Samsâra
|
|
Informationen
Allgemeine Angaben
Besetzung
| Claude Mignon |
Guitar, Keys, Mandole, Naration |
| Gérad Le Dortz |
Samples, Naration |
| Doro.t |
Chant breton |
| Farid Ait Siameur |
Chant Kabyl |
|
| Gurvan Mével |
Drums & Percussion |
| Ronan Hilaireau |
Piano |
| Olivier Carole |
Bass, Kontrabass |
| Gwenhael Mével |
Flutes |
|
Tracklist
| Disc 1 |
| 1. |
Encore
|
0:51
|
| 2. |
Sonj
|
4:56
|
| 3. |
Ay adu
|
5:58
|
| 4. |
O redek
|
10:09
|
| 5. |
Qim iydi...
|
6:36
|
| 6. |
Awalik
|
3:50
|
| 7. |
An tourioù
|
4:15
|
| 8. |
La longue marche
|
6:40
|
| 9. |
A-raok...
|
5:15
|
| 10. |
Vers ma maison...
|
5:14
|
| 11. |
All leon...
|
3:09
|
| 12. |
Perdue au loin...
|
2:50
|
| 13. |
Kouezhan
|
5:36
|
| 14. |
Samsâra
|
7:31
|
| Gesamtlaufzeit | 72:50 |
|
|
Rezensionen

Diese Veröffentlichung ist sicherlich eine der exotischsten, die ich je in den Händen gehalten habe. Dies bezieht sich sowohl auf die Musik, als auch auf die Aufmachung. Im Grunde muss man hier von einem musikalisch-optischen Gesamtkunstwerk sprechen. Ganz klar, dieses in Buchform gestaltete Album ist für die Raritäten-Jäger und Sammler unter Euch ein gefundenes Fressen.
?Samsâra? kommt in nahezu LP-Größe mit festem Einband und 64-seitigem Buch daher, das vom Künstler und Texter Gerard Le Dortz ? einem der beiden kreativen Köpfe des Duos Seven Reizh - eindrucksvoll gestaltet wurde. Das hat ganz große Klasse ? aber natürlich auch seinen Preis. Eine Low-Budget Variante wie beim Debütalbum ?Strinkadenn Ys? (da habe ich die Buchausgabe gar nicht kennen gelernt) gibt es diesmal nicht. Eine, wie ich finde, etwas rätselhafte Verkaufspolitik.
Zum Inhalt kann ich nicht viel sagen, da die Texte zwar neben Bretonisch und Französisch auch in Englisch abgedruckt sind, die Rahmenhandlung dieses Konzeptalbums aber leider nur in Französisch zu lesen ist. Musikalisch kann man ?Samsâra? sicherlich der Kategorie folkig angehauchter sinfonischer Progrock zugeordnet werden. Um diese ?Schublade? mit ein paar Namen zu füllen: Es fallen Parallelen zu Künstlern wie Mike Oldfield, XII Alfonso, Rene de Vreng, Iona, Pink Floyd, Deep Forrest oder Camel auf. Doch diese Vergleiche hinken, denn Seven Reizh schaffen ihren ganz eigenen Klangkosmos. Am auffälligsten dokumentiert dies der Gesang: eine zarte weibliche bretonische Stimme gepaart mit männlichem kabylischen, sprich arabischem Gesang. Eine in der Rockmusik wohl einmalige Kombination. Die wundervollen, symphonischen Kompositionen, die den Hörer förmlich in eine ganz eigene Welt abtauchen lassen, werden durch bisweilen sehr fremdartige Instrumente von über 20 Gastmusikern untermalt.
Keine Frage, dieses Album besitzt so etwas wie Magie und hebt sich von den üblichen Veröffentlichungen deutlich ab. Für mich ist es das Prog-Highlight des Jahres 2007. Wer neugierig geworden ist, sollte sich unbedingt eine Hörprobe auf der bandeigenen Homepage gönnen.
| Anspieltipp(s): |
O redek |
| Vergleichbar mit: |
|
|
| Veröffentlicht am: |
11.1.2008 |
| Letzte Änderung: |
12.1.2008 |
|
|
|
Zum Seitenanfang

Lange fünf Jahre waren vergangen, als die Celtic-Proggies Seven Reizh 2007 ihr Nachfolgealbum zu Strinkadenn Ys veröffentlichten. Leider blieb der Genuss dieser Scheibe nur wenigen Hardcore-Fans vorbehalten, da sie wegen des aufwändigen Artworks "sündhaft" teuer war. Mittlerweile gibt es jedoch eine Ausgabe zum normalen Preis im schlichten Jewel-Case.
Gegenüber dem gefälligen Vorgängeralbum klingt Samsâra (indisch für: der leidvolle Kreislauf von Werden und Vergehen) weniger "süßlich", aber mindestens genauso mystisch. Dies liegt einerseits sicherlich an einer Steigerung der orientalischen Elemente u.a. durch den männlichen arabischen Gesang (in reizvollem Kontrast zum bretonischen Frauengesang). Andererseits weicht aber auf Samsâra dem Thema entsprechend die gelegentliche süße Leichtigkeit einer wehmütigen Schwere. Die helleren Klänge von Strinkadenn Ys, die gleichwohl eine mystische Dimension aufwiesen, werden auf Samsâra quasi tiefer in Dunkelheit getaucht. Auch die neue Sängerin Doro.t unterstützt mit ihrer samtweichen, der Vorgängerin durchaus ähnlichen Stimme, aber mit dunklerem Timbre, diesen Eindruck.
Mit einer beeindruckenden instrumentalen Vielfalt setzen Seven Reizh das Konzept Samsâra um. Neben den in der Besetzung oben genannten Instrumenten gibt es auch sehr atmosphärische Gastspiele von Violine, Violoncello, Trompete, Keltische Harfe, Akkordeon, Klarinette sowie weltmusikalischer Instrumente wie Bodhran, Kora, Udu, Zarb, Tama und Duduk.
Insgesamt vermitteln Seven Reizh auf Samsâra ein hervorragend abgestimmtes, dichtes Zusammenspiel der unterschiedlichen musikalischen Elemente zwischen denen im Wortsinne Welten liegen und bieten damit ein besonderes Stück Weltmusik.
Nachtrag: Dank an Leser Stefan, der darauf aufmerksam gemacht hat, dass die Buchausgabe der CD gegenwärtig noch direkt auf der Bandseite von Seven Reizh (klick auf "achat direct") für 30 EUR (plus 5-6 EUR Versand) zu beziehen ist.
| Anspieltipp(s): |
Sonj, Qim iydi... |
| Vergleichbar mit: |
|
|
| Veröffentlicht am: |
8.7.2008 |
| Letzte Änderung: |
10.7.2008 |
|
|
|
Zum Seitenanfang

Das zweite, wiederum optisch und akustisch außergewöhnliche Kunstwerk der Bretonen von Seven Reizh, wurde wie schon deren Debütscheibe Strinkadenn Ys im Spirit of 66 der Weltöffentlichkeit vorgestellt. Hierzu nutzte man das ProgResiste Festival am 14.10.2006.
Die Protagonisten präsentierten ein ausgezeichnetes, in Buchform gestaltetes Album (Format 25 x 26 cm), das einem direkt den Hauch des Besonderen suggeriert. Für den hohen Preis von 30,- Euro bekommt man aber eine hervorragend entworfene CD-Umhüllung geboten, die von Künstler und Texter Gerard Le Dortz, einem der beiden Projektköpfe, designed wurde. Das 64-seitige Buch ist in bestem Druck und guter Verarbeitung mit vielen künstlerisch ansprechenden Motiven gefüllt. Zusätzlich sind die Liedtexte sowohl in Bretonisch, in Französisch als auch in Englisch abgedruckt. Leider ist die Geschichte, die auf jeder zweiten Doppelseite erzählt wird, nur in Französisch zu lesen. Hier würde ich mir zukünftig auch eine englische Übersetzung wünschen.
Die CD selbst ist nun musikalisch mit einem großen Querschnitt aus sinfonischer und ethnologischer Progmusik gefüllt. Das ganz Besondere an Seven Reizh sind allerdings der bretonische weibliche sowie der kabylische (aus Algerien stammende) männliche Gesang. Dies klingt sehr angenehm und herrlich exotisch in meinen Ohren, da Sängerin Doro.t mit ihrer elfenhaften Stimme in Ergänzung zu dem orientalischen Timbre von Sänger Farid Ait Siameur eine ansprechende Atmosphäre schafft. Hier wird nicht virtuos oder besonders außergewöhnlich gesungen, sondern halt richtig schööön.
Der musikalische Kopf und Komponist dieses Projektes ist Claude Mignon, der auch die Keyboards bedient und Gitarre sowie Mandoline spielt. Neben den festen Hauptakteuren wie Sängerin, Sänger, Schlagzeuger, Bassist, Pianist und Flötist hört man noch über 20 weitere Gastmusiker. Dadurch werden einem auf Samsâra abwechslungsreiche Instrumentierungen geboten, die von orchestralen Klängen über orientalische Töne bis zu keltischen Lauten einen großen Klangkosmos abdecken. In diesem Zusammenhang kann ich als Vergleich folgende Bands aufführen, die mir beim Hören immer wieder mal in Erinnerung kommen: Douze Alfonso, Pink Floyd, The Alan Parsons Project, Mike Oldfield, Camel und Iona. Bestimmte Stücke aus diesem Konzeptalbum zu erwähnen, scheint mir unangebracht, da die ganze CD wie aus einem Guss auf mich wirkt. Hier findet man auf 73 Minuten ein kompositorisch außergewöhnlich stimmiges Gesamtbild, welches von vielen unterschiedlichen Samples, Musikinstrumenten und Stimmungen getragen wird. So hört man zu Beginn, untermalt von ruhigen Tönen, die Stimme von Martin Luther King mit ?I Have A Dream....?. Später folgen, auch immer mal wiederkehrend, prägnant melodische Dudelsackklänge, die sich wiederum mit orientalischen Lauten abwechseln, um schließlich auch in rockende Gitarrenpassagen überzugehen. Das Gitarrenspiel kann auch schon mal an David Gilmour erinnern. Schließlich bleibt ein sinfonisch-progressives Grundkonzept die wesentliche, musikalische Eigenschaft dieser CD.
Seit dem Kauf von Samsâra am 14.10.2006 hat der Silberling wohl in den letzten 2 ½ Jahren im Vergleich zu anderen CDs mit die meisten Umdrehungen in meinen CD-Playern zurück gelegt. Auch Freunde und Bekannte, die sonst nicht unbedingt etwas mit Progmusik zu tun haben, erkundigten sich interessiert nach dieser außergewöhnlichen Musik. Von daher.........ihr solltet auf der Homepage oder der MySpace Seite der Band in die Video- und Soundfiles reinhören und dann entscheiden, ob ihr für 36,- Euro inklusive Verpackungs- und Portokosten euch auch etwas Besonderes aus Frankreich schicken lassen wollt. Alternativ kann man inzwischen aber auch eine reguläre CD Pressung erwerben, die von den bekannten deutschen Mailordern vertrieben wird.
Für mich war Samsâra die schönste musikalische CD Erscheinung des Jahres 2006 und gilt bis Mai 2009 immer noch zu den beeindruckenden Erscheinungen der letzten Jahre. Allerdings vergebe ich inzwischen nicht mehr die höchste Punktzahl, da die anfängliche ganz besondere Begeisterung nach Jahren einer gemäßigten Faszination gewichen ist.
| Anspieltipp(s): |
Das ganze Werk |
| Vergleichbar mit: |
Eigentlich einzigartig |
|
| Veröffentlicht am: |
17.5.2009 |
| Letzte Änderung: |
18.5.2009 |
|
|
|
Zum Seitenanfang
Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Seven Reizh
Zum Seitenanfang
|