Of Precious Laughs
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5:21
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| 8. |
Hidden Moods
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3:40
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| 9. |
New York Dream's Suite
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8:57
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| Gesamtlaufzeit | 49:49 |
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Rezensionen

"Happy The Man" waren eine der wenigen 70s US-Prog-Bands, die es tatsächlich schafften, bei einer grösseren Plattenfirma - in ihrem Fall "Arista" - einen Vertrag zu bekommen, dazu noch unter den Fittichen des bekannten Produzenten Ken Scott, der schon mit dem "Mahavishnu Orchestra" und "David Bowie" gearbeitet hatte.
So ist es auch kein Wunder, dass der Sound ihres Debütalbums "Happy The Man" für eine Platte aus den Siebziger Jahren hervorragend gut ist (auch wenn ich finde, dass der Nachfolger "Crafy Hands" noch eine Spur edler klingt): transparent und druckvoll.
Vielleicht liegt der Soundunterschied auch ein wenig an den Kompositionen. Klar, auch hier schon zelebrieren "Happy The Man" ihre einzigartige Mischung aus melodischer und harmonischer Zugänglichkeit bei komplexen Strukturen und Linien. Wieder gibt es jede Menge perlendes E-Piano und sanfter Synthie-Flächen sowie eleganter aber virtuoser Gitarre. Aber ein, zwei Unterschiede zu "Crafty Hands" lassen sich schon feststellen: zum einen scheint mir der Sound etwas erdiger, weniger entrückt-ätherisch und understated, was daran liegen mag, das hier das gute alte akustische Piano mehr zu Ehren kommt sowie daran, dass auch die Stücke bei aller fast jazzigen Eleganz öfter mal einen Gang engagierter klingen, dafür vielleicht nicht ganz so wunderschön schweben.
Zum anderen stehen die beiden Instrumentalisten Stanley Whitaker und insbesondere Kit Watkins etwas weiter im Vordergrund. Es gibt einen Haufen feiner Soli und Watkins bekommt jede Menge Gelegenheiten, als Synthesizer-Solist der Extraklasse zu brillieren: absolut virtuos und flink-fingrig, aber geschmackvoll und melodisch, dazu sein einzigartiger, leicht quäliger sanfter MiniMoog-Sound und der souveräne Einsatz der verschiedenen Modulationsmöglichkeiten des Instruments (Vibrato, Pitchbend). Weltklasse! Zu den Schwachstellen der Platte bzw. der Band gehört leider der Gesang, der aber gottseidank nur auf zwei Titeln ("Upon The Rainbow", "On Time As A Helix Of Precious Laughs") zum Einsatz kommt und so das Vergnügen an "Happy The Man" nicht wirklich trübt: Stanley Whitakers Stimme ist schon ok, aber er klingt eine Spur zu bemüht.
Das musikalische Material, das geboten wird, ist zum grösstenteil hervorragend und auch sehr abwechslungsreich: dem Titel gemäss mit atmosphärischen Synthesizersounds eröffnet "Starborne" das Album, aber auch hier kriecht - ähnlich "Ibby It Is" von "Crafty Hands" - auf leisen Pfoten, fast unbemerkt, der Bombast durch die Hintertür ins Stück. "Stumpy Meets The Firecracker In Stencil Forest" und "Knee Bitten Nymphs In Limbo" (diese Titel!) sind beide 'Comic-Songs': witzig, flott, zerissene hektische Linien in den Leadinstrumenten, teils durch's Saxophon unterstützt, wobei ich allerdings den Trompetenartigen Sound in letzterem schon fast zu nervig finde. "Carousel" hingegen ist, trotz des Kirmestitels, sicher kein Comic-Song, sondern ein düsterer, bedrückender Moll-Walzer sorgt für surreale Atmosphäre; darüber darf sich Kit Watkins austoben.
Noch ein paar Worte zu den beiden längeren Songs: "Mr.Mirror's Reflection On Dreams" ist der vielleicht konventionell-proggischte Song der Band, der teilweise fast wie eine gute Neoprog-Nummer klingt, diesem Sound also schon einige Jahre zuvorkommt. Piano-Kaskaden, hymnische Teile: eine feine Nummer. Die "New York Dreams Suite" stammt schon aus dem Jahre 1974 (siehe das Demo auf "Death's Crown"), deshalb bin ich mir nicht sicher, ob die Ähnlichkeit mit "Yes'" "Gates Of Delirium" Zufall ist oder nicht. Die "New York Dreams Suite" dreht sich - natürlich - um die Stadt New York. Jemand wacht aus einem Traum auf und findet sich mitten in der Grossstadt wieder; die strukturelle Ähnlichkeit zu "Gates" ist auffällig: ein sanfter Beginn (E-Piano, Synthies, Vogelrufe, plörtlicher Ausbruch des - scheinbaren - Chaos: Hektik, treibende Riffs, Taxi-Hupen, Sirenengeheul (vergleiche auch "KCs" "Neurotica"!), schliesslich ein gesetztes, ruhiges Ende.
Insgesamt ist "Happy The Man" ein tolles Album geworden einer Band mit absolut eigenständigem Sound: abwechslungsreich, komplex, aber dabei eminent unterhaltsam und sehr gut hörbar. Der Kultstatus der Band, der schliesslich zu einer Reuniun diesem Jahr geführt hat, ist sicher nicht unverdient. Sehr empfohlen! Lediglich wegen der etwas schwächeren Vokalnummern würde ich "Happy The Mans" Debüt eine Spur schwächer einordnen als "Crafty Hands", aber ehrlich gesagt ist der Unterschied marginal, und beide Platten sollte man - finde ich - mal gehört haben.
| Anspieltipp(s): |
Stumpy Meets The Firecracker In Stencil Forest, New York Dream's Suite |
| Vergleichbar mit: |
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| Veröffentlicht am: |
8.5.2002 |
| Letzte Änderung: |
8.5.2002 |
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Drehen wir die Uhr einmal um einige Jahrzehnte zurück und beleuchten eine exzellente Gruppe, die auf ihrem Debüt feine, sehr wohldurchdachte Musik bietet. Nun hat dieses Kompliment inhaltlich zwar zunächst gar keine Aussage, aber mit den Zusätzen, dass die fünf Amerikaner anspruchsvollen 70er Progressive Rock mit leicht verdaulichen Jazzstrukturen im Canterbury Stil vereinen, dazu auch stellenweise Instrumente, wie Saxophon oder Flöte verwenden, wird dieses Aussage letztendlich doch mit Innhalt gefüllt.
Wem der Begriff Jazz etwas sauer aufstößt, dem sei zur Entwarnung gesagt, dass sich diese Kategorisierung hauptsächlich auf die Saxophonpassagen und kurzen Intermezzi in manchen Liedern (z.B. Anfang von "Mr.Mirror's reflection on dreams") bezieht. Mehr noch als gleichberechtigt stehen daneben solistische Ergänzungen durch Gitarre und vor allem Keyboards.
Happy The Man sind sehr vielseitig. Mal gibt man sich sehr relaxt und eher zurückhaltend ("Starborne", "Hidden moods"), setzt dabei recht locker durch die schon angesprochenen Soli und Dramatik musikalische Farbtupfer. Mal gibt es vom inneren Aufbau her komplexe und von Breaks durchsetzte Lieder ("Stumpy meets the Firecracker in Stencil Forest"), ohne sich dabei jedoch völligem Chaos oder abgedrehten Avantgarde Rock hinzugeben. Die Mitglieder von Happy The Man verstehen es vielmehr, ihre Fähigkeiten geschickt songdienlich unterzuordnen.
Es fällt ungeheuer schwer, überhaupt eine vergleichbare Band zu finden. Im Musea Katalog versucht man sich mit Camel, doch hinkt dieser Vergleich, da bis auf kurze Gitarrenpassagen mir keine Ähnlichkeiten zu Andy Latimer und Konsorten aufgefallen sind. Ein weiteres Merkmal der Amerikaner ist der sehr zurückhaltend eingesetzte, jedoch gute Gesang. Gerade mal bei zwei Liedern vernimmt man Stanley Whitakers sonores Organ.
Ein echter Klassiker aus den 70ern, den es zu entdecken lohnt.
| Anspieltipp(s): |
Starborne, New York Dream's Suite |
| Vergleichbar mit: |
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| Veröffentlicht am: |
13.7.2004 |
| Letzte Änderung: |
29.9.2004 |
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Theoretisch darf mir Happy The Man gar nicht gefallen. Denn irgendwie hat die Band was ganz liebliches, was verträumtes - ja, vielleicht kann man es sogar so nennen - esoterisches in ihrem Sound.
Klingt wie Kitsch - hm, ja vielleicht - Kitsch auf gaaaaanz hohem Niveau. Denn eigentlich bieten Happy The Man die absolute Vollbedienung für den, der diese auf musikalischem Level sucht. Was da an Leichtigkeit über einen hinwegrollt, strotzt in sich drinnen nur so vor Komplexität. Da gibt es eine schier wahnsinnige Komplexität bei der Rhythmik. Krumme Takte werden munter miteinander verquickt, freundlich im Offbeat geklopft und gekonnt mit verschiedenen Rhythmen auf den Punkt musiziert. Die Gefahr besteht, dass dies bei oberflächlichem Lauschen überhört, bzw. als "anstrengend" empfunden wird. Taucht ein und lauscht und entdeckt nebenbei unbedingt der Vielfalt der Instrumentierung, die irgendwie einen eigenen Sound kreiiert. Dieser lässt sich allenfalls mit dem Spaßfaktor von Gentle Giant und der Hingabe der Yezda Urfa in einen Topf werfen - allerdings mit mehr Rumms. Die Leichtigkeit - nein, ich muss es sicher anders sagen - die Selbstverständlichkeit, mit der hier musiziert wird, ist großartig. Da perlen die Töne warmherzig aus dem Piano, tönt ein Saxophon immer wieder skurrile Stimmungen und Figuren dazwischen und die Gitarre scheint witzige Kapriolen zu schlagen - immer wieder aufs Neue. Wer es nicht glaubt, der lausche mal dem kurzen "Stumpy Meets The Firecracker In Stencil Forest": Wer danach noch ein 20 Minuten Stück benötigt, um proggy zu sein, der wird sein Denken nach dem Hördurchgang auf den Kopf gestellt wissen.
Happy The Man sind viel zu spät von mir entdeckt worden. Und ich würde mir wünschen, dass manch einer noch in den Genuss dieses großartigen Debüts aus dem Jahre 1977 kommt. Für den Einsteiger empfehle ich die von Udo bereits erwähnten ("etwas" schwächeren - *hüstel*) Stücke mit Gesang, da sie doch gefälliger im ersten Höreindruck wirken. Die wahre Freude entpuppt sich aber beim tiefen Eintauchen in die volle Komplexität des Albums.
| Anspieltipp(s): |
Upon The Rainbow (Befrost), Carousel, Stumpy Meets The Firecracker In Stencil Forest (Vollbedienung!!!) |
| Vergleichbar mit: |
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| Veröffentlicht am: |
27.2.2008 |
| Letzte Änderung: |
27.2.2008 |
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Happy The Man widmeten sich auf ihrem Debütalbum einem symphonischen Fusionsound, der von dem geschmeidigen Instrumental "Starborne" mit ätherisch-schwebenden Synthieflächen eröffnet wird. Im behutsamen Spannungsaufbau entwickelt sich eine weit ausladende Version des von Chick Corea geprägten keyboardorientierten Jazz-Rocks. Das Songwriting zeigt sich stilistisch aber auch im symphonischen Progrock der frühen 70er Jahre beheimatet, ohne sich dabei direkt an eine der großen Bands anzulehnen. Im nachfolgenden "Stumpy Meets The Firecracker In Stencil Forest" widmet sich die Band einem saxophonlastigen Sympho-Jazz mit funkigen Spuren, ehe dann mit "Upon The Rainbow (Befrost)" ein entspannter Gesangstitel folgt, der von der für die Formation so typischen Eleganz erfüllt ist und von zurückhaltenden Saxophoneinsätzen sowie wunderschön relaxten Keyboardfiguren erfüllt ist. Der unauffällige Gesang passt vortrefflich dazu.
Die Linie eines symphonisch-jazzigen Wohlfühlsounds wurde zum Markenzeichnen einer leider oftmals doch übersehenen Band und kann in Form des herrlich perlenden melancholischen zweiten Gesangstitels "On Time As A Helix Of Precious Laughs" mit einer nicht zu erwartenden emotionalen Wärme aufwarten, die auf dem folgenden Album "Crafty Hands" sogar noch überzeugender umgesetzt wurde.
| Anspieltipp(s): |
Starborne, On Time As A Helix Of Precious Laughs |
| Vergleichbar mit: |
elegantem Sympho-Jazzrock |
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| Veröffentlicht am: |
20.12.2011 |
| Letzte Änderung: |
20.12.2011 |
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