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King Crimson

In The Court Of The Crimson King - An Observation By King Crimson

(Siehe auch: Leitfaden "Britischer symphonischer Prog der 70er Jahre")
Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 1969
Besonderheiten/Stil: Klassischer Prog
Label: Island
Durchschnittswertung: 14.4/15 (6 Rezensionen)

Besetzung

Robert Fripp Gitarre
Ian MacDonald Flöte, Saxophon, Keyboards, Vibraphon
Greg Lake Bass, Gesang
Michael Giles Schlagzeug

Tracklist

Disc 1
1. 21st Century Schizoid Man including Mirrors 7:20
2. I Talk To The Wind 6:05
3. Epitaph including March For No Reason and Tomorrow And Tomorrow 8:47
4. Moonchild including The Dream and The Illusion 12:11
5. The Court Of The Crimson King including The Return Of The Fire Witch and The Dance Of The Puppets 9:22
Gesamtlaufzeit43:45


Rezensionen


Von: Udo Gerhards (Rezension 1 von 6)


Wie soll man eine Kritik zu dieser Platte beginnen? Eine Kritik zu der Platte, von der man wohl sagen kann, daß sie die erste sei, die die Bezeichnung "Progressive Rock"-Platte wirklich verdiene, die Platte, von der manche behaupten, daß sie dieses Genre überhaupt erst als solches begründet habe.

Unzweifelhaft ist, dass "In The Court Of The Crimson King" einen unglaublichen Einfluß auf die Entwicklung vieler Bands gehabt hat, von "Genesis" über "Van Der Graaf Generator" bis "Yes". Wenn eine Prog-Platte die Bezeichnung "Klassiker" verdient hat, dann diese: Vision, Talent, handwerkliche Perfektion, hervorragender Sound, Innovation. Auch heute noch ist es einfach erstaunlich, wie weit "Court" soundmäßig und kompositorisch seiner Zeit voraus war - schließlich schrieb man bei ihrem Erscheinen erst das Jahr 1969. Und das bei einem selbstproduzierten Debüt einer Band aus lauter Nobodies, die keine nennenswerte Vorgeschichte im Rock-Zirkus aufzuweisen hatten.

So viele Genre-Merkmale werden hier schon vorweg genommen: das berüchtigte Mellotron, virtuose Instrumentalteile, vielteilige lange Stücke, phantastisch-surreale Texte, prätentiöse Untertitel, ausgedehnte Improvisationen, Kontrast von krachend elektrischen und sanft pastoralen Stellen, Kombination von klassischen und Jazz-Einflüssen mit Rockausdrucksweise. Und zu alle dem ein enigmatisches, gleichermaßen verstörendes wie faszinierendes Cover.

Und verstörend beginnt die Platte: nach einigen Sekunden leiser, kaum hörbarer Geräusche bricht das Gewitter in Form von "21st Century Schizoid Man" über den Hörer hinein: ein krachend schleppendes heftiges Riff mit verzerrten Vocals, dann plötzlich ein treibender Instrumentalteil mit bis dato nie gehörtem exakten Unisono-Riffing der gesamten Band, schräge Soli von Gitarre und hupendem Sax, die zurück geführt werden zum harten Anfangsteil. Der "King Crimson"-Song überhaupt, der so mit der Band identifiziert wurde, daß Gitarrist Robert Fripp irgendwann schwor, ihn nie wieder zu spielen, was er natürlich nicht eingehalten hat.

Und der Kontrast zum Nachfolgenden "I Talk To The Wind" könnte kaum größer sein: sanfte Flöten, ruhiger Gesang, tupfende Gitarre, Klarinetten-Begleitung, fließendes Schlagzeug, wunderschönes Flötensolo.

Danach das stimmungsvolle, unglaublich melancholische, dennoch kraftvolle, hymnische "Epitaph" mit schwellendem Mellotron, orchestraler Percussion und tollem Gesang von Greg Lake, der vielleicht auf dieser Platte schon die beste Gesangleistung seiner langen Karriere abgeliefert hat.

Einen einzelnen Akteur aus dieser Band herauszuheben ist nicht möglich. Diese Platte ist ein "Group-Effort" durch und durch. Natürlich: die ganze Platte über begeistert Michael Giles' einfallsreiches, verspieltes, aber nie aufdringliches, immer exaktes Schlagzeugspiel. Ian McDonalds Holzbläser-Künste funktionieren in der geschmackvollen Begleitung ebenso wie in kraftvollen und wunderbar melodischen Solos und am Mellotron baut er das Klangfundament für die majestätischen Kompositionen. Greg Lake singt gleichzeitig kraftvoll und gefühlvoll. Fripp begleitet sanft und rifft heftig. Aber all dies geschieht immer eingebettet und perfekt integriert in die einzelnen Stücke.

"Moonchild" mutiert nach sanftem, wie aus weiter ferne wirkenden Anfang zu einem ruhigen, freien psychedelischen Klang-Gemälde, eine spontane Improvisation im Studio zwischen McDonald, Fripp und Giles, einer jener Momente, in denen - mit Fripps Worten - die Musik die Spieler bei der Hand nahm. Ein Moment, der von Zuhörer Konzentration und Bereitschaft verlangt, aber unbedingt lohnenswert. Die Intimität der Situation, das Erstaunen der Musiker über das eigene Tun sorgen dafür (und daß mir jetzt niemand was von wegen "selbstverliebtes, indulgentes Genudel" schreit!). Und dann der plötzliche Übergang ins majestätische "In The Court Of The Crimson King", wieder mit kraftvollem Gesang, toller Schlagzeugarbeit und absolutem Gänsehauteffekt im hymnenartigen Refrain, der am Schluß mit hupenden Keyboards und verzerrte Gitarre versetzt wird und einen ebenso großartigen wie verstörenden Abschluß bildet.

Irgendwer hat mal gesagt: "Nicht jeder mag diese Platte, aber jeder ist beeindruckt." Das stimmt wohl. Und nach diesem Meilenstein zerbrach auch prompt die erste, für manche einzig wahre "King Crimson"-Formation, vielleicht erschöpft durch die eigene Kreation. In der Tat gaben Ian McDonald und Michael Giles als Grund für ihren Ausstieg an, daß ihnen "King Crimsons" Musik zu paranoid und zu düster sei, daß sie fröhlicheres und weniger gefährliches machen wollten und schlugen Fripps Angebot aus, daß er statt ihnen die Band verlasse. So führte Fripp die Band über verworrene Wege und unstete Jahre weiter. Aber wie weit der Einfluß dieser ersten Formation reichte, wurde erst wirklich klar mit Erscheinen des "Epitaph"-Boxsets.

Es bleibt nur ein Satz zu sagen: diese Platte gehört unter allen Umständen in eine Prog-Sammlung, die diesen Namen verdienen soll. Die 14.95 DM, die man in einem guten Plattenladen dafür auslegen muß, sind gut investiert. Und spätestens, seit das 24 Bit-Remaster im Miniatur-LP-Cover erschienen ist, hat man wirklich keine Ausrede mehr dafür, sie nicht sein eigen zu nennen. Sie ist nicht meine Lieblingsplatte, nicht einmal meine Lieblings-"King Crimson"-Platte, aber in all ihrer Majestät und Innovation auch heute noch ein unersetzbares Erlebnis.

Anspieltipp(s): 21st Century Schizoid Man, Epitaph
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 17.5.2002
Letzte Änderung: 18.3.2013
Wertung: 15/15

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Von: Jörg Schumann @ (Rezension 2 von 6)


Das ist es nun also, das erste Progalbum der Geschichte. Mit diesem Wissen als Hypothek versuche ich mich dieses Werkes anzunehmen. Track 1 ist wild, ist Revolution, ist schrill, ist Protest. Die verzerrte Stimme zu Anfang ist zwar nicht so mein Ding, was aber ganz genial ist, sind die absolut präzisen und synchronen Einsätze von Schlagwerkzeugen und anderen Instrumenten im Mittelteil, die tollen Bläsersätze, das Schlagzeug ist, vom sehr musikalischen Bass unterstützt, die treibende Kraft dieses oeuvres. Das fusionartige Gitarrensolo scheint auch wegweisend für spätere Bands gewesen zu sein. In dieser Art finden sich viele Gitarrenparts bei Yes.

I talk to the wind fällt für meinen Geschmack etwas ab. Die Flötenparts sind zwar lieblich, fast psychedelisch, der Gesang gefällt mir persönlich weniger. Mit Epitaph folgt eine eindringliche Nummer, was vor allem durch Greg Lakes Gesang bedingt ist. Dieser ist zwar auch sehr zerbrechlich und leise (Mix?), hält den Hörer aber die ganze Zeit über gefangen. Ich teile die Ansicht nicht ganz, dass Lake hier seinen stimmlichen Höhepunkt erlebt. Zweifelsohne sind die Vocals hier sehr speziell und eindrücklich, später aber kommt noch eine Portion Kraft und Tiefe dazu, wo jetzt noch Fragilität vorherrscht. Eine detaillierte Beschreibung wird diesem Stück nicht gerecht, es ist einfach ein grossartiges Epos von selten erreichter musikalischer Grösse und Komplexität. Für mich das stärkste Stück der Platte.

Moonchild gefällt mir dagegen wieder weniger gut. Ziemlich billige TomTom- und Beckenpercussion untermalen einen etwas eunuchoiden Gesang, wabbernde, unscharfe Mellotronakkorde à la Tangerine Dream hinterlassen ein paar Fragezeichen, das ganze zieht sich dann psychedelisch-experimentell-improvisatorisch weitere lange Minuten dahin. Hört man da ein paar Drogen raus? Möglicherweise braucht es hier vor dem Musikgenuss ein paar Bier, damit sich einem das Stück vollkommen erschliesst. Aber einfach so am hellichten Tage im Auto oder Walkman ist das doch eher starker Tobak und etwas nervend. Ist mir etwas zu "freestylemässig". Und ausserdem zu lang.

Mit "in the court..." folgt ein weiteres hymnisches Werk im Stile von Epitaph. Herrliche Mellotronakkorde, ein toll klingendes Schlagzeug und erhabener Backgroundchor, dann ein Flötenzwischenspiel, zart und lieblich, glockenhelle Beckenbegleitung und die erneute Aufnahme des Refrainthemas. Die letzten zwei Minuten sind fantastisches, schrill-schräges Ausspiel (da fahren dutzende von kleinen Vespas, Mofas und Motorrädern durchs Studio und hupen wild vor sich hin).

Ich hätte dieses Album gerne 1969 im Kontext der damaligen Zeit, Geschichte und Musikgeschichte gehört und nicht heute im Wissen um seine Bedeutung und mit meinem persönlichen musikalischen Background von hunderten von LP`s. Die Musik für sich alleine betrachtet verdient eine 12, dazu kommt der Meilensteinfaktor (15).

Anspieltipp(s): Epitaph
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 2.8.2002
Letzte Änderung: 13.10.2007
Wertung: 13/15

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Von: Jochen Rindfrey @ (Rezension 3 von 6)


Nur eine kurze Anmerkung von mir: absolute Zustimmung zu Udos Rezension! Dies ist wirklich ein epochales Werk, das die Entwicklung des Progressive Rock maßgeblich beeinflusst bzw. eigentlich sogar initiiert hat. Und auch den Improvisationsteil von "Moonchild" halte ich für gelungen - eine wunderbare impressionistische Klangskizze, die freilich vom Hörer erarbeitet sein will. Und der Rest ist sowieso genial.

Anspieltipp(s): egal - jedes Stück ist ein Kleinod!
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 6.5.2003
Letzte Änderung: 28.6.2011
Wertung: 15/15

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Von: Christian Rode @ (Rezension 4 von 6)


King Crimson sollen mit ihrem Debut In the Court of the Crimson King ein ganzes Genre begründet haben: den Progressive Rock. Dabei stellt sich allerdings schon die Frage, was denn nun tatsächlich so umwerfend neu an diesem Album war.

Zunächst einmal sind da eine Reihe bekannter Zutaten: das Debut von Crimson geht auch als phantasievolles Werk der Spät-Psychedelic durch; Bands wie Colosseum, Chicago und Blood Sweat & Tears hatten bereits 1968 den Jazzrock "erfunden"; Ende der 60-er Jahre gab es auch eine Menge psychedelisierte Folkrockbands wie Pentangle, Fairport Convention oder The Incredible String Band; Bands wie Led Zeppelin, MC 5 oder Blue Cheer hatten bereits Alben voll hart groovender Rocksongs veröffentlicht; ebenfalls in den Ausläufern der Psychedelic fand sich die Liaison zwischen Rock und Klassik, repräsentiert durch Bands wie The Nice oder Ekseption; selbst das Mellotron hatten King Crimson nicht erfunden, sondern es war bereits von anderen Bands wie etwa den Moody Blues eingesetzt worden.

Und dennoch ergab die Mischung aller bereits bekannten Zutaten doch etwas, was 1969 neu und aufregend klang, sodass die Scheibe damals von etablierten Musikern wie Pete Townshend oder John Lennon hochgelobt worden war. Das lag sicher an der ungewöhnlichen Mischung der Elemente: 21st Century mit seinem brachialen Rock und den infernalischen Saxofon-Riffs kontrastierte mit dem folgenden zarten Folksong I talk to the Wind wie Whole Lotta Love mit Fool on the Hill. Nie zuvor ist auch das Mellotron als verbindendes Element eines Albums so intensiv eingesetzt worden. Epitaph und In the Court schwelgen geradezu in den sattesten Mellotronsounds. Es zeigt sich in der Wahl des Mellotrons auch viel Geschick, wenn man In the Court of the Crimson King mit den etwa zeitgleich erschienenen Alben anderer Rockgrößen wie Deep Purple, Yes oder Pink Floyd vergleicht, die es mit richtigen Streichern versuchten. Das Ergebnis solcher Hochzeiten war meist entweder süßlich oder pompös aufgedonnert, zumal die Kenntnisse klassischer Musik sich bei den meisten Rockmusikern mit der Romantik des 19. Jahrhunderts erschöpften. Hinzu kamen bei Crimson noch die ungewöhnlich assoziationsreichen, sprachgewaltigen und düsteren Lyrics von Pete Sinfield, die den Kompositionen den letzten Pfiff gaben. Einziger Kritikpunkt kann tatsächlich das etwas langatmige und sehr, sehr ruhige Moonchild sein, das ein Kritiker mal als "knapp 10-minütiges Tontaubenschießen" bezeichnete. Abgesehen davon, dass der Gesangsteil eine steinerweichende Melodie bringt, sehe ich das Stück einfach als weiteren Kontrast in einem überraschungsreichen Album, das insgesamt jedoch stimmige Atmosphäre verbreitet.

King Crimson, der "Beelzebub" des Prog - laut Belmo in Psychedelia die Bedeutung des Bandnamens, hatten mit In the Court of the Crimson King ein Album geschaffen, das vor allem zeigte, dass die Entwicklung zum Progressive Rock nicht das Werk einiger genialer Musiker war, sondern in der Logik der damaligen Rockmusik lag. Ab 1969, dem Jahr des "karmesinroten Königs", schossen Alben progressiver Rockmusik aus dem Boden: das Zeitalter des Progressive Rock hatte begonnen. Und In the Court of the Crimson King war der Paukenschlag, der es einläutete.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 4.9.2006
Letzte Änderung: 3.3.2012
Wertung: 15/15

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Von: Siggy Zielinski @ (Rezension 5 von 6)


2004 veröffentlichte DGM, die Plattenfirma von Robert Fripp, eine "Original Master Edition" von "In the Court of the Crimson King". Dieses wurde möglich durch den überraschenden, 2003 erfolgten Fund von Original-Masterbändern, die in den Archiven der Plattenfirma Virgin ausgemacht wurden. Daraus hat man im Jahre 2004 ein 24 Bit-Remaster generiert.

Der vielleicht eindeutigste Unterschied zu den vorherigen Ausgaben ist laut CD-Cover der noch nicht vorhandene fließende Übergang zwischen "I talk to the wind" und "Epitaph". Und Robert Fripp konnte den aus unbekannten Gründen bei den ersten CD-Ausgaben gelöschten Vermerk ("Produced by King Crimson for E.G. Productions - David & John") wieder reaktivieren. (David Enthoven und John Gaydon waren die Gründer von EG Productions. Ihre Namen wurden von ihren Nachfolgern offenbar nicht besonders gerne gesehen.)

Mix- bzw. klangtechnisch glaube ich bei dieser Ausgabe einige kleine Unterschiede (zum Besseren) sowie zusätzliche Nuancen im Vergleich zu den bisherigen Editionen festgestellt zu haben.

Die "Original Master Edition" gibt es meines Wissen nur in der normalen CD-Hülle. Man kann schließlich nicht alles haben.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 7.8.2007
Letzte Änderung: 8.8.2007
Wertung: 14/15

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Von: Nik Brückner @ (Rezension 6 von 6)


Es war ein ziemliches Hin und Her, wegen einiger Probleme mit dem Cover, aber nun ist im November 2009 zum 40jährigen Jubiläum der Band und ihres Debüts eine Superduperluxusausgabe von "In the Court of the Crimson King" erschienen, die von Porcupine Trees Steven Wilson neu abgemischt und durch eine Unmenge von bisher fast komplett unveröffentlichten Bonustracks ergänzt wurde. Diese 40th Anniversary Edition enthält:

CD1

  1. "21st Century Schizoid Man"
  2. "I Talk to the Wind"
  3. "Epitaph"
  4. "Moonchild"
  5. "The Court of the Crimson King"
  6. "Moonchild" (full version)
  7. "I Talk to the Wind" (Fripp and McDonald duo version)
  8. "I Talk to the Wind" (alternate take featuring different solos)
  9. "Epitaph" (backing track)
  10. "Wind session" (extracts from the session that produced the intro to "21st Century Schizoid Man")
  • tracks 1-6: 2009 Robert Fripp & Steven Wilson stereo re-mix from the original multi-track master tapes.
  • track 6: As Robert chose to feature the edit of Moonchild in the album running order, the full version is included here
  • tracks 7-10: Alternative takes from the original studio session. Mixed & produced by Steven Wilson.

CD2

  1. "21st Century Schizoid Man"
  2. "I Talk to the Wind"
  3. "Epitaph"
  4. "Moonchild"
  5. "The Court of the Crimson King"
  6. "21st Century Schizoid Man" (early instrumental recording)
  7. "I Talk to the Wind" (BBC session, from bootleg source)
  8. "21st Century Schizoid Man" (BBC session, from a BBC transcription disc)
  9. "The Court of the Crimson King (Part 1)"
  10. "The Court of the Crimson King (Part 2)"
  • tracks 1-5: 2004 re-master, transferred of the original 1969 vinyl mix
  • track 6: Morgan studios recording, instrumental
  • tracks 7-8: BBC Radio 1 session
  • tracks 9-10: De-clicked vinyl transfer of the original UK Island Records mono single version of the song as split across two sides of 7" vinyl

CD3: The Alternate Album: In the Court of the Crimson King

  1. "21st Century Schizoid Man" (trio version - instrumental)
  2. "I Talk to the Wind" (studio run-through)
  3. "Epitaph" (alternate version)
  4. "Moonchild" (take 1)
  5. "The Court of the Crimson King" (take 3)
  6. "21st Century Schizoid Man"
  7. "I Talk to the Wind"
  8. "Epitaph"
  9. "Moonchild"
  10. "The Court of the Crimson King"
  • tracks 1-5: Alternative takes from the original studio session. Mixed & produced by Steven Wilson.
  • tracks 6-10: De-clicked vinyl transfer of the first Island Records stereo UK pressing run. Sourced from two vinyl LPs - one of which is Robert Fripp's personal archive copy.

CD4

  1. "21st Century Schizoid Man"
  2. "The Court of the Crimson King"
  3. "Get Thy Bearings"
  4. "Epitaph"
  5. "Mantra"
  6. "Travel Weary Capricorn"
  7. "Mars"
  8. "The Court of the Crimson King"
  9. "A Man A City"
  10. "Epitaph"
  11. "21st Century Schizoid Man"
  • tracks 1-7: restored bootleg, recorded live at Hyde Park, London, 5 July 1969
  • tracks 8-11: restored bootleg, recorded Live at Fillmore East, New York, November 1969

CD5

  1. "21st Century Schizoid Man"
  2. "I Talk to the Wind"
  3. "Epitaph"
  4. "Moonchild"
  5. "The Court of the Crimson King"
  6. "The Court of the Crimson King"
  • tracks 1-5: mono album mix used for radio promotion only in the USA
  • track 6: edited, mono single mix used for radio promotion only in the USA. De-clicked from original vinyl source copies

DVD

PART I

  1. "21st Century Schizoid Man"
  2. "I Talk to the Wind"
  3. "Epitaph"
  4. "Moonchild"
  5. "The Court of the Crimson King"

5.1 Surround Sound mixes available in DTS 5.1 (playable in all DVD players/ DVD-Rom drives etc. with a compatible speaker setup) & MLP Lossless Audio (DVD-A players only).

All 5.1 tracks mixed & produced by Steven Wilson, Executive producer: Robert Fripp

PART II

24/48 High Resolution Stereo mixes of full CD audio content (playable in all DVD players/DVD-Rom drives etc.) & 24/96 High Resolution Stereo mixes (DVD-A players only).

PART III: The Alternate Album: In the Court of the Crimson King Alternate takes mixed for the first time from the original studio recordings

  1. "21st Century Schizoid Man" (Trio version - instrumental)
  2. "I Talk to the Wind" (Studio run through)
  3. "Epitaph" (Alternate Version)
  4. "Moonchild" (Take 1)
  5. "The Court of the Crimson King" (Take 3)

Mixed & produced by Steven Wilson; Executive producer: Robert Fripp

24/48 High Resolution Stereo (playable in all DVD players/DVD-Rom drives etc.) & 24/96 High Resolution Stereo (DVD-A players only).

PART IV: Original album mix, 2004 remaster

  1. "21st Century Schizoid Man"
  2. "I Talk to the Wind"
  3. "Epitaph"
  4. "Moonchild"
  5. "The Court of the Crimson King"

24/48 High Resolution Stereo (playable in all DVD players/DVD-Rom drives etc.) & 24/96 High Resolution Stereo (DVD-A players only).

PART V: Video Content

  1. "21st Century Schizoid Man"

Edit, film from Hyde Park concert July 5th 1969 available for the first time with original audio from the actual performance.

All material previously unreleased or previously unreleased in these versions except DVD content Part IV, previously released in standard 16 bit resolution as CD DGM0501 - In the Court of the Crimson King

Daneben gibt es noch eine 2CD-Version, die die Scheiben 1 und 2 enthält, sowie eine CD/DVD-Version mit CD1 und der beschriebenen DVD.

Das Album kommt im LP-Format, im überarbeiteten Design und mit einem sehr ausführlichen Booklet, das eine Einführung von Bandleader Robert Fripp enthält, dazu eine Tag-für-Tag-Bandbiographie von 1968 bis 1970 und einen informativen und hochinteressanten Text über die Idioterien der Musikindustrie der letzten 40 Jahre, die King Crimson bzw. DGM involvierten. Wer noch nicht weiß, wie wirtschaftliches - äh - "Denken" funktioniert, kann es hier lernen. Dazu gibt es ein Faksimile des Originalcovers im LP-Format, zwei Reprints von offiziellen Bandfotos sowie als Gimmick zwei Buttons.

Was könnte man nicht alles zu diesem nun endlich vorliegenden heiligen Gral des Progressive Rock schreiben! Dass "In the Court of the Crimson King" das erste Prog-Album war? Dass es völlig allein stand zur damaligen Zeit? Dass es geradezu unermesslich einflussreich war? All das ist natürlich Unsinn, und ich will hier gar nicht in den Jubelchor einstimmen, den enthemmte Medien, Musiker und Fans zum 40jährigen Geburtstag dieses - wenn auch wichtigen - Albums gebildet haben. Vielmehr verweise ich auf das wohltuend sachliche Booklet und das hervorragende Buch "Musical Guide to In The Court Of The Crimson King by King Crimson", das der Autor und Komponist Andrew Keeling dieser Tage vorgelegt hat. Ich will mich dagegen im Folgenden auf den Surround-Sound-Mix und einige Bonustracks beschränken. Dazu zunächst einige Vorabinformationen: Als man "In the Court of the Crimson King" 1969 aufnahm, hatte man nur 8-Spur-Geräte zur Verfügung. Wollte man mehr Spuren aufnehmen, war man gezwungen, bereits eingespielte Instrumente auf einer Spur zu vereinen und neue Instrumente dann auf einer neuen Spur dazuzumischen. Dies ist im Falle von "In the Court of the Crimson King" merhfach geschehen, was zur Folge hatte, dass man nachträglich bemerkte Balanceprobleme, die einzelne Instrumente betrafen, nicht mehr beheben konnte. Daraus läßt sich dann ebenfalls schließen, dass auf keine bislang vorliegenden Veröffentlichung des Albums auch nur ein Ton von einer ersten Tonbandgeneration stammte.

Wilson und Fripp, dem es vor einigen Jahren gelungen war, an die Originalbänder zu kommen, schafften es nun, das Album aus diesen Bändern der ersten Generation neu erstehen zu lassen. Der neue Mix erlaubt es dem Hörer also erstmals, "In the Court of the Crimson King" mit nur einem einzigen Tonband zwischen sich und der Gitarrensaite zu hören. Wilson geht mit dieser Möglichkeit nun sehr behutsam um: Er gibt im Surround-Sound-Mix jedem Instrument Raum für sich, der Soundbrei wird entschlackt, jedes einzelne Instrument erhält eine eigene Plastizität, die (selbst) für den Kenner des Albums eindrucksvoll ist. Allerdings läßt der doch recht füllige Sound von "In the Court of the Crimson King" wenig Platz für allzu große Differenziertheit oder gar 3D-Spielereien. Wilson platziert die Instrumente klar im Raum, lässt sie aber, mit Ausnahme einiger Schlaginstrumente in "21st Century Schizoid Man", nie die Positionen wechseln, oder gar den Hörer umwandern, wie er das etwa auf "Lizard" gemacht hat. Und Wilson tat gut daran, die neuen technischen Möglichkeiten in den Dienst der Musik zu stellen.

Die Bonustracks. Puh! Also, welche soll ich mir da herauspicken! Zunächst einmal ist es wichtig zu wissen, daß Fripp (schon seit langer Zeit) unzufrieden mit der Improvisation in "Moonchild" ist. Er hat den Song daher für die Standard-LP um 3 Minuten gekürzt. Entsprechend erscheint auf den Scheiben eine "Full Version" - das ist einfach die, die wir alle seit 1969 kennen. Interessanter sind Sachen wie die Duo-Version von "I Talk to the Wind", gespielt von Fripp und McDonald, also nur mit Akustikgitarre und Flöte. Hier zeigt sich eine folkige Verspieltheit, die man dem Album kaum zugetraut hätte. Andere Sachen sind Instrumentalversionen, wie etwa der Backing Track von "Epitaph", der Studio Run-Through von "I Talk to the Wind" oder die hochinteressante Trio-Version von "21st Century Schizoid Man". Insgesamt enthält die Box das Originalalbum gleich mehrfach in unterschiedlichsten Versionen - und ich kann Euch versprechen, so oft habt ihr "In the Court of the Crimson King" an einem Wochenende noch nie gehört. Es gibt viel zu entdecken und die Alternate Versions, die Instrumentalversionen und die verworfenen Mixes sind eine Fundgrube für denjenigen, der sich schon immer gewünscht hatte, 1969 mit der Band zusammen in den Wessex Sound Studios zu stehen.

Es gibt einige Tracks, auf die ich noch hinweisen will, etwa die legendäre "Wind Session", bei der mit Hilfe einer Orgel die Windgeräusche am Anfang des Albums entstanden sind. Legendär ist die aus zwei Gründen: erstens hat sicher jeder von uns beim ersten Hören den Lautstärkeregler nach oben gedreht, um dann von den ersten Tönen von "21st Century Schizoid Man" umgehauen worden zu sein, und zweitens liegt in diesen Gräuschen wohl der Ursprung der Conditio sine qua non des Progressive Rock: des dumpfen Dröhnens am Anfang einer jeden Platte! Ebenso interessant ist der Bootleg-Mitschnitt des legendären Hyde Park-Konzertes, bei dem King Crimson als Vorgruppe der Stones auftraten - und bei dem sie, wie im Booklet nachzulesen ist, einen bleibenden Eindruck in der Musikpresse hinterließen. Ergänzt werden diese Aufnahmen durch Mitschnitte aus dem Fillmore East in New York aus dem November 1969, einem der letzten Konzerte des Original-Lineups. Für Monofreaks ist dann das Album noch mal in der US-amerikanischen Promoversion vorhanden.

Man könnte noch viel mehr sagen - von mir nur noch das: Diese Ausgabe von "In the Court of the Crimson King" stellt dank des behutsamen Remixes Wilsons, das dem Original absolut gerecht wird, und der Überfülle an Bonusmaterial ein unverzichtbares Archiv für alle dar, die einem der frühesten Progalben und seiner Entstehung auf die Spur kommnen wollen. Kaufbefehl!

Anspieltipp(s): Die genannten
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 25.11.2009
Letzte Änderung: 19.3.2013
Wertung: keine Und dann doch 15 Punkte

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von King Crimson

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
1970 In The Wake Of Poseidon 12.00 7
1970 Lizard 14.25 5
1971 Islands 12.75 6
1972 Earthbound 8.60 5
1973 Larks' Tongues In Aspic 12.50 2
1974 Red 12.50 3
1974 Starless And Bible Black 12.50 3
1975 USA 10.50 2
1976 The Young Persons' Guide to King Crimson - 1
1981 Discipline 12.00 4
1982 Beat 8.50 2
1984 Three Of A Perfect Pair 9.67 3
1986 The Compact King Crimson - 1
1991 The Essential King Crimson: Frame by Frame - 2
1992 The Great Deceiver 13.00 2
1994 Vrooom 9.00 2
1995 THRAK 12.00 2
1995 B'Boom 10.00 1
1996 Schizoid Man 8.00 1
1996 THRaKaTTaK 11.00 2
1997 The Nightwatch 14.00 2
1997 Epitaph 12.00 1
1998 Absent Lovers 11.00 1
1998 Live at Jacksonville 1972 9.00 1
1998 Live at the Marquee 1969 - 1
1999 The Beat Club Bremen 1972 10.00 1
1999 Live at Cap D'Agde 1982 10.00 1
1999 The Vrooom Sessions 7.00 1
1999 Cirkus - The Young Person's Guide to King Crimson Live 12.00 2
1999 Deja VROOOM (DVD) 11.00 1
1999 On Broadway 1995 11.00 1
2000 The ConstruKction of Light 10.60 6
2000 Heavy ConstruKction 10.00 1
2000 A Beginners' Guide To The King Crimson Collectors' Club 10.00 1
2000 Live at Plymouth Guildhall 1971 12.00 1
2000 Discipline - Live At Moles Club 1981 8.00 1
2000 Live in Central Park 1974 12.00 1
2000 Nashville Rehearsals 11.00 1
2000 Live At Summit Studios 1972 8.00 1
2001 Live in Mainz 1974 12.00 1
2001 Live in Detroit 1971 10.00 1
2001 Live in Berkeley - 1
2001 Level Five 11.00 1
2001 Vroom Vroom 12.00 1
2002 Live at the Zoom Club 1972 9.00 1
2002 Happy with what you have to be happy with 8.00 1
2002 Ladies of the Road 10.00 1
2002 Champaign-Urbana Sessions 11.00 1
2002 Live in Hyde Park 1969 11.00 1
2003 EleKtrik (Live in Japan 2003) 13.00 1
2003 Live in Guildford 1972 13.00 1
2003 Eyes Wide Open (DVD) 14.00 1
2003 The Power To Believe 10.00 2
2003 Live in Orlando 1972 10.00 1
2004 Live in Warsaw, June 11, 2000 10.00 1
2004 Live in Philadelphia, PA, July 30, 1982 11.00 1
2004 The 21st Century Guide To King Crimson Volume One (1969-1974) - 1
2004 Neal and Jack and Me (DVD) 11.00 1
2005 The 21st Century Guide To King Crimson Volume Two (1981-2003) - 1
2005 Inside King Crimson. 1972 - 1975. An independent critical review (DVD) 9.00 1
2005 Live in Brighton. October 16, 1971 12.00 1
2005 Live at the Wiltern 1995 12.00 1
2006 Zoom Club, Frankfurt, Germany, April 15, 1971 10.00 1
2006 Zoom Club, Frankfurt, Germany, April 14, 1971 10.00 1
2006 Zoom Club, Frankfurt, Germany, April 13, 1971 11.00 1
2006 Zoom Club, Frankfurt, Germany, April 12, 1971 10.00 1
2006 The Roxy, Los Angeles, California, November 23, 1981 11.00 1
2006 Stadthalle, Cologne, Germany, October 14, 1981 11.00 1
2006 Place De Nations, Montreal, Quebec, Canada - August 4, 1982 11.00 1
2006 The Collectable King Crimson Vol.1 12.00 1
2007 The Collectable King Crimson Volume 2 10.00 1
2007 Olympia, Paris, France, June 25, 2000 10.00 1
2007 Augsburg, Germany, March 27, 1974 10.00 1
2008 The Collectable King Crimson Volume 3 - Live at the Shepherds Bush Empire, London, 1996 12.00 1
2008 Congresgebouw, Den Hague, Netherlands, May 15, 1995 11.00 1
2008 Park West, Chicago, Illinois, August 7, 2008 10.50 2
2008 40th Anniversary Tour Box 12.00 1
2009 The Collectable King Crimson Volume Four - Live at Roma, Warsaw, Poland 2000 11.00 1
2011 June 04, 1996. Rosengarten-Musensaal, Mannheim, Germany 11.00 1
2012 Larks' Tongues in Aspic - The Complete Recordings 15.00 2
2012 Live at the Marquee 1971 12.00 1
2014 The Elements of King Crimson. 2014 Tour Box 13.00 1
2015 Live at the Orpheum 10.33 3
2015 The Elements of King Crimson. 2015 Tour Box 13.00 1
2015 THRAK Box - King Crimson Live and Studio Recordings 1994 - 1997 - 1
2016 Live in Toronto 12.00 2
2016 Radical Action To Unseat The Hold Of Monkey Mind 13.00 1
2016 Rehearsals & Blows (May - November 1983) 12.00 1
2017 Heroes 9.00 1
2017 Live in Chicago 15.00 1

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