In Praise Of Learning
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Informationen
Allgemeine Angaben
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| Label: |
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| Durchschnittswertung: |
12/15 (1 Rezension) |
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Besetzung
| Tim Hodgkinson |
organ, clarinet, piano |
| Fred Frith |
guitar, violin, xylophone, piano |
| John Greaves |
bass, piano |
| Chris Cutler |
drums, radio |
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| Dagmar Krause |
vocals |
| Peter Blegvad |
guitar, vocals, clarinet |
| Anthony Moore |
piano, electronics |
| Lindsay Cooper |
bassoon, oboe |
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Gastmusiker
| Geoff Leigh |
soprano sax |
| Mongezi Feza |
trumpet |
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Tracklist
| Disc 1 |
| 1. |
War
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2:25
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| 2. |
Living In The Heart Of The Beast
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15:30
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| 3. |
Beginning: The Long March
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6:26
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| 4. |
Beautiful As The Moon - Terrible As An Army With Banners
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7:02
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| 5. |
Morning Star
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6:05
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| 6. |
Lovers Of Gold
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6:28
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| Gesamtlaufzeit | 43:56 |
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Rezensionen

1974 nahmen "Henry Cow" zusammen mit der Band "Slapp Happy" deren Album "Desperate Straights" auf und beschlossen nach der guten Zusammenarbeit, die beiden Bands zu fusionieren. So kam es, dass neben den Alt-'Kühen' Tim Hodgkinson, Fred Frith, John Greaves, Chris Cutler und Lindsay Cooper bei "In Praise Of Learning" auch die Ex-"Slapp Happy"-Mitglieder Peter Blegvad, Anthony Moore und Dagmar Krause zur Band gehörten.
Die "Slapp Happy"-Leute brachten einen etwas Song-orientierteren Ansatz in den Cow-Kosmos, insbesondere, da mit Dagmar Krause eine dedizierte Sängerin nun Teil der Band war. Und was für eine! Der Name sagt eigentlich schon alles: "Dagmar Krause" klingt genauso, wie die famose Dagmar singt: voller Pathos, Elan, rollendem Errrrrrrr und mit einem deutschem Akzent, der Frank Bornemann fast wie einen Native Speaker klingen läßt. Krauses Gesang ist ganz entschieden das, was der anglizierte Prog-Fan als "acquired taste" bezeichnen würde. Ich jedenfalls liebe ihn. Die jetzt zwangsweise vorhandenen Texte zur Musik zeigen übrigens, soweit ich das beurteilen kann, da für mich die Lyrics in der Regel eher zweitrangig beim Musik-Genuß sind, die politischen Vorlieben der Band mehr oder weniger deutlich oder verklausuliert auf. Aber Stellen wie "Arise Work Man and seize the Future. Let Ends Begin" muß man wohl nicht weiter kommentieren. Nicht umsonst zeigt das Backcover-Photo des Booklets die Band bei einem Festival der Italienischen Kommunistischen Partei...
Das erste Stück, "War" ist das einzige, das von den Ex-Slapp-Happys geschrieben wurde. Ein Freund von mir, übrigens ein Prog-Liebhaber, hat es einmal mit "Ist das Can-Can?" kommentiert. Soviel dazu, wie sehr "Henry Cow" nach typischem Prog klingen. Aber "Can Can" ist es mit seltsamem siebener Rhythmus, Dagmars Gesang und jazzigem Trompetensolo sicher nicht, auch wenn der zum Restrhythmus gegenläufige Schlagzeugpart und die "Hohohohohohohohohoho"- Chorstellen die Assoziation gar nicht mal so weit hergeholt scheinen lassen. Das folgende "Living In The Heart Of The Beast" von Hodgkinson bietet dann aber wieder klassischen "Henry Cow"-Sound, jetzt allerdings ergänzt um Krauses Gesang. Nach einem schräg-rotzigen Gitarren-Intro läuft ein 15minütiges Kaleidoskop anspruchsvoller durchkomponierter Klänge zwischen Rock, Avantgarde, Jazz und neuer Klassik mit komplexen Linien, kraftvollen, fast rockigen Eruptionen ebenso wie sanften ruhigen Stellen (z.B. mit fließendem Klavier, seltsamen Heimorgelsounds oder perkussivem Xylophon im Duett mit dem Baß), bei dem der Gesang voll als durchkomponierte Stimme ins Arrangement eingebettet wird.
"Beginning: The Long March", "Morning Star" und "Lovers Of Gold" entstanden aus der Basis experimenteller freier Improvisationen, die auf einer "Henry Cow"-Platte natürlich nicht fehlen dürfen, wobei "Lovers Of Gold" auf dem gleichen Material wie "Beginning: ..." basiert, aber mit einer deklamierenden, oratorienhaften, aber angemessen schrägen Gesangsmelodie und einem Text versehen wurde. Es handelt sich um drängende avantgardistische atonale Klanggemälde, Lautmalerei auf den Instrumenten (z.B. mit dem knarzenden Fagott von Lindsay Cooper), wieder teilweise mit nachträglicher Bandbearbeitung und Elektronik-Effekten. Ob diese 'Stücke' wirklich musikalischen Nährwert haben, sei dahingestellt. Auf jeden Fall weiß man nie genau, aus welcher Ecke in der nächsten Sekunde welches Geräusch ertönt. Und wieder (siehe "Unrest") sind sie nie so lang, dass sie wirklich eintönig oder langweilig werden, ein Kunststück, das auf der noch zu besprechenden "Concerts"-Platte nicht immer so gelungen ist.
"Beautiful..." ist wieder ein durchkomponiertes Stück mit verhältnismäßig viel Klavier-Begleitung, das fast ein bisschen hymnisch beginnt und sehr stimmungsvoll wirkt, was wohl auch auf Krauses engagierten Gesang zurückzuführen ist. Es kommt insgesamt wohl einem herkömmlichen Song am nächsten, verzichtet aber nicht auf fanfaren-artige Holzbläser im Hintergrund, seltsame Rhythmen und einen überaus spannenden, drängenden Mittelteil mit atonalen Piano-Einwürfen, die immer mehr die Kontrolle übernehmen, bis das eigentliche Stück ausblendet und nur das Piano übrigbleibt, bis plötzlich Krauses hymnischer Gesang wieder einsetzt. Toll.
Fazit: eine großartige, sehr unterhaltsame Platte, aber wieder keine besonders leicht zugängliche Kost, auch wenn die Ergänzung durch "Slapp Happy" und insbesondere der Gesang die Cows doch für meinen Geschmack etwas leichter verdaulich macht, sie aber dennoch anspruchsvoll und intelligent bleiben. Wer mal in den "Henry Cow"-Kosmos reinschnuppern will, sollte vielleicht hier anfangen, allerdings nur, wenn er oder sie sich mit Krauses teutonischem Gesang anfreunden kann und auch die 19 Minuten experimentellerer Klänge verträgt.
| Anspieltipp(s): |
Living In The Heart Of The Beast; Beautiful As The Moon... |
| Vergleichbar mit: |
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| Veröffentlicht am: |
11.5.2002 |
| Letzte Änderung: |
11.5.2002 |
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